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IIHF-WM 2015: A/D/CH sind dabei

von Bernd Roesch / NHL.com

Ab kommenden Freitag schaut die Eishockeywelt nicht mehr nur auf die Stanley Cup Playoffs, sondern auch nach Tschechien, wo vom 1. bis 17.

Mai die IIHF Eishockey Weltmeisterschaft ausgetragen wird. Auch die Auswahlmannschaften aus der Schweiz, Deutschland und Österreich sind mit von der Partie, wenn es darum geht die beste Eishockeynation zu ermitteln.

Gespielt wird in zwei Gruppen mit jeweils acht Mannschaften.

Gruppe A: Schweden, Kanada, Tschechien, Schweiz, Lettland, Frankreich, Deutschland, Österreich

Gruppe B: Finnland, Russland, USA, Slowakei, Norwegen, Weißrussland, Slowenien, Dänemark

Die Spiele der Gruppe A finden in der O2-Arena der tschechischen Hauptstadt Prag statt, die der Gruppe B in der CEZ Arena von Ostrava. Der Erste einer jeden Gruppe qualifiziert sich für die K.O.-Runde, für die zwei Tabellenletzten der Vorrunde heißt es aus der Top-Division Abschied zu nehmen, sie steigen in die Division IA ab.

Eine sportliche Aufwertung erhielt das Turnier durch die Zusage von Sidney Crosby, der, nach dem Playoff-Aus der Pittsburgh Penguins, für Team Canada auf Punkte- und Titeljagd gehen wird.

Der kanadische Kader ist gespickt mit NHL-Stars, darunter sind auch mit Tyler Sequin und Claude Giroux zwei Topscorer der Dallas Stars und Philadelphia Flyers. Die Ahornblätter zählen zweifelsfrei ebenso zu den Titelanwärtern, wie der amtierende Weltmeister Russland und die Nationalmannschaften aus Schweden und Finnland.

Zum erweiterten Favoritenkreis gehört neben den USA, die nicht nur auf NHL-Cracks, sondern auch auf junge Spieler aus den College Ligen setzen, Gastgeber Tschechien. Vor heimischen Publikum ist der tschechischen Mannschaft von Vladimir Ruzicka einiges zuzutrauen, und das nicht nur, weil NHL-Legende Jaromir Jagr vergangene Woche seinen Rücktritt vom Rücktritt aus der Nationalmannschaft bekannt gegeben hat und für sie an den Start gehen wird.

Der 43-jährige Stürmer der Florida Panthers zählt ebenfalls zu den großen Stars dieses Turniers.

Und was können die Schweizer, Deutschen und Österreicher aufbieten?

Das DEB-Team

Der deutsche Auswahltrainer Pat Cortina muss auf viele Leistungsträger verzichten. Inzwischen sagten Cortina 21 Spieler verletzungsbedingt oder aus persönlichen Gründen ab. Auch die Hoffnung, dass Dennis Seidenberg die Nationalmannschaft verstärken könne, erfüllte sich nicht. Am Dienstag teilte der 33-jährige Verteidiger der Boston Bruins mit, dass er aufgrund einer Handverletzung der DEB-Auswahl nicht zur Verfügung stehen kann.

Zuvor hatten schon die deutschen NHL-Spieler Thomas Greiss, Christian Ehrhoff (beide Pittsburgh Penguins) und Marcel Goc (St. Louis Blues) dem Bundestrainer übermittelt, dass er leider nicht auf sie zählen kann. Der einzige NHL-Crack im deutschen Aufgebot ist Tobias Rieder von den Phoenix Coyotes.

Die Erwartungshaltung an die deutsche Nationalmannschaft ist in diesem Jahr nicht sehr hoch, so dass die Nominierten befreit aufspielen können. Um nicht schon frühzeitig mit dem Abstiegsgespenst im Nacken kämpfen zu müssen, ist es für das Team enorm wichtig, dass es einen guten Turnierstart erwischt. Das Auftaktmatch am Samstag gegen Frankreich, dem Überraschungsteam der WM 2014, dürfte richtungsweisend sein.

Es wäre sehr gewagt von einer Viertelfinalteilnahme der Deutschen zu träumen. Sollten die Deutschen, die in der IIHF-Weltrangliste den 13. Platz belegen, als fünfter oder sechster die Tabelle der Gruppe A abschließen, darf das schon als Erfolg gewertet werden.

Die österreichische Auswahl

Als Aufsteiger in die Top-Division ist für das Team von Daniel Ratushny das oberste Ziel der Klassenerhalt. Thomas Raffl wurde zu ihrem Kapitän während des Turniers ernannt. Sein jüngerer Bruder, der österreichische NHL-Star Michael Raffl (Philadelphia Flyers), schoss am Dienstag im vorletzten Vorbereitungsspiel, eine 1-4 (1-1/0-0/0-3) Niederlage gegen die mit elf NHL-Spielern angetretene USA, den frühen Ausgleich für die Österreicher.

Vor allem in den ersten zwei Dritteln dieser Partie hat sich Ratushnys Truppe ganz gut geschlagen. Auf die in den ersten 40 Spielminuten gezeigte Leistung können sie aufbauen.

Sollten sie diese auch bei der WM in Prag umsetzen können, dann dürfte auch der Abstieg kein Thema mehr sein. Besondere Brisanz könnte das letzte Gruppenspiel am 11. Mai in sich bergen. In diesem trifft Österreich auf Deutschland. Es ist beiden Teams zu wünschen, dass sie sich zu diesem Zeitpunkt bereits den Klassenerhalt gesichert haben und es nicht zu einem echten Endspiel kommen wird.

Die Schweizer Nati

Die Schweizer Nationalmannschaft verfolgt bei der anstehenden Eishockey-WM deutlich höhere Ziele als ihre deutschen und österreichischen Nachbarn. Nach einer für sie enttäuschend verlaufenden WM im Vorjahr, bei der sie als Vizeweltmeister von 2013 nur einen enttäuschenden Platz 10 belegen konnten, ist mit den Eidgenossen in diesem Turnier wieder zu rechnen. Der neue Schweizer Nationalcoach Glen Hanlon kann auf vier Legionäre aus der NHL zurückgreifen.

Bereits vor einer Woche sind Torwart Reto Berra (Colorado Avalanche) und der erfahrene Mark Streit (Philadelphia Flyers) zur Nati gestoßen. Streit nimmt bereits zum 13. Mal für die Schweizer an einer WM teil. Die beiden Predators Roman Josi und Kevin Fiala werden noch aus Nordamerika erwartet.

Das Erreichen der KO-Runde ist angesichts der Tiefe des Kaders fast schon Pflicht. Gleich zum Turnierauftakt geht es für die Schweiz gegen Österreich, drei Tage später treffen sie auf die deutsche Auswahl im zweiten Nachbarschaftsduell.

Auf nhl.com/de informieren wir sie während IIHF Eishockey Weltmeisterschaft 2015 über den Turnierverlauf und ganz speziell über die Auftritte der deutschen, österreichischen und Schweizer Nationalmannschaft.

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