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Kanada steht nach Sieg gegen USA im Finale

von Marc Röesch / NHL.com

Im zweiten Halbfinale der Eishockey Weltmeisterschaft konnte sich das Team Kanada in einer hochklassigen Partie mit 4-3 gegen die US-Amerikanische Landesvertretung durchsetzen. Im Ice Palace zu Moskau erzielten Brendan Gallaghar, Brad Marchand, Derick Brassard und Ryan Ellis die Tore für den Finalgegner von Finnland. Auston Matthews, David Warsofsky und Tyler Motte trafen für die US-Auswahl, die trotz engagiertem Auftritt gegen reifere Kanadier verdient den Kürzeren zog.

Die kanadischen Titelverteidiger versuchten von Beginn an das Spielgeschehen zu diktieren. Obwohl sie ihren südlichen Nachbarn in der Anfangsphase einige Schüsse gewähren ließen -- Jordan Schroeder und Hudson Fasching kamen zu brandgefährlichen Torchancen --, ging der Spielplan von Coach Bill Peters zunächst auf: In der neunten Spielminute umkurvte Frechdachs Brendan Gallaghar das US-Amerikanische Gehäuse und brachte das Spielgerät aus spitzem Winkel in Richtung Keith Kinkaid. Dieser konnte Gallaghars ersten Versuch noch abwehren, musste seinen zweiten jedoch passieren lassen. Es war Brendan Gallaghars zweites Turniertor.

In den folgenden Minuten nahmen die Kanadier immer mehr das Heft in die Hand und drückten gegen rustikaler agierende US-Boys auf den nächsten Treffer. Dieser sollte zwei Minuten vor dem ersten Pausengang fallen: Nach Scheibengewinn in der Defensivzone schaltete Brad Marchand blitzschnell auf Angriff um. Den folgenden 2-auf-1 Sturmlauf kombinierte er wunderschön mit Cody Ceci zum 2-0 aus.

Die Kabinenansprache von John Hynes muss das junge US-Team wachgerüttelt haben und so zeigten die Blauweißen im Mittelabschnitt ein völlig verändertes Gesicht. Es liefen noch die letzten Sekunden einer Strafzeit gegen Derick Brassard wegen Spielverzögerung aus dem Eröffnungsdrittel, da brachte Youngster Auston Matthews einen Schlagschuss von Links auf den kanadischen Kasten. Sein Hammer schlug, noch von einem Kanadier abgefälscht, im oberen rechten Eck zum 2-1 Anschlusstreffer ein.

Das kanadische Team hatte sich im Mittelabschnitt noch keine eigene Chance herausgespielt, da trafen die US-Amerikaner erneut: In der 24. Spielminute knallte David Warsofsky das Spielgerät sehenswert vom rechten Bullykreis unter die Latte. Die Vorlage zum 2-2 Anschlusstreffer gaben Brock Nelson und Hudson Fasching.

Auch in den folgenden Minuten spielten nur die in blau gekleideten US-Amerikaner. Wirbelwind Matthews zog mehrmals brandgefährlich vors Tor, scheiterte jedoch am glänzend aufgelegten Cam Talbot. In der 29. Spielminute schafften die US-Boys dann die Wende: Dylan Larkin brachte die Scheibe aus der rechten Ecke zu Tyler Motte, der im Slot viel zu Frei zum Schuss kommt. Sein Abschluss landete aus kürzester Distanz über dem rechten Schoner des kanadischen Keepers.

Die zu diesem Zeitpunkt verdiente Führung der engagierten US-Amerikaner sollte jedoch nicht lange halten. In Minute 35:50 glich Derick Brassard die Partie erneut aus. In einer unübersichtlichen Situation vor dem US-Gehäuse kam das Spielgerät zum New York Rangers Stürmer, der kaltschnäuzig zum 3-3 einschob.

Zwei Minuten später musste Mark Stone die Partie verletzungsbedingt beenden. Connor Murphy agierte in der neutralen Zone viel zu ungestüm und beförderte den Rechtsaußen unschön von hinten in die Bande. Es entwickelte sich ein munteres Spielchen, in dem sich vor allem die Kanadier zwingendere Tormöglichkeiten herausspielen konnten. Zu besten Einschussmöglichkeiten kamen Taylor Hall und Corey Perry. Hall scheiterte jedoch an der Querlatte und Perry missglückte ein Kunstschuss, als er die Scheibe in Baseballmanier auf Kinkaids Kasten bringen wollte. So traten die nordamerikanischen Kontrahenten mit einem Remis den letzten Kabinengang an.

Kurz nach dem Wiederanpfiff profitierte dann Ryan Ellis von einem Wechselfehler der Amerikaner und lief völlig ungestört über die blaue Linie. Etwa zwei Meter vor dem rechten Bullykreis setze er zu einem Schlagschusslaser an, den er halbhoch zur spielentscheidenden 4-3 Führung ins US-Gehäuse schweißte.

Das amerikanische Team zeigte sich in den letzten 18 Minuten finalwürdig bemüht und brachte jede Scheibe zum Tor, doch die sattelfeste Defensive des Titelverteidigers sollte nicht mehr zu knacken sein. Damit folgen die Kanadier den Finnen ins Finale des Turniers. Die US-Auswahl wird bereits am Sonntagnachmittag im Spiel um Platz drei auf die Sbornaja treffen.

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