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Keine NHL-Spiele mehr für Diaz und Ehrhoff?

von Stefan Herget / NHL.com

Der Schweizer Raphael Diaz und der Deutsche Christian Ehrhoff haben in dieser Saison einige Parallelen vorzuweisen. Es geht weniger darum, dass beide als Verteidiger aktiv sind, sondern eher um die Unzufriedenheit, die beide in diesem Jahr durch ihr NHL-Engagement begleitet hatte.

Dies kann nun letztendlich dazu führen, dass für beide das Kapitel NHL mit dem Ausscheiden ihrer Mannschaften aus den Playoffs vor ein paar Tagen beendet sein könnte. Die Verträge von Ehrhoff bei den Chicago Blackhawks und Diaz bei den New York Rangers laufen am 30. Juni 2016 aus.

Der 33-jährige Ehrhoff, der die Saison bei den Los Angeles Kings begann, kam immerhin auf 48 Saisonspiele, in denen er zwei Tore und zwölf Punkte verbuchen konnte. So richtig in den Tritt kam der gebürtige Moerser nach seiner von Verletzungen geplagten Saison 2014-15 nicht mehr.

Die Kings schoben ihn als Konsequenz Mitte Februar ins Farmteam ab und bei den Blackhawks hoffte er nach dem Transfer Ende desselben Monats auf eine neue Chance, möglicherweise sogar den lange ersehnten Stanley Cup zu holen.

Doch über acht Einsätze mit zwei Assists zum Ende der regulären Saison kam Ehrhoff nicht hinaus und in der anschließenden ersten Playoff Runde gegen die St. Louis Blues war kein Platz mehr für ihn im Team von Trainer Joel Quenneville, der ihn regelmäßig auf die Tribüne verbannte. Von dort musste er schließlich in Spiel 7 tatenlos mit ansehen, wie sein Traum vom Cupgewinn frühzeitig wieder einmal platzte.

Aufgrund der Gegebenheiten und der großen Konkurrenz in der NHL dürfte fraglich sein, ob Ehrhoff im Sommer noch einmal einen Vertrag bei einer Mannschaft bekommt. Probieren wird er es sicherlich, den zu verlieren hat er definitiv nichts, weil sein Stammverein Krefeld Pinguine ihn jederzeit mit Handkuss unter Vertrag nehmen würde. Auf das Geld wird der sympathische Ehrhoff dabei keinen Wert mehr legen müssen, denn durch seine bisherigen NHL-Verträge hat er wohl ausgesorgt.

Erfreulich für das deutsche Eishockey, dass Ehrhoff unmittelbar nach dem Ausscheiden der Blackhawks Bundestrainer Marco Sturm seine Zusage gab, an der IIHF Eishockey-Weltmeisterschaft 2016 vom 6. bis 22. Mai in St. Petersburg teilzunehmen und er am Wochenende zur Mannschaft stoßen wird.

"Ich habe immer gesagt, dass ich jederzeit für die Nationalmannschaft spielen werde, wenn nichts dazwischen kommt", erklärte Ehrhoff in einer Pressemitteilung des Deutschen Eishockey-Bundes."Für mich ist es eine Ehre, das deutsche Trikot zu tragen. Ich möchte meinen Beitrag leisten, dass wir eine gute WM spielen". In 84 Länderspielen kommt er auf elf Tore und 13 Vorlagen. Eine Bilanz, die er nun weiter ausbauen kann.

Ob seine seit 2003 gesammelten 789 NHL-Spiele (mit 74 Toren und 265 Assists) in der regulären Saison und 73 Spiele (mit 7 Toren und 27 Assists) in den Playoffs von ihm noch ausgebaut werden können, steht in den Sternen.

Zahlen auf die Diaz bei weitem nicht kommt, doch der Schweizer war immerhin seit 2011 auch fester Bestandteil der NHL, so dass sein Abschied schwer wiegt, zumal er sich mit 30 Jahren in einem guten Eishockeyalter befindet.

Diaz Bilanz weist 201 Spiele (mit acht Toren und 41 Assists) in der regulären Saison und 13 Einsätze (mit einem Assist) in den Playoffs aus. Die Freude des gebürtigen Baarers war groß, als ihn die Rangers im vergangenen Sommer zum zweiten Mal nach der Saison 2013-14 unter Vertrag nahmen.

Die Freude kehrte sich in Frust, als er zum Ende des Trainingscamps ins Farmteam abgegeben wurde. Diaz setzte sich dem Vernehmen nach danach eine Frist bis November, um in die NHL zurückzukehren oder Nordamerika den Rücken zu kehren.

Die Situation änderte sich nicht, doch die Rangers blieben hart und entließen Diaz nicht aus seinem gültigen Arbeitspapier. Es blieb ihm nichts anderes übrig, als weiterhin seinen Dienst in der AHL zu verrichten.

Erschwerend kam hinzu, dass Diaz gelegentlich verletzt war und immer ausgerechnet dann, wenn ihn Trainer Alain Vigneault in der NHL gebraucht hätte. Ironie des Schicksals, dass er bei der entscheidenden Niederlage in Spiel 6 der ersten Runde der Eastern Conference Playoffs gegen die Pittsburgh Penguins sein Saisondebüt in der NHL geben durfte und sogar einen Treffer, den letzten der Rangers Saison, vorbereitete.

Es könnte das letzte NHL-Spiel des Schweizers gewesen sein, denn bereits im Winter hatte er einen Vertrag ab Sommer 2016 über mehrere Jahre bei seinem Schweizer Heimatklub EV Zug unterschrieben. Dieser enthält allerdings eine Ausstiegsklausel, falls Diaz in der NHL einen neuen Vertrag über zwei Jahre unterschreiben würde.

Eine Parallele zwischen Ehrhoff und Diaz bleibt zum Schluss noch. Beide Spieler werden wohl am kommenden Dienstag, den 3. Mai in Basel beim WM-Vorbereitungsspiel Schweiz gegen Deutschland auf dem Eis stehen und gegeneinander antreten. Diaz hatte dem Schweizer Cheftrainer Patrick Fischer ebenfalls seine Teilnahme an der WM zugesagt.

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