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Kandidaten für Team Europa beim World Cup

von Stefan Herget / NHL.com

Der World Cup of Hockey 2016 vom 17. September bis 1. Oktober 2016 wirft seine Schatten voraus.

Das zu gründende Team Europa hat mit Kanada, USA und Tschechien in der Gruppe A eine schwere Aufgabe vor sich und bereits jetzt stellt sich die Frage, welche Spieler könnten Europa am besten vertreten und den Gruppengegnern das Leben schwer machen.

Die Entscheidung in der Realität treffen Präsident Franz Reindl, General Manager Miroslav Satan und Trainer Ralph Krueger, sowie sein Assistenten Paul Maurice und die Scouts Peter Bondra, Sean Burke, Lorne Henning, Vaclav Nedomansky und Ricky Olczyk.

Die ersten 16 Spieler des 23 Mann umfassenden Kaders müssen bis 1. März 2016 benannt werden, die restlichen Sieben bis zum 1. Juni 2016.

Wir werfen einen Blick voraus und stellen Ihnen potenzielle Kandidaten vor, wer unserer Meinung nach zum jetzigen Stand im Kader von Team Europa stehen sollte.


Torhüter

Frederik Andersen, Anaheim Ducks, Dänemark

Der 26-jährige Däne befindet sich in seiner dritten Saison bei den Ducks und teilt sich den Posten zwischen den Pfosten mit John Gibson. Nach etwas schwächeren Vorstellungen zu Saisonbeginn, flankiert mit kleinen Verletzungen, ist auf Andersen seit Neujahr in seinen Auftritten Verlass. Fast 95 Prozent gehaltene Schüsse und nur 15 Gegentore in acht Auftritten als Starter und zwei als Ersatzmann sprechen für sich.

Jaroslav Halak, New York Islanders, Slowakei

Die Nummer 1 der Islanders vor seinem deutschen Backup Thomas Greiss, der übrigens ebenfalls starke Leistungen liefert und so Halak schon einige Einsätze „weggenommen“ hat, dürfte im Kader von Team Europa gesetzt sein. Erneut spielt der Slowake, der über zehn Jahre NHL-Erfahrung verfügt, eine gute Saison mit knapp 92 Prozent Fangquote und einem Gegentorschnitt von 2,27.

Jonas Hiller, Calgary Flames, Schweiz

Für den Schweizer lief es bisher in dieser Saison nicht so gut. Der Saisonbeginn war bescheiden und dann warf ihn eine Verletzung zurück, so dass er die Nummer 1 an den Finnen Karri Ramo verlor. Aber wer den 33-jährigen Torhüter kennt, weiß, dass ihn dies nur noch mehr zu guten Leistungen anstachelt. Vorausgesetzt er bekommt die Kurve, dürfte er aufgrund seiner Erfahrung dabei sein.

Weitere Optionen: Thomas Greiss (NYI), Reto Berra (COL), Philipp Grubauer (WAS)

Verteidiger

Zdeno Chara, Boston Bruins, Slowakei

Für die Bruins läuft die Saison nicht optimal, aber Chara steht auch mit 38 Jahren seinen Mann. Auf seine körperliche Präsenz, die er auch offensiv und in den Über- und Unterzahlsituationen einsetzen kann, werden die Verantwortlichen kaum verzichten. In 52 Spielen dieser Saison sammelte er 29 Punkte.

Dennis Seidenberg, Boston Bruins, Deutschland

Die Nummer 44 der Bruins begann die Saison nach einer Rückenverletzung erst im Dezember und seitdem spult er seine Eiszeiten von um die 20 Minuten pro Spiel herunter. Seidenberg ist nicht offensive, sondern defensive Qualität. Von daher stehen nur sieben Vorlagen und kein Tor auf seinem Konto. Aber wie gesagt, dafür sind andere da. Er blockt lieber Schüsse und verteidigt resolut.

Christian Ehrhoff, Los Angeles Kings, Deutschland

Der deutsche Verteidiger war bei den Kings zumeist der siebte Verteidiger und musste sich mit ungewohnt wenig Eiszeit um die 13 Minuten begnügen. Erst diese Woche flog er aus dem Kader und ging über die Waiver-Liste nach Ontario. Trotzdem dürfte der Nummer 10 eine Nominierung für Team Europa winken. Seine zehn Punkte in 40 Spielen sind kein Maßstab und wären mehr, wenn er häufiger am Eis stehen würde.

Mark Streit, Philadelphia Flyers, Schweiz

Auch an Streit dürfte kein Weg vorbeigehen, wenn gleich er mit seinen 38 Jahren ebenfalls den Altersdurchschnitt hebt. Aber der Schweizer hat eine sehr hohe Arbeitsauffassung und ist fitter als manch jüngerer Spieler. Eine Verletzung am Schambein setzte ihn eine Zeit lang außer Gefecht, aber nun ist Streit wieder bei vollen Kräften und steht in der Abwehr der Flyers seinen Mann.

Roman Josi, Nashville Predators, Schweiz

Josi ist dabei seine 55 Punkte aus dem Vorjahr zu wieder-, wenn nicht sogar zu überholen. Der 25-jährige Berner ist nicht erst seit seiner Nominierung für das All-Star Game eines der Aushängeschilder und sein Name wird sicher bereits zur ersten Kaderbenennung am 1. März fallen. Alles andere wäre eine Sensation.

Luca Sbisa, Vancouver Canucks, Schweiz

Der 26-jährige Schweizer war wieder einmal eine Zeit lang verletzt und kann deswegen erst 27 Saisonspiele vorweisen. Wenn er fit ist, dann gilt, der in Italien geborene Verteidiger als solider defensiver Arbeiter mit einer guten Spielübersicht. Ergänzen könnte er sich gut mit einem offensiveren Verteidiger.

Andrej Sekera, Edmonton Oilers, Slowakei

Sekera hat sich zu einem wichtigen Abwehrbestandteil der Edmonton Oilers entwickelt und dort absolviert er um die 20 Minuten Eiszeit pro Spiel. Außerdem verfügt der Slowake über einiges an Erfahrung, die er gut einbringen kann. Seit 2007 ist er Stammspieler in der NHL für Buffalo, Carolina, Los Angeles und Edmonton Oilers. In 55 Spielen konnte er bisher 20 Scorerpunkte sammeln.

Weitere Optionen: Yannick Weber (VAN), Raphael Diaz (NYR), Korbinian Holzer (ANA), Mirco Mueller (SAN)

Stürmer

Leon Draisaitl, Edmonton Oilers, Deutschland, Center

40 Punkte in 46 Spielen sprechen für sich, dass der gebürtige Kölner und Sohn des langjährigen deutschen Nationalspielers Peter Draisaitl ein Bestandteil von Team Europa sein wird. Positiver Effekt sollte sein, dass seine Oilers die Playoffs verpassen und er ausgeruht sein dürfte, auch wenn vorher die Olympia-Qualifikation für Deutschland ansteht.

Zemgus Girgensons, Buffalo Sabres, Lettland, Center

Von seinen 30 Punkten in der Vorsaison ist der Lette zwar mit elf noch ein gutes Stück entfernt, doch Girgensons könnte der einzige Vertreter seines Landes sein, was eine Nominierung schon rechtfertigt, wenn es eine Intension des Managements sein könnte, möglichst viele Nationen einzubinden.

Anze Kopitar, Los Angeles Kings, Slowenien, Center

Der Slowene wird ein Aushängeschild von Team Europa werden. Seine 47 Punkte in 53 Spielen sprechen eine deutliche Sprache. Der 28-jährige Center der Kings wird mit seiner Erfahrung aus 736 NHL-Spielen und dabei gesammelten 657 Punkten eine wichtige Stütze der Europäer sein.

Frans Nielsen, New York Islanders, Dänemark, Center

Der Center der zweiten Reihe bei den Islanders ist mit seinen 31 Jahren ein Urgestein der New Yorker. Seit 2006 gehört er dem Team dauerhaft an und konnte nahezu in jeder Spielzeit solide 30 Punkte einfahren. Nach sogar 58 vor zwei Jahren und 43 im Vorjahr, kann er bisher 34 in 2015-16 vorweisen.

Mikkel Boedker, Arizona Coyotes, Dänemark, LW

Der zweite Däne im Bunde ist auf dem Weg in Reichweite seiner Karrierebestleistung aus 2013-14 mit 51 Punkten zu kommen. 35 Punkte in 53 Spielen sind zumindest eine gute Ausgangsbasis dafür. Mit seinem Landsmann Nielsen könnte Boedker zudem ein ideales Angriffsduo bilden.

Tomas Tatar, Detroit Red Wings, Slowakei, LW

Tatar hatte in der Vorsaison 2014-15 mit 56 Punkten seine Karrierenbestleistung aufgestellt und mit 33 Punkten in 53 Spielen in dieser Saison ist er dabei dieses Ergebnis zu wiederholen. Der 25-jährige Linksaußen der Red Wings befindet sich zudem im idealen Alter.

Thomas Vanek, Minnesota Wild, Österreich, LW

Von der 30 Tore Marke, die er zuletzt 2010-11 knackte, ist er mit bisher 14 Toren noch ein gutes Stück entfernt, eine Nominierung für Team Europa dürfte allerdings bei Vanek trotzdem kaum in Frage stehen. Zu groß ist die Qualität und Erfahrung, die der 32-jährige Österreicher sich mitbringt.

Antoine Roussel, Dallas Stars, Frankreich, LW

Roussel wird die Ehre zuteil werden die Franzosen im Team Europa zu vertreten und die Nummer 21 der Stars bringt auch die körperliche Robustheit für das physische Spiel mit, um Gegnern Furcht einzuflößen und sich Respekt zu verschaffen. 517 Strafminuten in 253 Spielen seiner Karriere sprechen eine deutliche Sprache.

Marian Gaborik, Los Angeles Kings, Slowakei, RW

Gaborik hat schon einige Höhen und Tiefen in seiner Karriere mitgemacht. Auch in 2015-16 läuft es nicht so optimal für den 33-jährigen Slowaken. Mit 21 Punkten in 53 Spielen ist er weit von seinen Bestleistungen um die 80 Punkte entfernt. Trotzdem kann auf seine Qualität kaum verzichtet werden, zumal er immer in Topform war, wenn er für die Slowakei auflief.

Michael Grabner, Toronto Maple Leafs, Österreich, RW

Die Leistungen des 28-jährigen Villachers stagnieren auch bei den Maple Leafs, denen er seit September angehört. Mit nur elf Punkten in 51 Spielen ist er ein Wackelkandidat, aber seine Schnelligkeit spricht für ihn. Fraglich wird sein, wie sich seine Vertragssituation entwickelt, nachdem sein aktueller Kontrakt in Juni ausläuft.

Marian Hossa, Chicago Blackhawks, Slowakei, RW

37 Jahre ist Hossa schon und anscheinend kämpft er etwas mit der Belastung der vergangenen Playoffs, die wieder den Stanley Cup Gewinn brachten. Derzeit hat der Slowake nur 28 Punkte in 53 Spielen. Nach seinen 60 bzw. 61 der Vorjahre etwas wenig. Auf seine Dienste zu verzichten, wäre allerdings Frevel, denn seine spielerischen Qualitäten sind unbestritten.

Nino Niederreiter, Minnesota Wild, Schweiz, RW

Gerade hat Niederreiter dem 100. Punkt seiner Karriere erzielt, doch die Torjägerqualitäten des Schweizers leiden zurzeit etwas. Nach 24 Toren in 2014-15 kommt der geborene Churer in dieser Saison erst auf neun Treffer. Aber auf die Spritzigkeit des 23-jährigen Rechtsaußen sollte Trainer Ralph Krueger nicht verzichten.

Mats Zuccarello, New York Rangers, Norwegen, RW

Zuccarello wird Norwegen vertreten dürfen. Der 28-jährige rechte Flügelstürmer befindet sich mit 39 Punkten in 54 Spielen in einer guten Form. Er ist ein Kämpfer, der alles bringt, wenn er auf dem Eis steht. Solche Typen werden gefragt sein, wenn es gegen die favorisierten USA und Kanada in der Vorrunde geht.

Weitere Optionen: Tobias Rieder (ARZ), Michael Raffl (PHI), Thomas Raffl (WPG), Sven Baertschi (VAN), Kevin Fiala (NAS), Sven Andrighetto (MON), Nikolaj Ehlers (WPG)

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