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IIHF WM: Der 2. Spieltag für D/A/CH

von Bernd Roesch / NHL.com

Österreich - Schweden 1-6 (0-3/0-3/1-0)

Schweden dominiert gegen Österreich

Einen Tag nach dem 4-3 Überraschungssieg gegen die Schweiz wartete auf das österreichische Team in der O2 Arena von Prag mit dem neunfachen Weltmeister Schweden ein ganz harter Brocken, der sich letztendlich als zu groß erwies. Vor gut 14.000 Zuschauern waren die Skandinavier von Beginn an die spielbestimmende Mannschaft und machten kräftig Druck auf das von Rene Swette gehütete Gehäuse. Immerhin konnte dieser eine knappe Viertelstunde seinen Kasten sauber halten - dann schlug Filip Forsberg(14.) zum ersten Mal zu und es stand 1-0 für den Titelaspiranten.

Ein Doppelschlag von Oscar Klefbom(19.) und Anton Lander(20.) kurz vor der ersten Drittelpause sorgte schon früh für die Vorentscheidung. Auch im Mittelabschnitt trugen die Tre Kronor einen Angriff nach dem anderen vor, doch im Abschluss haperte es zunächst. Wiederum war es Forsberg(29.) von den Nashville Predators, der nach einer knappen halben Stunde mit seinem zweiten Tor den Knoten platzen ließ. Nun ging es Schlag auf Schlag: Innerhalb von 172 Sekunden erhöhte Elias Lindholm(30.) auf 5-0 und Forsberg(32.) komplettierte seinen Hattrick. Nach dem sechsten Gegentor wurde Swette erlöst und durch Bernhard Starkbaum ersetzt. Die Schweden ließen es jetzt etwas ruhiger angehen, ohne dabei das Spiel aus der Hand zu geben. Sie kontrollierten auch im Schlussdrittel das Geschehen auf dem Eis, im Abschluss fehlte es ihnen jedoch an Präzision. Für ihren kämpferischen Einsatz belohnt wurde die österreichische Auswahl durch den Ehrentreffer von Dominique Heinrich(54.). Ihren nächsten Auftritt hat die Mannschaft von Daniel Ratushny am kommenden Dienstag gegen Frankreich. Dann werden die Punkte nicht mehr ganz so hoch hängen, wie an diesem Sonntagnachmittag.

Kanada - Deutschland 10-0 (4-0/5-0/1-0)

Klatsche für die DEB-Auswahl

Sich nicht von den großen Namen der Kanadier beeindrucken lassen, die ersten zehn Minuten schadlos überstehen und selbst die eigenen Chancen nutzen. Mit diesen Vorsätzen ging das deutsche Nationalteam in ihr zweites Spiel bei der Eishockey-WM in Prag. Knapp acht Minuten lang ging das Konzept des deutschen Trainergespanns auch auf. Die Deutschen begannen engagiert, hatten sogar nach 46 Sekunden die erste Torchance durch Thomas Oppenheimer, doch seinen Schuss konnte Martin Jones im Tor der Kanadier gerade noch mit dem Arm über das Gehäuse lenken. In der Anfangsphase, in der sich das Team von Pat Cortina nicht versteckte, kam die DEB-Auswahl sogar zu zwei Überzahlsituationen. Kapital konnten sie daraus jedoch nicht schlagen. Deutlich effektiver gingen die hochfavorisierten Kanadier mit ihren Torchancen um. Gleich die erste nutzte ihr Superstar Sidney Crosby(9.) bei einer 2-gegen-1 Situation zur Führung. Spätestens mit dem 2-0 von Taylor Hall(9.) war auch der Widerstand der deutschen Nationalmannschaft gebrochen. Fortan bekamen sie eine Lehrstunde darüber, wie ein schnelles Umschaltspiel im Eishockey funktioniert, wie die Scheibe durch die Reihen laufen muss, ohne dass der Gegner herankommt und vor allem über die Effektivität im Abschluss. Nach dem Motto 'Jeder Schuss ein Treffer' baute Cody Eakin(17./20.) den Vorsprung bis zur ersten Drittelpause auf 4-0 aus. Der Mittelabschnitt begann wie der erste endete, mit Treffern für Kanada, das zu diesem Zeitpunkt noch keine Gnade kannte.

Nach den Toren von Taylor Hall(23.) und Aaron Ekblad(25.) durfte Dennis Endras seinen Kasten zugunsten von Danny aus den Birken verlassen. Drei Minuten lang konnte der Schlussmann der Kölner Haie sein Tor sauber halten, dann klingelte es auch hinter ihm. Claude Giroux(28.) markierte das 7-0, Tyler Ennis(36.) das 8-0 und Taylor Hall(40.) komplettierte seinen Hattrick.

Vor dem Schlussabschnitt stellte sich nur noch die Frage wie hoch diese zweistellige Niederlage wohl ausfallen wird. Die Ahornblätter zeigten sich gnädig. Ein verwandelter Penalty von Matt Duchene(43.ps) zum 10-0 Endstand blieb das einzige Gegentor in den letzten 20 Minuten.

Frankreich - Schweiz 1-3 (0-1/0-1/1-1)

Schweizer werden ihrer Favoritenrolle gerecht

Nach ihren Niederlagen zum Turnierauftakt standen die französische und Schweizer Auswahl, die am Abend in der O2 Arena aufeinandertrafen, schon unter Zugzwang. Glen Hanlon, der Chefcoach der Eidgenossen, entschied sich für Leonardo Genoni anstatt von Reto Berra im Tor. Auf Seiten der Franzosen stand Cristobal Huet im Kasten. Von der ersten Minute an übernahmen die Schweizer das Kommando und Huet konnte sich nicht über mangelnde Arbeit beschweren. Früh war zu erkennen, dass die ruppig geführten Vorbereitungsspiele beider Teams gegeneinander von vor einer Woche noch nicht vergessen waren. Auch beim heutigen Aufeinandertreffen ging es überhart zu Werke:

Nach einer knappen Viertelstunde, bis zu diesem Zeitpunkt hatte das Schiedsrichtergespann schon acht Strafminuten gegen beide Mannschaften verhängt, bekam Sacha Treille wegen eines Checks zum Kopf eine Spieldauerdisziplinarstrafe und die Franzosen mussten für fünf Minuten ohne einen Mann weniger auskommen. Diese nummerische Überlegenheit nutzte Denis Hollenstein(16.pp) auf Vorarbeit von Roman Josi und Damien Brunner zur hochverdienten 1-0 Führung. Auch im zweiten Drittel verstärkten die Westeuropäer ihre Offensivbemühungen erst, nachdem Josi(22.) früh den Vorsprung auf 2-0 ausbauen konnte. Im weiteren Verlauf gab es für die Schweizer Nati noch mehrere Gelegenheiten für eine Vorentscheidung zu sorgen. Diese sollte jedoch nicht gelingen und so musste es kommen, wie es kommen muss: Damien Raux(49.) brachte die Franzosen zurück ins Spiel und es wurde noch eine Zitterpartie für die Schweizer, die erst in der Schlussminute Reto Suri(60.en) mit einem Empty Net Goal beenden konnte.

Die weiteren Begegnungen des Tages:

Russland – Slowenien 5-3 (3-0/1-2/1-1)

Weißrussland – Slowakei 1-2 OT (0-0-/0-0/1-1/0-1)

Dänemark – Finnland 0-3 (0-0/0-3/0-0)

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