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Jeder kann jeden schlagen

von Bernd Roesch / NHL.com

Fast unbemerkt haben die vermeintlichen Underdogs aus Columbus und Buffalo wieder Anschluss ans Mittelfeld gefunden.

Auch die Florida Panthers, denen man kaum zugetraut hatte, um die Vergabe der Playoffplätze ein Wörtchen mitreden zu können, konnten überzeugen und liegen aktuell punktgleich mit den Traditionsmannschaften aus Boston und New York im Rennen um eine Wildcard.

Vor 14 Tagen hatten die Columbus Blue Jackets, als Tabellenletzter der Eastern Conference und punktschlechteste Mannschaft der NHL, einen Rückstand von 13 Zählern auf eine Wildcard. Nun, nach sechs Siegen in Folge, hiervon drei in der letzten Woche, beträgt dieser Rückstand gerade noch sechs Punkte.

Selbst der dritte Platz in der Metropolitan Division ist für sie wieder in Reichweite.

Bei ihren Erfolgen über die Philadelphia Flyers, Washington Capitals sowie am Wochenende zuhause gegen die Pittsburgh Penguins bewiesen die Blue Jackets Ausdauer und Nervenstärke.

In allen drei Partien musste das Team von Todd Richards eine Zusatzschicht einlegen und hatte jeweils, zweimal in der Overtime, einmal im Penaltyschießen, das bessere Ende für sich.

Schlussmann Sergei Bobrovsky, der insgesamt 98 Mal geprüft wurde und nur sieben Gegentreffer zuließ, erwies sich als ihr starker Rückhalt.

Zuvor hatten die Blue Jackets sechs reguläre Saisonspiele hintereinander gegen Pittsburgh verloren und ihr letzter Auswärtssieg im Verizon Center von Washington datierte vom 1. November 2009.

Am Limit ihrer Möglichkeiten spielen zurzeit auch die Buffalo Sabres.

Sie fuhren drei Heimsiege gegen die Los Angeles Kings (1-0), Calgary Flames (4-3) und gegen die Florida Panthers (4-3 OT) ein. Auf heimischen Eis sind die Sabres mittlerweile seit fünf Partien ungeschlagen.

Nikita Zadorov avancierte zum Matchwinner bei ihrem Auftritt gegen die Panthers. 29 Sekunden waren in der Verlängerung beim Stande von 3-3 gespielt, als der russische Verteidiger das erste Siegtor in seiner NHL-Karriere markieren konnte.

Der 19-Jährige ist damit der jüngste Verteidiger in der Geschichte der Sabres der einen Overtime-Treffer erzielt hat. Nur Sabres Stürmer Pierre Turgeon war am 21. Januar 1989 96 Tage jünger gewesen als Zadorov am Samstag. Für Aufsehen sorgt auch ein junger lettischer Stürmer der Sabres. Zemgus Girgensons ist sein Name.

Er führt das 2015 NHL All-Star Fan Voting vor so namhaften Spielern wie Patrick Kane, Jonathan Toews oder Sidney Crosby an. 82 Prozent der Stimmen für den 20-jährigen, in Riga geborenen Center stammten von Fans aus seiner Heimat.

Girgensons ist aktuell mit neun Toren und acht Assists Buffalos zweitbester Scorer und weist mit +5 den besten +/-Wert aller ihrer Stürmer aus.

Während die Chicago Blackhawks nach acht Siegen in Folge in der Nacht von Samstag auf Sonntag wieder einmal verloren, sie unterlagen den New York Islanders mit 2-3, bauten die Anaheim Ducks ihre Erfolgsserie auf sieben doppelte Punktgewinne hintereinander aus.

Die Kalifornier sind mit 47 Zählern aktuell das punktbeste Team der Liga. Auf ihre Verfolger in der Pacific Division haben sie einen deutlichen Vorsprung von neun Zählern. Bei den sieben Siegen stand jeweils Frederik Andersen im Kasten der Ducks.

Er ist damit nach Guy Hebert in 1995/96 und Jonas Hiller in 2013/14 der dritte Torhüter in der Franchisegeschichte der Ducks der sieben Siege hintereinander feiern konnte.

Persönliche Erfolge konnten mit Nino Niederreiter und Mark Streit auch zwei Schweizer feiern.

Bei der furiosen Aufholjagd der Minnesota Wild, mit vier Treffern im Schlussdrittel nach einem 1-4 Rückstand, gelang Niederreiter gegen die New York Islanders, knapp 4 1/2 Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit das 5-4 Siegtor.

Man könnte durchaus den Eindruck gewinnen, dass der 22-jährige Rechtsaußen besonders motiviert ist, wenn es gegen seinen Ex-Club geht.

In den drei Begegnungen seit seinem Trade im Sommer 2013 gelangen ihm zwei Tore und zwei Assists.

Während Niederreiter noch am Anfang seiner NHL-Karriere steht, kann Mark Streit schon auf zehn Jahre NHL-Erfahrung zurückblicken. Am Dienstag gegen die Blue Jackets bestritt er seine 600. NHL-Partie. Zwei Tage später feierte er seinen 37.

Geburtstag und beschenkte sich und sein Team mit zwei Assists beim 4-1 Erfolg über die New Jersey Devils.

Ein Jubiläumsspiel hatte auch Roman Josi. Der Schweizer Blueliner streifte vergangenen Donnerstag zum 200.

Mal das Trikot der Nashville Predators über. Beim klaren 5-1 Sieg in Arizona gelang ihm auch noch ein Assist zum 2-1 Führungstor von James Neal. Dagegen trennen sich die Wege von Damien Brunner und den New Jersey Devils.

Die Devils setzten den Schweizer Stürmer Mitte letzter Woche auf die Waiverliste und dieser unterschrieb einen Vertrag beim HC Lugano.

Und was ist sonst noch passiert? Dave Cameron musste am Donnerstag bei seinem sein Debut als Trainer der Ottawa Senators eine 3-5 Heimniederlage wegstecken.

Seinen ersten Sieg als Headcoach konnte er jedoch 48 Stunden später mit 3-2 nach Penaltyschießen bei den Boston Bruins einheimsen.

Schließlich gab die NHL noch bekannt, dass sie diesen Montag mit dem Aufbau der Eisfläche für das Bridgestone NHL Winter Classic Game beginnen wird.

Dieses bestreiten am Neujahrstag die Capitals und die Blackhawks im Nationals Park der US-Hauptstadt.

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