Skip to main content

Kevin Weekes analysiert die heißen NHL-Themen

von Kevin Weekes / NHL.com

Über die Saison hinweg schreibt der frühere NHL-Goalie und jetzige NHL-Experte Kevin Weekes über Spieler, Mannschaften, Spiele und Trends, die ihm ins Auge stechen.

Andrew Ladd

Letzte Woche schrieb ich an dieser Stelle, dass ich mit General Manager Stan Bowman von den Chicago Blackhawks gesprochen hatte und er mir von seinem Interesse an Andrew Ladd von den Winnipeg Jets berichtete. Am Donnerstag meldete er Vollzug bei der Verpflichtung von Ladd. Im Gegenzug gibt Chicago den 21-jährigen Stürmer Marko Danko an die Jets ab.

Ladd hat zweimal den Stanley Cup gewonnen: 2010 mit den Blackhawks und zuvor 2006 mit den Carolina Hurricanes. Er genießt den Respekt der Spieler, versteht ihre Spielweise und weiß, was es bedeutet, ein Blackhawk zu sein. Er ist in letzter Zeit noch besser geworden. Sein Offensivspiel ist kompletter, weshalb er auch als Toptorjäger der Jets firmiert, seit sie von Atlanta nach Winnipeg umgezogen sind.

Ladd, Kapitän bei den Jets, ist ein harter Arbeiter und bringt viele Dinge in seinen Verein ein. Um seine Berufsauffassung braucht sich niemand Sorgen zu machen. Seine Verpflichtung war ein gelungener Schachzug von Bowman. Anstatt lange zu warten, um zu schauen, wie der Preis aussehen könnte, machte er Nägel mit Köpfen.

Um so ein Geschäft abzuschließen, muss man in der Lage sein, Kapital zu bewegen. Letzten Sommer Dano von den Columbus Blue Jackets für Brandon Saad holen zu können und ihn dann zusammen mit zwei Verpflichtungen aus den Drafts gegen Ladd einzutauschen, ist jedenfalls ein gutes Zeichen.

Die Jets haben nun ihrerseits ihren Fundus an Perspektivspielern aufgestockt, entweder schon für den jetzigen Kader oder den in naher Zukunft. Sie hatten bereits Mike Comries Bruder Eric verpflichtet, einen AHL All-Star in dieser Saison. Die Jets verfügen über Connor Hellebuck, Michael Hutchinson und dazu über eine Reihe junger Verteidiger, angeführt von Jacob Trouba und Tyler Myers. Hinzu kommen Dustin Byfuglien und vorne Nikolaj Ehlers, der bereits ein Starspieler ist.

Als Team haben die Jets einen großen Rückschritt im Vergleich zur letzten Spielzeit gemacht, weil die Hingabe zum Detail nicht mehr so da ist und sie zudem von Verletzungssorgen geplagt sind. Aber mit den Talenten und den Draftpicks sollte es nächste Saison wieder aufwärtsgehen.

Anaheim Ducks

Die Ducks setzen ihre Aufholjagd in der Pacific Division fort. Nach einer Erfolgsserie (13-1-1) liegen sie nur noch vier Zähler in der Tabelle hinter den Los Angeles Kings. Das hängt vor allem mit Ryan Getzlaf zusammen. Seit er wieder spielt und trifft, geht es aufwärts. Er ist ein zentraler Baustein für die Ducks und ihr Taktgeber. Zu Saisonbeginn sah das noch ganz anders aus.

Auch Ryan Kesler spielt wieder auf dem hohen Niveau, zu dem er in der Lage ist. Er tut nun genau das, was man vom Center Nummer 2 erwarten darf. Er soll Getzlaf entlasten und die Ducks breiter aufstellen, so wie es Jason Spezza bei den Dallas Stars gemacht hat.

Goalie Frederik Andersen überzeugt weiterhin. Bei keinem seiner elf Einsätze zuletzt ging er als Verlierer vom Platz. John Gibson hat ebenfalls gute Statistiken aufzuweisen, ist aber nur noch die Nummer 2 hinter Andersen. Ich glaube, dass die beiden das beste junge Torwartduo der NHL bilden.

Coach Bruce Boudreau hat mir erzählt, dass der Umschwung auch damit zusammenhängt, dass die Jets besser verteidigen. Als die Defensive besser stand, kam die Offensive ebenfalls besser zur Geltung.

Carolina Hurricanes

Die Hurricanes sind in der Verlosung der Eastern Conference für eine Wildcard zu den Playoffs. Am Donnerstag mussten sie zwar eine bittere Niederlage (1-3) gegen die Toronto Maple Leafs einstecken, aber insgesamt passt es noch für die Hurricanes. Jordan Staal ist wieder der alte Jordan Staal. Viele der jungen Spieler haben zuletzt eine Schippe draufgelegt, wie Joakim Nordstrom, Elias Lindholm und Victor Rask. Und natürlich spielt Verteidiger Justin Faulk eine gute Serie. Eddie Lack hat mehr Spielzeit bekommen und dabei gut ausgesehen.

Die Hurricanes liegen zum jetzigen Zeitpunkt sicher über den Erwartungen. Eine erfreuliche Tatsache, wie ich finde. Viele General Manager studieren die Hurricanes deshalb ganz genau auf mögliche Wechsel, bevor am Montag das Transferfenster der NHL schließt. Die Hurricanes sind sicher nicht auf neue Spieler aus. Daher sehe ich auch nicht, dass sie Leute aus dem aktuellen Kader abgeben werden.

Boston Bruins

Aus irgendeinem Grund sind die Bruins nicht in der Lage, zu Hause gut zu spielen. Sie sind einfach nicht konsequent genug. Nach der bösen Pleite (4-6) daheim gegen die Columbus Blue Jackets am Montag sind sie zwei Tage später zu den Pittsburgh Penguins gefahren und haben sie 5-1 vermöbelt. In den vergangenen sieben Spielen haben sich Siege und Niederlagen munter abgewechselt. Auswärts hui, zu Hause pfui - so lassen sich derzeit die Leistungen der Bruins beschreiben.

Es wird interessant sein, wo sie am Ende der Saison stehen. Sie gehören in die Playoffs, auch wenn sie nicht wirklich gut spielen. Brad Marchand und Patrice Bergeron überzeugten zuletzt durch ihre Spielfreude, und Goalie Tuukka Rask hat seine Stabilität wiedergefunden.

Mehr anzeigen