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Grenzwertige Härte und neue Rivalitäten

von Stefan Herget / NHL.com

Die erste halbe Woche NHL Playoffs 2012 ist gespielt. Obwohl bei einer Serie erst ein Spiel absolviert wurde und die anderen Begegnungen zwei Spiele alt sind, gibt es schon jede Menge Stoff, denn neben tollem Eishockey wurde auch kräftig ausgeteilt.

Erstaunlicherweise steht dabei nicht die vorher als Duell der Duelle hochstilisierte Partie zwischen den Kontrahenten aus Pennsylvania, Pittsburgh Penguins und Philadelphia Flyers, im Vordergrund. Nein, es sind die anderen Auseinandersetzungen, welche die Schlagzeilen machen.

Es scheint, als wenn Pittsburgh und Philadelphia schon vor den Playoffs ihr Pulver verschossen hätten, als es in den letzten Aufeinandertreffen der regulären Saison hoch her ging. Selbst die Trainer lieferten sich ein schlagzeilenträchtiges Wortgefecht. Vier normale Strafzeiten in Spiel 1 folgten deren acht in Spiel 2. Natürlich ist das keine Garantie dafür, dass es so zivilisiert weiter geht.

Bei der Serie Detroit gegen Nashville war es Shea Weber, der Henrik Zetterberg bei einem Zweikampf am Ende von der ersten Begegnung verletzte und Todd Bertuzzi in Spiel 2 schon nach etwas mehr als einer Minute ihn zu einem Faustkampf zwang und dafür deutlichen Applaus von seinem Teamkollegen auf der Bank und selbst Cheftrainer Mike Babcock schloss sich den Ovationen an. Nicht wenige hatten eine Sperre der NHL gegen Weber gefordert, die aber ausblieb.

Am gestrigen Samstag nahmen dann die Fouls stark zu. Bereits in der ersten Partie des Abends zwischen Boston und Washington waren einige Unregelmäßigkeiten zu sehen, die in den Augen vieler Experten einer Strafe bedürft hätten, doch die Schiedsrichter ließen sehr viel durchgehen. So blieb zum Beispiel ein Stockcheck von Alex Ovechkin gegen den Kopf von Dennis Seidenberg ohne Konsequenz. Schiedsrichter üben sich in Zurückhaltung, um eine Partie nicht zu entscheiden, trotzdem bleiben Fouls Regelwidrigkeiten, die geahndet werden sollten.

Die Mannschaften Ottawa Senators und die New York Rangers schicken sich an, eine Rivalität einzuleiten. Zum Auftakt ihrer Serie lief es noch weitgehend gemäßigt ab. Nur eine Szene sollte sich auf Spiel 2 auswirken: Rangers Brian Boyle hatte mit Senators Erik Karlsson eine handfeste Auseinandersetzung. Eine Szene, die Matt Carkner in der Partie letzte Nacht rächen wollte und nach gut zwei Minuten die Fäuste gegen Boyle auspackte. Das wiederum provozierte Blueshirt Carl Hagelin, der später Ottawas Topstürmer Daniel Alfredsson an der Bande seinen Ellbogen am Kopf deutlich spüren ließ und ihn dabei verletzte. Fortsetzung folgt.

In Nichts nachstehen wollte auch Brent Burns von den San Jose Sharks, als er grundlos und abseits des Puckes seinem Gegenspieler Scott Nichol von hinten ebenfalls mit dem Ellbogen gegen den Kopf eine verpasste. Das Spiel artete daraufhin aus, was in einer Massenschlägerei zum Ende der Partie gipfelte.

Den Schlusspunkt setzten die Chicago Blackhawks und die Phoenix Coyotes. Die ansonsten faire Partie hatte einen Aufreger, als Gästestürmer Andrew Shaw Coyotes Torhüter Mike Smith hinter dem Tor attackierte und dieser mehrere Minuten benommen behandelt werden musste. Shaw bekam eine Spieldauerstrafe.

Fakt ist, dass auf Brendan Shanahan, der die Spielstrafen in der NHL ausspricht, in den nächsten Tagen viel Arbeit zukommen wird und die Schiedsrichter gefordert sein werden, um die Hitze der Gefechte besser in den Griff zu bekommen.

So sehr Härte und kampfbetontes Spiel zu den Playoffs gehört und die Fans das auch sehen wollen, so sollte die Gesundheit der Spieler besser geschützt werden und unfairen Aktionen die „Rote Karte“ gezeigt werden.

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