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Halbfinale der IIHF-WM 2014

von Bernd Roesch / NHL.com

Russland - Schweden 3-1 (2-1/1-0/0-0)

Die russische Nationalmannschaft, angeführt von den zwei NHL-Stürmerstars Alexander Ovechkin und Evgeni Malkin bezwang heute am frühen Nachmittag in der mit 14500 Zuschauern gut besuchten Minsk Arena der weißrussischen Hauptstadt Titelverteidiger Schweden mit 3-1 Toren. Damit zieht Russland, bei diesem Turnier ungeschlagen, in das morgige Finale um den IIHF-Weltmeistertitel ein. Die schwedische Auswahl muss sich dagegen mit dem Spiel um Platz 3 begnügen.

Sergei Bobrovski und Anders Nilsson standen im Kasten bei den beiden Kontrahenten. Einen Start nach Maß erwischten die Skandinavier. Es waren gerade einmal 19 Sekunden absolviert als Mikael Backlund kurz nach dem Eröffnungsbully zu Joakim Lindstrom passte, dieser die Scheibe weiterleitete und Oscar Moller mit einem Schuss durch die Schoner den ansonsten tadelfrei agierenden Bobrovski düpierte. Damit lagen die Russen erst zum zweiten Mal in diesem Turnier im Rückstand. Die Schweden versäumten es nachzulegen, nachdem nur eine gute Minute nach dem Führungstor Medvedev für zwei Minuten auf der Strafbank Platz nehmen musste. Die Russen ließen bei dieser Unterzahl nichts anbrennen und gewannen anschließend immer mehr an Sicherheit und Souveränität. Erneut traten sie als Einheit auf. Es ist schon erstaunlich was Russlands neuer Headcoach Oleg Znarok nach der Pleite von Sotschi bei der Sbornaja auf die Beine gestellt hat. Noch vor der ersten Pause rückten sie das Kräfteverhältnis wieder zurecht. Erst staubte Sergei Plotnikov den Rebound nach einem Schuss von Yevgeni Medvedev zum Ausgleich ab und nur gut 4 1/2 Minuten später gelang Sergei Shirokov der nicht unverdiente Führungstreffer.

Auch nach der Pause fand der Weltmeister vom Vorjahr nicht mehr zurück ins Spiel. Ihr größte Chance hatte erneut Moller, der vor dem Tor von Joakim Lindstrom mustergültig bedient wurde, dann aber in dem russischen NHL-Torwart Bobrovski, der mit der Fanghand zur Stelle war, seinen Meister fand. Ansonsten kontrollierte die russische Auswahl das Geschehen auf dem Eis und war heute einfach die bessere Mannschaft. Wenn es überhaupt etwas zu kritisieren gab, dann war das ihre mangelnde Chancenverwertung im Powerplay. Es ging jedoch auch ohne. Eine gute halbe Stunde war absolviert als Anton Belov mit einem gewaltigen Schlagschuss Nilsson zum dritten Mal bezwang.

Die Partie war damit, schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt, gelaufen. Der noch amtierende Weltmeister fand nicht mehr zurück ins Spiel und war letztendlich mit dem 2-Tore Rückstand gut bedient. Bereits 2 1/2 Minuten vor Spielende nahm Schwedens Coach Par Marts für einen weiteren Feldspieler Nilsson vom Eis, Zählbares sprang hierbei aber nicht mehr heraus.

Tschechien - Finnland 0-3 (0-1/0-1/0-1)

Mit Tschechien und Finnland standen zwei Mannschaften im Halbfinale, die man vor Turnierbeginn nicht unbedingt dort erwartet hatte. Die Tschechen setzten sich im Viertelfinale vor zwei Tagen gegen Team USA durch und die Finnen, die sich überhaupt erst unter Mithilfe der Schweizer für die WM-Playoffs qualifiziert hatten, schoss die hochfavorisierten Kanadier aus dem Rennen um den Titelgewinn.

Auch wenn die WM-Bilanz aus vergangenen Aufeinandertreffen mit nur elf Niederlagen aus 58 Spielen eindeutig für die Osteuropäer sprach, man durfte davon ausgehen, dass sie heute auf eine finnische Auswahl treffen wird, die ihr auf Augenhöhe begegnet. So war es auch!

Auf Seiten der Skandinavier stand Pekka Rinne von den Nashville Predators im Kasten, bei den Tschechen war es Alexander Salak, der vor knapp fünf Jahren zweimal für die Panthers NHL-Luft schnuppern durfte.

Den besseren Start erwischten die Finnen, die wie gewohnt durch ihre konsequente Defensivarbeit und durch einen schnellen Spielaufbau überzeugen konnten. Die ganz großen Torchancen sprangen aber auch für sie nicht heraus. Viele davon haben sie aber auch nicht nötig, wenn sie ihre so effektiv nutzen, wie an diesem frühen Samstagabend. Noch keine neun Minuten waren gespielt als Salak nach einem Schuss Jori Lehtera den Puck zum ersten Mal aus dem Netz hinter sich holen musste. Im weiteren Verlauf bis zur ersten Drittelpause neutralisierten sich die Kontrahenten weitgehend, wobei Finnland etwas mehr vom Spiel hatte.

Zu Beginn des Mittelabschnitts hatte die tschechische Auswahl zweimal Gelegenheit aus einer nummerischen Überlegenheit heraus zum Ausgleichstreffer zu kommen, scheiterte jedoch am Abwehrbollwerk ihres Gegners. Wie man effektiv ein Powerplay aufzieht, das bekamen sie postwendend vorgeführt. Petr Zamorsky musste nach einer halben Stunde wegen Hohen Stocks auf der Strafbank Platz nehmen und nur 35 Sekunden später baute Finnland die Führung auf 2-0 aus. Jarkko Immonen hatte am linken Pfosten Position bezogen, wurde scharf von Petri Kontiola angespielt und schob die schwarze Hartgummischeibe an Salak vorbei rein.

Richtig clever verteidigten die Skandinavier nun ihren Vorsprung. Nur wenn die Reihe um Jaromir Jagr für die Tschechen aufs Eis kam, dann machte sich so etwas wie Gefährlichkeit im Verteidigungsdrittel der Finnen breit. Man hatte jedoch nie so richtig das Gefühl, dass bei ihnen wirklich etwas anbrennen könnte, so kompakt standen sie in der neutralen Zone und im eigenen Drittel, wenn die Tschechen an der Scheibe waren. Gut eine Minute vor Spielende nahmen sie Salak zu Gunsten eines weiteren Feldspielers heraus, doch es reichte nur noch zu einem gefährlichen Schuss von Jagr, der jedoch sein Ziel verfehlte. Den Schlusspunkt zum 3-0 durfte letztendlich Jori Lehtera mit einem Empty Net Goal setzen.

Endspiel: Russland – Finnland; Spiel um Platz 3: Schweden - Tschechien

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