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In Spiel 4 lief bei den Sharks einiges schief

von Bernd Roesch / NHL.com

Drei Spiele lang hatten die San Jose Sharks weitestgehend ihren Gegner im Western Conference Finale, die St. Louis Blues, beherrscht. Drei Spiele lang bereitete ihnen die Mannschaft von Ken Hitchcock nur wenige Probleme. Drei Spiele lang sah es danach aus, als könnten die Sharks vorzeitig in das Stanley Cup Finale einziehen - zum ersten Mal in ihrer Franchisegeschichte.

Doch das vierte Aufeinandertreffen am Samstag im SAP Center von San Jose verlief völlig anders als erwartet. Die Sharks verloren zuhause deutlich mit 3-6 Toren und hatten nicht den Hauch einer Chance, diese Partie für sich zu entscheiden. Nun steht es nach vier Spielen 2-2 Unentschieden und aus der Best-of-7 Serie wurde ein Best-of-3 Conference Finale.

Zum einen ist das dem Umstand geschuldet, dass Gästetrainer Ken Hitchcock bemerkt hatte, was bei seinem Team in den ersten drei Spielen falsch gelaufen ist, zum anderen waren die Sharks nicht bereit die Herausforderung richtig anzunehmen. Auch wenn ihre Spieler nach den zwei letzten Siegen jeweils beteuerten, dass sie ihren Gegner nicht unterschätzen werden und die Serie noch lange nicht gelaufen sei, man bekam den Eindruck, dass sie in Spiel 4 von Beginn an nicht richtig bei der Sache waren.

Als sich dann 131 Sekunden vor Spielende Sharks Verteidiger Brenden Dillion gegen Blues Defensivmann Carl Gunnarson eine Boxeinlage lieferte war es bereits zu spät, um die Mannschaft noch einmal wachzurütteln - die erste Heimniederlage nach zuvor sechs Siegen in Folge war zu diesem Zeitpunkt besiegelt.

Ein Fehler, den die Hausherren begangen, war, dass sie nicht richtig in die Zweikämpfe kamen und falls doch einmal, diese als zweiter Sieger verließen. Die Blues kauften San Jose schnell den Schneid ab. Exemplarisch hierfür steht der Check von St. Louis Verteidiger Alex Pietrangelo an San Joses Torjäger Logan Couture im ersten Drittel.

Couture, der es in den 16 Playoffpartien zuvor auf insgesamt sieben Tore und 13 Assists gebracht hatte, war in diesem Spiel ein Schatten seiner selbst - er blieb gestern Nacht tor- und punktlos.

Selbstkritisch zeigte sich Couture nach der Partie: "Wir hätten mehr Tore schießen müssen. Ich hatte eine Chance, Donskoi hatte eine, doch der Puck rollte ihm vom Schläger. Man kann sich Chancen herausspielen, doch man muss sie auch nutzen."

Nicht mehr wiederzuerkennen waren die Reihen der Special Teams bei den Sharks. Vor dem gestrigen Auftritt zählten ihre Unterzahlzahlformationen zu den Besten in den Playoffs. Nur sieben Gegentore hatten sie in 43 Unterzahlsituationen zugelassen, gestern Nacht trafen die Blues bei vier Powerplays gleich zweimal ins Schwarze. Bei eigenem Powerplay war San Jose stets gefährlich. Fast ein Drittel (28,8%) ihrer Überzahlsituationen endeten in den Spielen zuvor mit einem Torabschluss. In Spiel 4 gegen die Blues ließen sie aber fünf Situationen torlos verstreichen und handelten sich zu Beginn des Mittelabschnitts sogar noch einen Shorthander durch Tyler Brodziak ein, anstatt im Powerplay den Rückstand auf ein Tor zu verkürzen.

Brodziak war es auch, der mit seinem zweiten Playofftreffer nach einer guten halben Stunde die Partie für Sharks hochgelobten Schlussmann Martin Jones vorzeitig beendete. Der 26-jährige Torhüter hatte zu diesem Zeitpunkt nur 15 von 19 Torschüssen der Blues abwehren können. So kam James Reimer ebenso zu seinem ersten Playoffeinsatz, wie sein Gegenüber Jake Allen von Beginn an. Im Gegensatz zu Allen, der 31 Torschüsse abwehren konnte (91,2%), brachte es Reimer auf sechs Rettungstaten bei sieben Schüssen (85,7%).

Die Schlussleute der Sharks waren aber keinesfalls die Hauptverantwortlichen für die Niederlage, ihre Vorderleute haben einfach zu viele Fehler begangen, wie Joe Pavelski folgerichtig resümierte: "Wir haben den Puck, unsere Stürmer gehen früh raus, wir verlieren die Scheibe und plötzlich stehen wir mit 2-gegen-3 in Unterzahl da. Eine solche Spielweise ist nicht charakteristisch für uns und das müssen wir abstellen."

Die Sharks lassen aber ihre Köpfe nicht hängen wie Verteidiger Marc-Edouard Vlasic bestätigte: "Es hat sich nichts geändert. Nun steht es Unentschieden. Wir wissen, dass wir gut spielen können. Sie wissen, dass sie gut spielen können. Dementsprechend ist für Spaß bis zum Ende gesorgt."

Der nächste Spaß findet am kommenden Montag um 2:00 Uhr MESZ im Scottrade Center der Blues statt.

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