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Geschichte: Divis gibt am 7.4.2002 NHL-Debüt

von Stefan Herget / NHL.com

Während der Saison 2015-16 wird NHL.com/de in den Archiven stöbern, um die beste Kollektion einige der erinnerungswürdigsten und historischen Ereignisse in der Geschichte des deutschen, österreichischen und Schweizer Eishockeys zu präsentieren. Von Debüts und Meilensteinen bis zu Verwicklungen und Ergebnissen, lassen wir jeden Monat Tage vergangener Jahre aus dem Blickwinkel von heute in unserer einjährigen Serie aufleben. Dieses Jahr, Klassiker vermischen sich mit der Gegenwart. Dieses Jahr, Geschichte wird sich wiederholen.

Im Jahr 2012 zum 100-jährigen Jubiläum des österreichischen Eishockeyverbandes wurde Reinhard Divis zum österreichischen Jahrhundert-Torwart ernannt. Eine Auszeichnung, an der es kaum einen Zweifel gab, dass diese ihn treffen würde.

Schließlich war er der einzige Torhüter aus Österreich, der es bis heute in die NHL schaffte, was nicht das einzige Kriterium gewesen sein dürfte, aber ein wichtiges allemal. Sein Debüt in der besten Eishockeyliga der Welt, was zugleich eine generelle Premiere für einen Spieler aus der Alpenrepublik war, jährt sich heute, am 7. April zum 14. Mal.

An jenem Tag im Jahr 2002 hatte Divis wieder einmal wie schon ein paar Mal zuvor in dieser Saison auf der Ersatzbank der St. Louis Blues im heimischen Savvis Center Platz genommen.

Den größten Teil der Spielzeit, insbesondere zwischen dem 24. November 2001 und 7. April 2002, hatte der damals 26 Jahre alte gebürtige Wiener beim Farmteam der Worchester IceCats in der AHL verbracht. Dort holte er in 55 Spielen 28 Siege und 5 Unentschieden, drei Shutouts bei einer Fangquote von 90,3 Prozent und einen Gegentorschnitt von 2,59.

Bereits am 7. März hatten die Blues Divis für ein Spiel in die NHL geholt, aber am Tag danach gleich wieder herunter geschickt. Erst am Morgen des Spieltages erfolgte die nächste Berufung, weil die Nummer 1 Brent Johnson unpässlich war.

Im Tor stand Fred Brathwaite, die etatmäßige Nummer 2 der Blues. Es ging im Heimspiel gegen den amtierenden Stanley Cup Sieger Colorado Avalanche. In der 34. Minute kassierte Brathwaite den dritten Gegentreffer mit dem lediglich elften Torschuss, was Trainer Joel Quenneville veranlasste, ihn herauszunehmen und Divis zu seinem NHL-Debüt zu verhelfen.

Viel zu tun in seinen 25:06 Minuten Eiszeit bekam der Österreicher nicht mehr, denn gerade einmal vier Torschüsse von Colorado fanden in dieser Zeit den Weg auf sein Tor. Diese konnte er alle abwehren, aber das verhinderte nicht, dass die Mannschaft der Blues am Ende mit 2-4 den Avalanche unterlagen. Die Gäste hatten noch ein weiteres Mal getroffen, als Divis seinen Kasten zu Gunsten eines sechsten Feldspielers verlassen hatte.

Glück hat Divis dieser Auftritt nicht gebracht, denn es blieb sein einziger in dieser Saison, die die Blues mit 98 Punkten auf dem 2. Platz in der Central Division abschlossen. In den Playoffs gewannen sie in der ersten Runde die Serie gegen die Chicago Blackhawks mit 4-1, ehe sie im Conference Halbfinale gegen den späteren Stanley Cup Sieger Detroit Red Wings mit 1-4 unterlagen.

Divis kam nie über die Rolle des Reservisten heraus. In der Folgesaison stoppte ihn eine langwierige Verletzung und minimierte ihn auf zwei Einsätze in der NHL und neun in der AHL, doch der kantige Torhüter gab nicht auf.

Zu Beginn des Jahres 2004 wurde Johnson auf die Waiverliste gesetzt und Divis erhielt seinen ersten Ein-Wege-Vertrag. Er etablierte sich als Backup von Chris Osgood.

Zu seinen Chancen Nummer 1 zu werden sagte er damals im Interview mit Eishockey.com: „Das ist ein sehr weiter Weg. Ich bin hier Zweiter hinter einem Torhüter, der schon zwei Mal den Stanley Cup gewonnen hat und kann daher kaum mit solchen Gedanken spielen. Ich gebe mein Bestes und versuche mich hier zu etablieren. Ich denke, dass die Trainer mit mir deswegen sehr zufrieden sind. Alles andere kommt von selber und kann nicht von heute auf morgen passieren, erst recht nicht, wenn ein Stargoalie vor einem sitzt.“

Nach einem Jahr in Österreich, als in der NHL wegen des Lockouts die komplette Saison 2004/05 ausfiel, kehrte Divis 2005-06 noch einmal zu den Blues zurück, doch neben zwölf NHL-Einsätzen, in denen er keinen einzigen Sieg verbuchen konnte, ging der Weg auch wieder in die AHL.

Im darauf folgenden Sommer war das Kapitel NHL für Divis beendet und er unterschrieb in Salzburg, mit denen er in der Folge noch vier Mal österreichischer Meister wurde. Er beendete seine aktive Karriere 2012 bei den Vienna Capitals und arbeitet heute als Torwarttrainer beim Eishockeyklub EC KAC in Klagenfurt.

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