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Für Thornton und die Sharks ist nächstens jetzt

von Nicholas Cotsonika / NHL.com

PITTSBURGH - Joe Thornton hat ein einziges Mal in seinem Leben gesehen, wie der Stanley Cup verliehen wurde.

Im Jahre 1997, er war 17 und ein Top-Nachwuchsspieler. Die Agents Mike Barnett und Eddie Mio hatten ein Büro in Detroit und Dauerkarten für den unteren Rang in der Joe Louis Arena. Mio sagte, dass es eine gute Erfahrung für Joe sei, wenn er die Red Wings im Finale gegen die Philadelphia Flyers sehen könne.

Joe ging mit seinem Bruder John, einem großen Steve Yzerman Fan und der Grund warum er die Nummer 19 trägt, zu Spiel 4. Sie wurden Zeugen als die Red Wings zum ersten Mal seit 42 Jahren Champion wurden. Die Arena rockte, Konfetti fiel vom Hallendach. Sie sahen Yzerman, von dem Kritiker immer behauptet hatten, dass er niemals einen Cup gewinnen könne. Jener Spieler, den die Red Wings fast abgegeben hätten, hievte mit 32 Jahren zum ersten Mal den Cup in die Höhe.

John erzählte, dass sie "grölten", als sie das sahen.

"Ich wusste nichts über seinen Kampf oder ähnlichem", sagte Joe. "Ich dachte damals 'Dieser Kerl ist der Mann und er hat ihn gewonnen'. Das war alles was ich gedacht habe. 'Wow, das ist Steve Yzerman und er hebt den Cup in die Höhe. Was für ein besonderer Moment.'"

Zwei Wochen später wurde Joe von den Boston Bruins beim NHL Draft in der Civic Arena von Pittsburgh an Nummer 1 gezogen.

Neunzehn Jahre später versuchen die San Jose Sharks zum ersten Mal in ihrer 25-jährigen Franchisegeschichte den Stanley Cup zu gewinnen. Im Finale treffen sie auf die Pittsburgh Penguins. Spiel 1 findet am Montag im Consol Energy Center, das gegenüber der ehemaligen Civic Arena steht, statt (8 p.m. ET; NBC, CBC, TVA Sports).

Die Bruins gaben Joe 2005/06, jener Saison in der er die Hart Trophy gewonnen hatte, an die Sharks ab. Die Sharks nahmen ihn vor zwei Jahren, nachdem sie eine 3-0 Serienführung in der ersten Runde gegen die Los Angeles Kings noch abgegeben hatten, das Kapitänsamt. Er wäre vielleicht getradet worden, hätte er nicht eine No-trade Klausel in seinem Vertrag gehabt. Nun ist er noch vier Siege von seinem ersten Cup Gewinn entfernt - im Alter von 36 Jahren.

"Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie es sich anfühlt, wenn Joe diese Chance bekommt", sagte John.

Joe's wichtigstes Anliegen ist es nicht, den Menschen zu zeigen, dass sie falsch gelegen waren. Er hat genug Selbstvertrauen, um zu wissen, wie gut er ist. Er hat ausreichend Weitsicht und weiß, dass gewinnen nicht alles ist und dass ein einzelner Spieler in einer Mannschaftssportart nicht alles beeinflussen kann.

Als er beim Media Day am Sonntag über seine Situation als Sündenbock in Boston und San Jose gefragt wurde, antwortete er: "Wer mich kennt weiß, dass mir das nicht wirklich etwas ausmacht. Ich weiß, dass ich ein guter Spieler bin. Ich weiß auch, dass wir gute Teams hatten, doch die Zusammenstellung hat nicht gepasst. Es braucht 20 Jungs und das ist die Realität." Nach dem Verlust des Kapitänsamtes gefragt, sagte er: "Das war keine große Geschichte für mich."

Wer Joe kennt, der weiß, dass er immer er selbst ist. Er möchte immer Spaß haben, er liebt dieses Spiel und er mag seine Teamkollegen. All das ist seine größte Motivation und sein Anliegen.

"Joe ist Joe", sagte Mio. "Er versucht sich nicht stören zu lassen. Er hat diese wunderbare Eigenschaft. Er schaut immer nach vorne. er beginnt jeden Morgen mit einem Lächeln auf dem Gesicht. Ich kann mich nicht daran erinnern Joe einmal nicht lachend gesehen zu haben, nicht nach einem Spiel und auch nicht nach Niederlagen."

Joe ist in St. Thomas, Ontario, südlich von London aufgewachsen. Sein Vater Wayne, Einkäufer bei einer Firma, die Stahl für Truckfelgen herstellte, baute sein Grundstück für seine Söhne und die Jungs aus der Nachbarschaft um. Er befestigte die Einfahrt, damit sie im Sommer Street Hockey spielen konnten und er flutete im Winter den Garten zum Eishockey spielen.

Obwohl Joe auch Baseball, Basketball und Fußball spielte, alles drehte sich bei ihn ums Eishockey. John erzählte, dass er keine Weihnachtsgeschenke wollte, sondern nur Eishockeyausrüstung.

"Ich habe innen drei Stunden Nintendo gespielt", sagte John. "Er war außen in der Einfahrt und übte Schlagschüsse auf eine Plexiglaswand, die mein Vater ausgeschnitten und aufgestellt hatte."

Joe hat auf seine Brüder aufgesehen: John, drei Jahre älter, und Alex, acht Jahre älter. Er wollte sie in vielen Dingen übertrumpfen und bezwingen. Einmal stieß er John von hinten und beförderte ihn über den Zaum des Nachbarn.

"Er konnte ganz schön böse sein, weil er gewinnen wollte", sagte John. "Aber er hat immer gewonnen."

Auf vielerlei Art ist Joe noch immer ein Kind, das seine Kindheit genießt. Wenn wir davon sprechen, dass er das Spiel liebt, dann bedeutet das auch, dass er physische Herausforderung, die damit einhergeht, liebt. Vom Training im Fitnessstudio über das Schlittschuhtraining und dem Pucktraining. Er mag seine Mitspieler wie Brüder.

So definiert er sich selbst als Spieler.

"Ich liebe diese Arbeit", sagte Joe. "Ich genieße das Brennen. Ich genieße es jeden Tag hart zu arbeiten, auch den ganzen Sommer über. Es gibt mir Erfüllung hart zu arbeiten, um in dieser Liga ein guter Spieler zu sein. Ich habe diese Neigung, die vermutlich die meisten guten Spieler haben ..."

"Ich genieße es jeden Tag aufs Eis zu gehen. Ich weiß nicht, wo das herkommt. Ich habe diese Leidenschaft fürs Eishockey. Es ist das einzige, was ich kann und ich liebe es."

Joe hat die Sharks nie aufgegeben. Nach der Niederlage gegen die Kings und dem Trubel über das Kapitänsamt vor zwei Jahren, kündigte General Manager Doug Wilson an, dass die Sharks umbauen werden und es fraglich sei, ob einige Veteranen dabei noch eine Rolle spielen werden. Joe blieb. Als sie vergangene Saison die Playoffs verpasst hatten, verpflichtete Wilson Coach Peter DeBoer und verstärkte den Kader.

"Ich habe immer daran geglaubt, dass nächstes Jahr das Jahr sein wird", sagte Joe. "Das habe ich wirklich getan. Ich habe immer geglaubt, dass nur noch ein paar Puzzlestücke fehlen. Auch im letzten Jahr als wir die Playoffs verpasst hatten und nun stehen wir hier. Du musst im Sommer hart arbeiten, daran glauben und nun stehen wir hier."

Joe ist noch immer ein Fan. Wenn die Sharks über die Jahre hinweg nach Toronto kamen, besuchten die Spieler die Hockey Hall of Fame und Joe war mit dabei. Er hat sich den Stanley Cup angesehen, ihn als 'wunderschön' und als die beste Trophäe die es im Sport gibt, bezeichnet.

Wayne Gretzky, einer seiner Lieblingsspieler, hat sie viermal gewonnen. Ein weiterer Lieblingsspieler, Pat LaFontaine, konnte sie nie gewinnen, aber LaFontaine ist ein Mitglied der Hall of Fame. Ob die Sharks diese Serie gewinnen oder verlieren, Joe wird irgendwann ein Mitglied der Hall of Fame sein, was nicht bedeuten soll, dass er nicht gewinnen möchte.

Er möchte gewinnen, da er ein Eishockeyspieler ist und ein Wettbewerbstyp, der so viel über einen langen Zeitraum investiert hat. er möchte für sich, seine Teamkameraden, seine Organisation und für die Stadt gewinnen, damit er erneut das spüren kann, was Jahre zuvor in Detroit gefühlt hat.

"Es ist schwer vorstellbar, was das jedem bedeutet", sagte John. "Er weiß, wie es ist ein eingefleischter Eishockeyfan zu sein. So haben wir alle begonnen. Er hat es genossen, das Publikum in San Jose beim Sieg in Spiel 6 zu sehen (gegen die St. Louis Blues im Western Conference Finale) und er möchte das wiederholen - einem anderen Fan in den Rängen dieses Gefühl schenken."

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