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ESDW Blues gegen Jets: 5 Gründe einzuschalten

Divisionsspitzenduell mit Luca Sbisa im Fokus beim NHL Europa-Spiel der Woche am Sonntag

von Stefan Herget @NHLde / NHL.com/de Freier Chefautor

NHL.com/de geht jeden Freitag in der Saison 2019/20 auf das am Samstag oder Sonntag zur Primetime in Europa stattfindende NHL Europa-Spiel der Woche besonders ein, indem fünf Gründe für das Anschauen der Partie, vorgestellt werden. In dieser Ausgabe geht es um das Spiel der St. Louis Blues gegen die Winnipeg Jets.

Am Sonntag um 21.00 Uhr MEZ (live bei Sport1+, DAZN, Teleclub Sport, NHL.tv) treten im Enterprise Center von St. Louis die gastgebenden St. Louis Blues gegen die Winnipeg Jets an. Bei den Gästen wird in der Verteidigung sehr wahrscheinlich der Schweizer Luca Sbisa zu beobachten sein. Es gibt aber weitere Gründe nicht nur für die Fans in der Schweiz, sondern auch für die Zuschauer in Deutschland und Österreich, zur besten Sendezeit in Europa NHL-Eishockey auf hohem Niveau live anzuschauen. Beide Mannschaften treffen bereits am Freitag aufeinander und treten zum zweiten Mal innerhalb von drei Tagen gegeneinander an. Außerdem handelt es sich um ein Duell der Central Division zwischen den führenden Blues und den zwei Ränge hinter ihnen liegenden Jets. Kann Winnipeg den Rückstand verkürzen und Revanche nehmen für die Niederlage in den Stanley Cup Playoffs 2019? 

Fünf Gründe, warum es sich lohnen wird, das Spiel live anzuschauen:

Etwas Action mehr nach Weihnachten
Wer es leid ist jeden Abend Dart-WM mit zwar gelegentlich spannenden Begegnungen, aber doch vielen komisch gekleideten und abfeiernden Fans zu schauen und sich nach etwas mehr körperlichen Kontakt und Action im Fernsehen nach den Weihnachtsfeiertagen sehnt, der sollte am Sonntag NHL-Eishockey einschalten. Eishockey gilt als schnellste Mannschaftssportart der Welt und hat immer viel zu bieten: Tempo, Körperkontakt, Kampf, Verbissenheit, Technik auf hohem Niveau, spektakuläre Torhüterparaden und nicht zuletzt Tore zum Staunen, sei es durch einen harten Schlagschuss, präzisen Handgelenkschuss, durch technische Finessen und Kabinettstückchen oder tolle Passsequenzen. Wenn der amtierende Stanley Cup Sieger und Führende der Central Division auf die Drittplatzierten trifft, dann sollte das für ein entsprechend hohes Niveau der Partie stehen.   

Rückspiel vom Freitag
Das erste von vier Duellen gegeneinander in dieser Saison fand am Freitag im Bell MTS Place von Winnipeg statt und die Blues entführten mit einem 5:4 nach Verlängerung beide Punkte. Bereits 43 Stunden später am Sonntag sehen sich beide Teams in St. Louis wieder. Solche Vergleiche kurz hintereinander sind immer von besonderem Interesse, weil zu sehen ist, welche unmittelbaren Lehren aus dem vorherigen Spiel gezogen werden. Die Blues haben ihre erspielte Serie von sieben Siegen mit einer Tordifferenz von 29:15 zu verteidigen und wollen das für sie so phänomenale Jahr 2019, in dem sie zum Jahresbeginn Letzter der NHL waren und trotzdem im Juni erstmals in ihrer Geschichte den Stanley Cup gewinnen konnten, in den drei verbleibenden Spielen sicher krönen. "Es ist verrückt, was ein bisschen Siegen und Vertrauen in einer Mannschaft ausrichten können", erzählte Blues-Stürmer Brayden Schenn der Zeitung St. Louis Post-Dispatch. "Wir fühlen uns gerade richtig als Gruppe. Wir haben Erfolg und mit dem schwimmen wir einfach mit." 

Jets kämpfen um Platz unter den ersten Drei
Nach fünf Niederlagen in den letzten sieben Spielen und 26 Gegentreffern in den fünf Pleiten, sind die Jets gefordert, um den dritten Platz in der Central Division zu verteidigen. Die Dallas Stars stehen einen Punkt und die Nashville Predators zwei Punkte, aber auch mit einem absolvierten Spiel weniger, hinter Winnipeg in Lauerstellung. Tiefpunkt war das 2:6 im letzten Spiel vor Weihnachten gegen die Montreal Canadiens, nach der Jets-Trainer Paul Maurice hoffte, seine Spieler würden in der kurzen Pause den Kopf freikriegen. "Wir werden keine Videos anschauen und neu starten. Keiner wird das mit sich rumtragen", betonte er. "Es war ein schwerer Abend heute. Wir hatten viele gute Abende, aber dieser war schwer." Ein Problem der Jets ist, dass Torhüter Connor Hellebuyck nach einem glänzenden November mit einer 8-2-1 Bilanz sowie einem Gegentorschnitt von 1,85 pro Spiel und einer Fangquote von 94,4 Prozent, im Dezember einbrach. Nur vier Siege aus neun Partien (4-3-2) und ein Gegentorschnitt von 3,10 sowie eine Fangquote von 90 Prozent stellen einen deutlichen Rückgang dar. Außerdem würde den Jets etwas mehr Tiefe im Sturm hinter den Top-Spielern Mark Scheifele (acht Tore, acht Assists in den vergangenen elf Spielen), Patrik Laine (acht Tore, neun Assists in 14 Spielen) und Kyle Connor (neun Tore, acht Assists in 14 Spielen) gut tun.  

Wichtiges Divisionsduell
Da die Jets und Blues direkte Konkurrenten in der Central Division sind, hat das Aufeinandertreffen eine wichtigere Bedeutung als manch andere Partie. Innerhalb der Division werden zunächst drei feste Plätze für die Stanley Cup Playoffs ausgespielt, ehe zusammen mit der Pacific Division innerhalb der Western Conference zwei weitere Wildcard-Plätze an die punktbesten Teams hinter den jeweiligen drei Bestplatzierten vergeben werden. In der abgelaufenen Saison lautete die Bilanz der Jets gegen die Blues verheißungsvoll drei Siege bei einer Niederlage. Allerdings trafen beide Mannschaften in den Playoffs erneut und zum ersten Mal in ihrer Geschichte aufeinander. St. Louis hatte bekanntlich das bessere Ende für sich, obwohl die Jets als Zweiter der Division gegen den Dritten St. Louis zum Auftakt Heimrecht genossen und als Favorit in die Serie gegangen waren. Zum ersten Mal seit dem Western Conference Finale 2004 siegte in den ersten fünf Spielen jeweils das Auswärtsteam. Die Blues machten schließlich durch ein 3:2 zu Hause in Spiel 6 dank eines lupenreinen Hattricks von Jaden Schwartz alles klar und zogen in die zweite Runde ein. Eishockeyspieler beschönigen solche Umstände für gelegentlich, doch in den Hinterköpfen wird das sicher ein Thema sein, wenn sich die Teams sich zum ersten Mal seitdem wiedersehen.  

Luca Sbisa im Fokus
Es ist fast ein bisschen wie ein Cinderella-Märchen. Verteidiger Sbisa stand 2018 mit den Vegas Golden Knights als Stammspieler im Stanley Cup Finale gegen die Washington Capitals, doch der kaum zu erwartende Absturz folgte auf dem Fuße. Sein Vertrag in Vegas wurde nicht verlängert und so war Sbisa auf der Suche nach einem neuen Team und fand in den New York Islanders einen Abnehmer. Doch die Saison entwickelte sich für den 29-jährigen Schweizer zu einer herben Enttäuschung. Obwohl er fit war, durfte er nur neun Einsätze absolvieren und fand sich zumeist auf der Tribüne wieder. Ein Horror für einen Spieler, der sich eigentlich für einen neuen Vertrag empfehlen will, nachdem das Arbeitspapier bei den Islanders nur ein Jahr gültig war. Es folgte eine lange Suche im Sommer, während der auch häufig eine Rückkehr in die Heimat im Raum stand. Doch Sbisa wartete geduldig und wurde belohnt. Am 23. Oktober verpflichteten ihn die Anaheim Ducks, bei denen er bereits von 2009 bis 2014 aktiv war. Um ihm Spielpraxis zu geben, wollten ihn die Ducks über die Waiverliste ins Farmteam schicken und hatten die Rechnung ohne die Jets und deren Trainer Maurice gemacht, der Sbisa gut als Co-Trainer von Team Europa beim World Cup of Hockey 2016 kannte. Nun ist der Schweizer in Winnipeg aktiv und trägt zur Stabilität der Defensive bei. In 25 Spielen gelangen ihm aber auch schon zwei Tore und fünf Assists. "Manches, was ich in den vergangenen Jahren durchgemacht habe, war sicherlich nicht einfach: die Verletzungen oder fast eine ganze Saison nur auf der Tribüne zu sitzen", sagte Sbisa Anfang Dezember im Gespräch mit NHL.com/de. "Da haben mich viele Leute gefragt, woher ich meine Zuversicht nehme. Ich bin jemand, der immer versucht, aus schwierigen Situationen das Beste zu machen. Man muss einfach positiv bleiben. Ich habe viel im mentalen Bereich gearbeitet, auch was mein Spiel betrifft und bin sehr zufrieden, wie die Dinge im Moment laufen." Davon dürfen sich die Zuschauer am Sonntag selbst ein Bild machen.

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