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Keine Playoffs in diesem Jahr für Teams aus Kanada

von Dave Stubbs / NHL.com

Zum ersten Mal seit der Saison 1969-70 werden die Stanley Cup Playoffs komplett südlich des 49. Breitengrades ausgetragen. Und als Salz in der Wunde für patriotische Kanada Fans, wird Commissioner Gary Bettman den heiligen Gral des Eishockeys die 22. Saison in Folge an den Kapitän einer in den USA angesiedelten Mannschaft überreichen.

Kanada mag, wie wir wissen, die Erfindung von Eishockey für sich beanspruchen, aber Mannschaften aus diesem Land haben deutlich nicht ihr bestes Spiel in 2015-16 gezeigt.

Mit noch elf Tagen übrig in der regulären Saison, sind alle in Kanada ansässigen Mannschaften vom Playoff Wettkampf eliminiert. Der 2-1 Sieg der Philadelphia Flyers im Shootout gegen die Washington Capitals am Mittwoch eliminierte die Ottawa Senators als letztes kanadisches Team, das noch eine Chance auf die Playoffs hatte.

Letzte Saison konnten noch fünf Mannschaften nach 82 Spielen weitermachen und nur die Toronto Maple Leafs und Edmonton Oilers qualifizierten sich nicht für die Playoffs. Das war eine deutliche Steigerung zu 2013-14, als nur die Montreal Canadiens die Meisterrunde erreichten.

In dieser Saison protzten die Canadiens Fans, dass ihre Helden für eine lange Zeit "Canada's team" wären. Es ist des Landes patriotischer Schlachtruf, selbstverständlich der einzige Schlachtruf. Natürlich wäre das nicht der Fall für viele, die den Slogan “ABC”, das bedeutet “Anyone But Canadiens" (Niemand außer Kanadier) für sich beanspruchen.

"Alle Sieben sind 'Canada's team,'", sagte Canadiens Eigentümer Geoff Molson zu der Zeit. "Wir waren sehr stolz, die Playoffs zu erreichen, es ist eine schwierige Sache. Die Tatsache, dass es sechs andere kanadische Mannschaften nicht schafften, hat uns nicht noch stolzer gemacht. Es ist nur eines dieser Dinge, die dieses Jahr passierten.“

"Dann noch einmal … wenn unsere Mannschaft in die sechs anderen kanadischen Städte reist, dann sieht man, dass wir überall Fans haben … Zeitweise sind wir in der Position, dass wir von Küste zur Küste stark beobachtet werden und über uns diskutiert wird. Ich bin sehr stolz darüber, aber ich wäre niemals so vermessen zu sagen, dass wir Canada's team sind."

Keiner der sieben Clubs wird die Fahne in dieser Saison in die Playoffs tragen. Das wird die Stärke der Hingabe der kanadischen Fans zum Spiel testen, wenn es kein lokales Team zum Unterstützen gibt.

Die NHL umfasste 12 Mannschaften und zwei Divisionen in 1969-70 als die Canadiens und Maple Leafs, Kanadas einzige beiden Teams, nach einem 76 Spiele umfassenden Spielplan für die Playoffs am Straßenrand parken mussten.

Toronto war schon lange vor dem letzten Wochenende der regulären Saison ausgeschieden, aber Montreal war lange am Leben bis zu einem Ende, was schon fast komisch war.

Es war weniger die Tatsache, dass die Canadiens zum ersten Mal in 22 Jahren, eine Spanne während dessen sie zehn ihrer 24 Stanley Cup Titeln (NHL Rekord) holten, nicht in die Playoffs kamen, sondern wie sie sie verpassten.

Am finalen Sonntagnachmittag der regulären Saison bezwangen die New York Rangers die Detroit Red Wings mit 9-5. Die Rangers mussten fünf oder mehr Tore erzielen, um ihre Playoff Hoffnungen aufrecht zu erhalten und sie schafften diese gegen die Red Wings. Detroit hatte sich bereits für die Meisterrunde qualifiziert und einige Canadiens vermuteten die Red Wings ließen sich für New York gehen.

"Es ist schwer die Red Wings anzuklagen, weil man nicht erwarten kann, dass ein anderes Team dir hilft, wenn du in 75 Spielen es nicht schaffst, in die Playoffs zu kommen”, sagte der verletzte Canadiens Stürmer Mickey Redmond. "Aber sie hatten sich nicht auszuruhen und hinzugeben."

Also gingen die Canadiens in ihr Finale im Chicago Stadium gegen die Blackhawks an diesem Abend und sie benötigten einen Sieg, ein Unentschieden oder fünf erzielte Tore, gemäß den Regeln, um die Rangers zu überholen und sich für die Playoffs zu qualifizieren.

Die Canadiens lagen nach 40 Minuten 3-2 zurück und sogar 5-2 nachdem Pit Martin mit verbleibenden 9:16 traf. Daraufhin nahm Trainer Claude Ruel alles um noch die drei benötigten Tore zu erzielen.

Ruel nahm Torhüter Rogie Vachon jedes Mal, wenn die Gäste Chicago ins Drittel gedrängt hatten vom Eis. Allerdings trafen sie nicht und sahen nur, wie die Blackhawks fünf Schüsse zum 10-2 Sieg ins leere Tor schossen und die Saison der Canadiens beendeten.

Die Montreal Gazette druckte am folgenden Morgen ein Banner über die Titelseite: "R.I.P. - A Stanley Cup dynasty ends: Canadiens (1949-70)." (Ruhe in Frieden – Eine Stanley Cup Dynastie endete: Canadiens (1949-70))

Der Spielbericht wurde getoppt von einer Überschrift, die nur so vor Sarkasmus triefte, die Sportlandschaft in der Stadt wurde den im zweiten Jahr befindlichen Expos (Baseball) überlassen: "Habs verbockten es … spiele Ball."

Zufälligerweise waren am Freitag und Samstag die Toronto Blue Jays im Olympic Stadium, der ehemaligen Spielstätte der Expos, um zwei Vorbereitungsspiele zu spielen.

Wieder einmal 46 Jahre später übernimmt Baseball Kanadas Hauptbühne, in Wirklichkeit ist es nur Bühne.

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