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Kings melden sich 2015/16 eindrucksvoll zurück

von Brian Hunter / NHL.com

Die Los Angeles Kings melden sich nach einem Jahr Zwangspause in den Stanley Cup Playoffs zurück und sehen dem Gewinn ihrer dritten Meisterschaft in fünf Spielzeiten entgegen.

Doch bevor es soweit ist, legt Los Angeles noch sein Augenmerk auf die Anaheim Ducks und San Jose Sharks im Kampf um die Führung in der Pacific Division. Die Kings haben seit den Tagen von Wayne Gretzky, als sie 1990/91 die Smythe Division gewannen, keine Saison mehr auf dem ersten Platz abschließen können.

Angeführt von ihren All-Stars, Anze Kopitar vorne, Drew Doughty in der Abwehr, Jonathan Quick im Tor und mit dem einzigartigen Darryl Sutter hinter der Bande, haben sich die Kings zusammengefunden, überzeugen durch eine beständige Saisonleistung und können ihren Saisonrekord von 105 Punkten aus der Spielzeit 1974/75, aus dem siebten Jahr nach ihrer Gründung, überbieten.

Einen Schritt in Richtung Zielerfüllung machten sie am Samstag mit einem 2-1 Erfolg über die Boston Bruins und der gleichzeitigen 2-0 Niederlage der Arizona Coyotes gegen die Tampa Bay Lightning.

Hier sind fünf Gründe warum die Kings die Playoffs erreichten:

1. Ruhe und Motivation

Die Kings hatten 2014/15 keineswegs eine miserable Saison. Sie erreichten eine Bilanz von 40-27-15 und kamen auf 95 Punkte. Doch am Ende fehlten ihnen drei Zähler auf einen Playoffplatz in der hart umkämpften Western Conference. Nur etwas mehr als sechs Monate nachdem sie das Stanley Cup Banner unter ihr Hallendach gehievt hatten, mussten sie ihre Taschen packen und sich früh in den Sommerurlaub verabschieden.

Vielleicht war das gar nicht einmal so schlecht. Zwischen den beiden Cup-Gewinnen 2012 und 2014 zogen sie in das Western Conference Finale 2013 ein. Sie bestritten in diesem Zeitraum 64 Playoffpartien und 246 reguläre Saisonspiele. Spitzenspieler wie Kopitar und Doughty gestanden schon vor Saisonbeginn ein, dass sie von dieser zusätzlichen Pause profitieren könnten.

"Es fühlte sich gut an, obwohl es ärgerlich war, die Playoffs zu verpassen", sagte Kopitar "Wir mussten unsere Batterien wieder aufladen und hatten etwas mehr Zeit. Man fühlt sich sonst immer in Eile, möchte bereit sein. Diesmal war es nicht so."

"Es stieß uns sauer auf, dass wir die Playoffs verpasst hatten, motivierte uns aber, alles zu tun, dass es uns in diesem Jahr nicht mehr passiert."

2. Overtime Helden

So wie es aussieht, kommt das neue 3-gegen-3 Format den Kings entgegen. Los Angeles hat 11 von 14 Spielen, in denen sie eine Zusatzschicht einlegen mussten, gewonnen.

Nimmt man noch die Penaltyschießen hinzu haben die Kings 12 von 18 Partien, die nach der regulären Spielzeit Unentschieden gestanden haben, gewonnen. Zum Vergleich in der Saison zuvor kamen sie auf eine Bilanz von 3-15 (1-7 in Overtime, 2-8 in Shootouts). Hätten sie es auf eine Bilanz von 9-9 gebracht, wären sie auch damals in die Playoffs eingezogen.

"Wir haben einen guten Job gemacht, uns durch mehr Puckbesitz bei 3-gegen-3 viele Chancen herausgearbeitet", erzählte Stürmer Milan Lucic Anfang des Monats der LA Kings Insider. "Man kann bei 3-gegen-3 immer wieder sehen, dass Puckbesitz das Wichtigste ist. Wenn du dann zu Chancen kommst, dann musst du sie auch verwerten und das haben wir geschafft. Ehrlich gesagt war das auch eine Sache, die wir Anfang des Jahres angesprochen haben. Wenn es in die Overtime geht, dann musst du auch Punkte mitnehmen."

3. 'Amerikas Bester'

Als Quick mit 32 Saves am 14. März einen 5-0 Sieg gegen die Chicago Blackhawks einfahren konnte, war das nicht nur ein Shutout gegen den Titelverteidiger. Er setzte mit seinen insgesamt 41 Shutouts auch eine neue Bestmarke für einen in den USA geborenenTorhüter und überholte John Vanbiesbrouck und Frank Brimsek.

Quick absolviert wieder einmal eine überragende Saison. Bei den Siegen (37) liegt er ligaweit auf Platz 2 und er weist den viertbesten Gegentrefferschnitt (2,14) vor. Seine Fangquote von 92,1 Prozent ist die zweitbeste in seiner Karriere. Wie üblich ist er ein Arbeitstier -- er belegt den zweiten Platz bei den eingesetzten Minuten und mit seinen 58 Spielen. Da aber auch Jhonas Enroth schon zwölfmal das Vertrauen von Sutter genießen konnte und sich in guter Form präsentierte (2,01 GAA, 93,0% Fangquote), wird Quick nicht seine Bestmarke von 72 Partien aus der vergangenen Saison erreichen.

4. Das fehlende Puzzlestück

Die Kings holten am 26. Juni Lucic von den Bruins im Tausch gegen einen Erstrundendraftpick, Nr. 13, beim NHL Draft 2015 und gegen Torwart Martin Jones.

Lucic, für den am Samstag im Spiel gegen sein ehemaliges Team eine Punkteserie von acht Spielen endete, hat vor allem wenn es wichtig war Präsenz gezeigt. Er gewann den Cup 2011 mit den Bruins und erzielte 26 Tore und 61 Scorerpunkte in 96 Playoffpartien. Er ist der Typ von Spieler, den die Kings brauchten, nachdem sie Justin Williams als Free Agent am 1. Juli in Richtung Washington Capitals verlassen hatte.

"Ich glaube, dass er unserem Angriff Größe und Können beisteuert und das ist niemals etwas Schlechtes", sagte Sutter am Donnerstag der Los Angeles Times.

5. Jeder kennt seine Rolle

Die besten Spieler der Kings stechen heraus: Quick ist im Tor ein Bollwerk, Kopitar ist nahe daran im Schnitt einen Punkt pro Spiel zu erzielen (24 Tore, 65 Punkte in 70 Spielen), und Doughty ist erneut drauf und dran für die Norris Trophy nominiert zu werden. Er bekommt die drittmeiste Eiszeit in der Liga (28:12) und zeigt auf beiden Seiten der Eisfläche seine Dynamik. Stürmer Tyler Toffoli ist Los Angeles bester Torschütze mit 26 Treffern - ein Bestwert in seiner NHL-Karriere.

Die Kings haben zweimal den Cup nicht gewonnen, weil sie sich nur auf ihre Stars verlassen haben. Ihr Beitrag ist jedoch ein Stück vom Ganzen.

Stürmer Vincent Lecavalier, der am 6. Januar in einem Trade von den Philadelphia Flyers kam, ist mit acht Toren in 32 Partien zu neuem Leben erweckt. Stürmer Kris Versteeg, am 28. Februar von den Carolina Hurricanes geholt, passt in die Top-Reihe mit Lucic und Kopitar, kann aber auch in anderen Sturmformationen eingesetzt werden. Da ihr erfahrener Verteidiger Matt Greene aufgrund einer Schulterverletzung, die operiert werden musste, nur drei Spiele bestreiten konnte, holten die Kings ihren Cup-Sieger von 2012 Rob Scuderi zurück und verpflichteten des weiteren Luke Schenn als Verstärkung für die Tiefe.

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