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Iginla, eine außergewöhnliche Persönlichkeit

von Bernd Roesch / NHL.com

Während der Saison 2015/16 führt Dich NHL.com/de in der 14-tägigen Serie 'Eis gebrochen' weg vom Eis und gibt Dir einen Einblick in das Leben einiger der besten Spieler der Liga. Ob Veteran oder Rookie, ob Star- oder Vorbildspieler erfahre mehr über die Protagonisten, die jeden Abend ihre Schlittschuhe schnüren - und erfahre das nicht von uns sondern von ihnen selbst.


Er hat zweimal eine olympische Goldmedaille mit der kanadischen Eishockeynationalmannschaft gewonnen, er wurde zwischen 2001 und 2012 siebenmal für das NHL All-Star Game nominiert. Zweimal, 2001 und 2004 (zusammen mit Ilya Kovalchuk und Rick Nash), gewann er als bester Torschütze der NHL die Maurice "Rocket" Richard Trophy. Auch den Lester B. Pearson Award, die Art Ross Trophy (2001), die King Clancy Memorial Trophy (2004) und den Mark Messier Leader of the Year Award (2008) konnte er schon in Empfang nehmen. Jarome Arthur-Leigh Adekunle Tig Junior Elvis Iginla, wie er mit vollem Namen heißt, kann auf eine ganz außergewöhnliche Karriere zurückblicken und ist trotz dieser Erfolge immer auf dem Boden geblieben.

Starallüren sind dem mittlerweile 38-jährigen Stürmer ebenso fremd wie das Produzieren negativer Schlagzeilen in der Klatschpresse. Wenn man Jarome Iginla zum ersten Mal gegenüber steht, ist man auf Anhieb beeindruckt von seiner offenen Art, verbunden mit einer Professionalität die seinesgleichen sucht.

Rückblende - Stanley Cup Finale 2004, Spiel 3 - erstes Heimspiel der Calgary Flames im Finale gegen die Tampa Bay Lightning: Eine Menschentraube von Journalisten belagert Iginla und überhäuft ihn mit Fragen über Fragen. Obwohl der Druck auf die Mannschaft und auf ihren Teamkapitän unglaublich groß ist, bleibt der damals 26-Jährige erstaunlich ruhig und antwortet mit einem Lächeln auf dem Gesicht. Auf dem Eis präsentiert sich Iginla stets leidenschaftlich, kämpferisch und als ein echter Leader. Auch mit der bitteren Finalniederlage nach Spiel 7 konnte Iginla umgehen, so sehr sie auch schmerzte.

Rückblende - Training oder Morning Skate (Jahre 1996 bis jetzt): Sollten Sie die Gelegenheit gehabt haben, sei es in Calgary, Pittsburgh, Boston oder Denver, auf Jarome Iginla nach dem Training zu warten, um ihn um ein Autogramm zu bitten, so können sie mit ziemlicher Sicherheit bestätigen, dass er sich die Zeit nimmt, um seinen Anhängern diesen Wunsch zu erfüllen. Nachdem die Flames in den Playoffs 2006 zuhause im siebten Spiel gegen die Ducks ausgeschieden waren, diskutierte Iginla ausgiebig mit den enttäuschten Fans, denen er Autogramme gab, über das Playoff-Aus in der ersten Runde.

Fünf Fragen an Jarome Iginla und fiktive Antworten, die Ihnen seine außergewöhnliche Persönlichkeit etwas näherbringen werden.

Welche Erziehung hast Du genossen, wie verliefen Deine Kinderjahre?

Geboren wurde ich in Edmonton, Alberta. Meine Eltern haben sich getrennt als ich ein Jahr alt war. Mein Vater Elvis, ein Rechtsanwalt, kam aus Nigeria nach Kanada, meine Mutter Susan Schuchard stammte ursprünglich aus Oregon und arbeitete als Musiklehrerin. Getrennt haben sich meine Eltern als ich ein Jahr alt war. Aufgewachsen bin ich in der Nähe von St. Albert, das ca. 15 Kilometer nordwestlich von Edmonton liegt, bei meiner Mutter und bei meinen Großeltern. Meine Mutter ist Buddhistin und das war schon etwas Ungewöhnliches, denn ich hatte keine Freunde deren Eltern auch Buddhisten waren. Susan war jedoch völlig offen und hat niemals versucht mich in meinem Glauben zu beeinflussen. Ich bin Christ. Mein Vater ist vom muslimischen Glauben zum Christentum konvertiert. Er hatte auf mich viel Einfluss, drängte mich aber nicht dazu an Gott zu glauben. Als Jugendlicher bekam ich Zweifel, doch mein Vater gab mir den Rat ich möge beten. Sollte ich mich anschließend besser fühlen, solle ich es als Beweis nehmen, dass Gott existiert.

Warum engagierst Du Dich sozial?

Es geht mir nicht darum als Wohltäter dazustehen und ich rede auch nicht so gerne darüber. Hilfe muss eine Herzensangelegenheit sein. Es gibt viele Kinder, die nicht wie ich die Chance haben ihren Lieblingssport zu betreiben. Ihre Eltern verfügen nicht über die finanziellen Mittel, um sie zu unterstützen. Daraus stammte auch die Idee, dass ich für jedes Tor, das ich für Calgary schieße US$ 2000,- an KidSport spende.

Die Erlöse aus seiner Jarome Iginla Hockey School spendete Iginla der Diabetes Research Association. Wo immer auch Iginla spielt, ist er für Wohltätigkeitsveranstaltungen offen und hilft tatkräftig mit.

Was ist Dir das Wichtigste im Leben und wieso fiel die Entscheidung für Colorado?

Selbstverständlich ist mir meine Familie das Allerwichtigste. Ich bin mit Kara, meiner Liebe aus Highschoolzeiten, verheiratet und wir haben gemeinsam eine Tochter und zwei Söhne. Alle vier hatten auch maßgeblichen Einfluss darauf, dass ich mich dazu entschieden habe für die Colorado Avalanche zu spielen. Meine Familie fühlt sich in Denver sehr wohl. Das Wetter ist hier großartig und es ist eben eine Sportstadt. Es war uns sehr wichtig, dass wir uns hier ein Haus kaufen und niederlassen können. Alex Tanguay, mit dem ich fünf Jahre lang in Calgary zusammen gespielt habe, hat uns ebenfalls Denver schmackhaft gemacht und Joe Sakic, Executive Vizepräsident of Hockey Operations der Avalanche, war einst eines meiner großen sportlichen Vorbilder.

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