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Kanada und USA verzichten beim WCoH auf wichtige Spieler

von Stefan Herget / NHL.com

Der World Cup of Hockey vom 17. September bis 1. Oktober 2016 in Toronto wirft weiter seine Schatten voraus. Seitdem Ende Mai die Kader aller Teams komplettiert wurden, steht fest, welche Spieler dabei sind, aber auf welche verzichtet wurde. Darunter sind einige Überraschungen.

Dass gerade die Kader von Kanada und USA eine große Dichte aufweisen und deswegen sehr gute Spieler, die in anderen Nationen mit Handkuss genommen würden, durch das Raster fallen, ist verständlich. Es sind eben nur 23 Plätze zu vergeben.

Doch einige Entscheidungen der Teamleitungen haben durchaus Kopfschütteln ausgelöst. Gut, die Verantwortlichen müssen wissen, welche Spieler am besten zu einem Team zu formen sind, doch sie müssen nicht recht behalten.

Wenn die laufenden Playoffs zu Rate gezogen werden, dann ist der Verzicht der USA auf Phil Kessel, den führenden Scorer der Pittsburgh Penguins auf dem Weg zu einem möglichen Stanley Cup Gewinn und heißer Kandidat auf den Gewinn der Conn Smythe Trophy als der wertvollste Spieler der Playoffs. Der 28-jährige rechte Flügelstürmer hat bisher in den Playoffs zehn Tore und zwölf Assists gesammelt.

Zu wenig anscheinend für USA Trainer John Tortorella, der in dem Kader ganz offensichtlich Spieler, mit denen er schon zusammengearbeitet hat, den Vorzug gegeben hat. Columbus Blue Jackets Brandon Dubinsky zum Beispiel oder Tampa Bay Lightnings Ryan Callahan, die Ende Mai nachnominiert wurden, haben unter Tortorella gespielt.

Kessel lief zuletzt zwei Mal für sein Land bei den Olympischen Winterspielen auf und hat dabei nicht enttäuscht. In Sotschi 2014 verbuchte er mit fünf Toren und acht Punkten die meisten seines Teams.

Bei Kanada vermissten viele schon bei der ersten Nominierung am 2. März die Namen von Verteidiger P.K. Subban und Stürmer Corey Perry und dachten diese wären sicher Ende Mai unter den letzten sieben Nachnominierten.

Doch dem war nicht so. Gut Perry hatte zu Beginn der Saison nicht seine beste Zeit, genau wie seine gesamte Mannschaft, aber Ryan Getzlaf, sein vermeintlicher Zwillingsbruder, weil sich die beiden blind verstehen, ist vertreten.

Immerhin drehte Perry in der zweiten Saisonhälfte und holte noch 62 Punkte (34 Tore, 28 Assists) in 82 Spielen der regulären Saison. Vielleicht war für ihn letztendlich negativ, dass er in den sieben Playoffspielen der ersten Runde ohne Treffer blieb und nur vier Vorlagen schaffte.

Getzlaf wird also in Toronto ohne seinen gewöhnlichen Sturmpartner auskommen. Wie sich das auf seine Leistung auswirken wird, werden wir beim Turnier sehen.

Verteidiger P.K. Subban von den Montreal Canadiens büßte zwar diese Saison etwas von seiner Torgefahr ein, indem er in 68 Spielen nur sechs Treffer markieren konnte, aber insgesamt 45 Vorlagen deuten deutlich auf seine offensive Stärke, die gepaart ist mit defensiver Robustheit, hin.

Trainer Mike Babcock und sein Team entschieden sich zum Beispiel Brent Burns von den San Jose Sharks zu nehmen, der alle Verteidiger in den Playoffs mit beeindruckenden 23 Punkten anführt und damit vielen Stürmern Konkurrenz macht.

Fraglich bleibt aber natürlich, ob Spieler, die lange in der Saison, also bis heute, aktiv sind, im September schon wieder auf der Höhe ihres Spieles sein werden. Erfahrungsgemäß brauchen solche Mannschaften in der kommenden regulären Saison einiges an Anlaufzeit, um ihr Spiel wieder auf Höchstniveau zu bringen.

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