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Joe Thornton und Patrick Marleau noch nicht am Ziel

von Stefan Herget / NHL.com

Als die San Jose Sharks im Jahr 2014 die Verträge mit den damals 34-jährigen Joe Thornton und Patrick Marleau um jeweils drei Jahre verlängerten und ihnen weiterhin das Vertrauen schenkten, noch Erfolge feiern zu können, wähnten viele, dass die Franchise auf dem Holzweg sei und dringend einen Neuanfang bräuchte, anstatt auf die erfahrenen Routiniers zu setzen.

Schließlich lechzen sie im Norden von Kaliforniens schon lange nach dem ganz großen Erfolg, der mittlerweile im Süden des Bundesstaates durch die Stanley Cup Siege der Anaheim Ducks in 2007 und der Los Angeles Kings 2012 und 2014 längst angekommen ist.

Für die ambitionierten Sharks reichte es indes vor dieser Saison nur zu drei Qualifikationen in das Western Conference Finale, wo sie 2004 gegen die Calgary Flames mit 2-4, 2011 gegen die Vancouver Canucks mit 1-4 und 2010 gegen die Chicago Blackhawks mit 0-4 scheiterten.

Trotzdem haben die Sharks seit der Saison 2003-04 in der NHL mit 13 am zweitmeisten Playoffserien nach den Chicago Blackhawks gewonnen. Doch während 15 andere Mannschaften, also die halbe NHL, in dieser Spanne das Stanley Cup Finale mindestens einmal erreicht haben, reichte es für die Sharks nicht.

Nach dem Verpassen der Playoffs in der vergangenen Saison schienen die Skeptiker sich bestätigt zu fühlen, dass sich die Zeit eines Thornton und Marleau als Führungsspieler, die liefern können, dem Ende neigen würde.

Nun etwas mehr als 13 Monate später straften sie diese Personen Lügen, indem beide wesentlichen Anteil daran hatten, dass die Sharks nach dem 5-2 Erfolg gegen die St. Louis Blues in Spiel 6 erstmals in ihrer 25-jährigen Geschichte in das Stanley Cup Finale einziehen und dort ab kommenden Montag auf den Sieger des Eastern Conference Finales Pittsburgh Penguins gegen Tampa Bay Lightning treffen.

Endlich nach 24 Spielzeiten, 18 Playoff-Teilnahmen und so vielen Enttäuschungen verdiente sich San Jose die Chance um den Stanley Cup zu spielen. Die Spieler stürmten nach dem Ablauf der letzten Sekunden auf das Eis und bildeten eine Jubeltraube.

Mittendrin Thornton und Marleau. Letzterer ein Sharks in seiner gesamten Karriere. Er absolvierte 18 der insgesamt 24 Spielzeiten und 16 der 18 Playoffteilnahmen, inklusive aller vier Conference Finales. So kommt er auf 1.411 Spiele in der regulären Saison und 165 Playoffspiele für San Jose. Und jetzt geht mit dem ersten Stanley Cup Finale ein Traum in Erfüllung, der nur noch eine Steigerung kennt: Den Gewinn des Stanley Cups.

Thornton sagte nach dem Spiel dem Fernsehsender NBCSN auf die Frage, wen er sich im Finale wünsche einfach nur überglücklich, dass er beide spielen werde. Der Kanadier ist seit einem Trade von den Boston Bruins (unter Beteiligung des Deutschen Marco Sturm) am 30. November 2005 ein Shark. Er kommt seitdem auf 835 Spiele in der regulären Saison und 149 in den Playoffs für San Jose.

Beide, Marleau und Thornton, trugen schon das C auf der Brust und mussten viel Kritik einstecken, wenn es einmal nicht so lief. Trotzdem hielten sie den Sharks die Treue, ebenso wie das Teammanagement ihren Führungsqualitäten vertraute. Diese beidseitige Denkweise führte auch zur Vertragsunterzeichnung vor zwei Jahren.

"Ich kann es nicht bezeugen, weil alles, was ich von ihnen gesehen habe, ist dieses Jahr, das ich mit ihnen verbringen durfte, wie hart diese Jungs jeden Tag arbeiten, wie verbindlich sie sind, wie dringend sie gewinnen wollen", sagte Trainer Peter DeBoer, den die Sharks im Sommer verpflichtet hatten. "Ich denke nicht, dass sich das die letzten zehn Jahre geändert hat. Ich denke nur, aus welchen Gründen auch immer, hat es bisher nicht gepasst."

Thronton ist aber weit davon entfernt, sich in den Vordergrund zu stellen. "Wir glauben ernsthaft, dass wir ein ausgeglichenes Team haben", erzählt er. "Sie haben es heute gesehen, alle 12 Stürmer haben wichtige Aufgaben erfüllt. Sechs Verteidiger hatten großen Anteil. [Jones] spielte großartig. Das ist wirklich ein Mannschaftserfolg von oben bis unten."

Und die Sharks sind heiß auf mehr. Nur Torhüter Martin Jones hat bisher den Stanley Cup gewonnen und das als Backup von Jonathan Quick bei den Kings, wo er nur auf der Bank saß. "Wir sind noch nicht am Ziel", betonte auch sofort Thornton entschlossen. "Ich werde das Ihnen gleich jetzt sagen."

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