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Ganz schön bissig diese Sharks

von Bernd Roesch / NHL.com

Es ist gerade einmal 13 Tage her, dass die San Jose Sharks in der Tabelle der Pacific Division nur auf Platz 4 lagen, mit einem Rückstand von fünf Punkten auf den damaligen Tabellenersten, die Vancouver Canucks.

Am vergangenen Sonntag komplettierten die Sharks mit einem 5-3 Triumph bei den Columbus Blue Jackets eine perfekte Auswärtstour.

Sechsmal in Folge haben sie in den vergangenen zwei Wochen in der Ferne doppelt gepunktet und damit eine einmalige Serie in ihrer fast 25-jährigen Franchisegeschichte hingelegt. Mit einer Bilanz von zehn Siegen und drei Niederlagen sind die Nordkalifornier aktuell das auswärtsstärkste Team der Liga. Sharks Cheftrainer Pete DeBoer gefiel besonders gut, dass sich sein Team nie aufgab.

In der Partie gegen die Blue Jackets lagen die Sharks nach zwei Dritteln mit 1-2 im Rückstand und mussten kurz nach der Pause sogar den dritten Gegentreffer hinnehmen. Wer nun glaubte das Spiel sei zugunsten der Blue Jackets gelaufen, sah sich getäuscht.

Mit einem enormen Willen und viel Kampfkraft meldeten sich die Gäste zurück. Innerhalb von gut sieben Minuten schossen Joe Pavelski, Brent Burns und Brenden Dillen ihre Mannschaft ins Glück. "An diesem dritten Drittel konnte man den Charakter dieser Mannschaft festmachen", sagte Dillon, der Schütze des Game-Winners und fügte hinzu, dass sie sich niemals unterkriegen lassen und immer voll aufs Gas treten.

"Es ist richtig toll bei dem, was wir hier geschafft haben, dabei gewesen zu sein", sagte DeBoer nach der Partie und hatte auch gleich ein Sonderlob für seinen Kapitän parat.

"Wir wussten schon bevor wir uns auf die Reise machten, dass wir besser sind als unsere Bilanz vermuten ließ. Wir wollten uns mächtig ins Zeug legen und unsere Führungsspieler, wie Pavelski, haben die Richtung vorgegeben."

Dem 31-jährigen Center waren in den vergangenen sechs Partien vier Tore und drei Vorlagen geglückt. Er war damit an 38,9 Prozent der Tore seiner Sharks beteiligt. Pavelski wurde während der Reise durch den Osten dreimal als Three Star einer Partie ausgezeichnet.

Ähnlich erfolgreich wie ihr Kapitän war Sharks erfahrener Verteidiger Brent Burns. Der 30-Jährige punktete in vier der sechs Begegnungen und brachte es auf insgesamt drei Tore und drei Assists. Beim 3-1 Sieg am Samstag gegen die Pittsburgh Penguins zeichnete sich Burns als zweifacher Torschütze aus. Sharks Assistenztrainer sprach sogar davon, dass Burns Spiel an der blauen Linie hervorragend und vielleicht sogar das Beste in der Liga sei.

Bei beiden Treffern des momentan torgefährlichsten Verteidigers der Liga, assistierte Patrick Marleau. Seit mittlerweile 18 Jahren zählt der 36 Jahre alte Flügelstürmer zu den Leistungsträgern der Sharks. In Pittsburgh erreichte Marleau mit seinem 1000. NHL-Scorerpunkt einen neuen persönlichen Meilenstein. Marleau zeigte sich trotz des Erfolgserlebnisses auch etwas kritisch:

"Wir spielen noch nicht unser bestes Eishockey. Wir haben verschiedene Leute, die sich von Spiel zu Spiel steigern und eine Schlüsselrolle innehaben. Es ist großartig, wie wir immer wieder Wege finden um zu punkten und zu gewinnen."

Vier ihrer vergangenen sechs Begegnungen entschieden die Sharks mit nur einem Tor Unterschied für sich.

Zwei Siege davon brachten sie erst in der Verlängerung unter Dach und Fach. DeBoer spielte in den Schlussdritteln der letzten drei Partien nur mit drei Sturmreihen. Zuvor hatte er immer wieder erwähnt, wie wichtig es ihm ist vier Reihen aufbieten zu können.

Auch aus diesem Grund hat sich San Jose noch einmal auf dem Spielermarkt umgesehen, und ist fündig geworden: Dainius Zubrus hat sich, nachdem er eine Woche mit den Sharks trainiert hat, als Verstärkung empfohlen. Am Dienstag unterschrieb der 37-Jährige einen einjährigen 2-Wege Vertrag bei den Kaliforniern.

"Er ist der Spielertyp den ich mir vorgestellt habe. Er ist vielfältig einsetzbar. Er kann auf dem Flügel und als Center spielen. Er ist gut bei Unterzahl und er mag das physische Spiel. Ich denke schon, dass er uns weiterhelfen wird."

Man darf gespannt darauf sein, ob die Sharks ihren Höhenflug auch in der heimischen Arena, in der sie in den nächsten Tagen Chicago, Calgary und Pittsburgh empfangen, fortsetzen können.

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