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Für Brandon Saad kommt die Flüchtlingskrise nach Hause

von Craig Merz / NHL.com

COLUMBUS - Brandon Saad ist ein begnadeter Schlittschuhläufer, er hat einen Rückhandschuss und weiß wie man den Puck im Netz versenkt.

Er weiß auch was Familie bedeutet, und dass es ihr gut geht ist ihm das Wichtigste im Leben, noch wichtiger als zweimal den Stanley Cup zu gewinnen.

Der Linksaußen der Columbus Blue Jackets schläft ruhiger, da er weiß, dass sein Vater George, in den vergangenen Jahren einige Angehörige aus dem kriegsgeplagten Syrien in die USA bringen konnte.

"Wir haben sie hier rübergebracht", sagte Brandon Saad. "Das ist eine großartige Sache. Er hat seine Schwester hier hergebracht. Das ist sicherer."

"Sehr schön. Ich muss mich aufs Eishockey konzentrieren. Wenn du weißt, dass alles in Ordnung ist, dann hast du auch einen klaren Kopf."

Am Dienstag jährte sich der Bürgerkrieg in Syrien zum fünften Mal. Die Vereinten Nationen schätzen, dass über 250.000 Menschen gestorben und mindestens 13,5 Millionen auf humanitäre Hilfe angewiesen sind. Der Zustrom von Millionen syrischer Flüchtlinge nach Europa hat eine Krise auf dem ganzen Kontinent ausgelöst.

Die Saads unterstützten fünf Geschwister ihres Vaters, damit sie in die USA, in die Umgebung von Pittsburgh, kommen können. Eine Schwester lebte noch in einer syrischen Stadt, 45 Minuten von der Hauptstadt Damaskus entfernt.

"In der Vergangenheit wollte ich mir nicht so tiefe Gedanken darüber machen und auch jetzt mache ich das nicht", sagte Saad "Doch es kamen immer mehr Fragen auf und es wurde häufiger darüber gesprochen. Nun, da die meisten hier und in Sicherheit sind, glaube ich, dass es toll ist die Geschichte zu erzählen, wenn sie die Leute hören möchten."

"Wenn die Leute aber versuchen auf den politischen Aspekt einzugehen, dann halte ich mich da weitestgehend heraus. Ich bin hier zum Eishockey spielen und bin ein Eishockeyspieler. Ich bin einfach nur froh, dass meine Familie hier ist."

Der Aspekt, dass das Sprechen über seine Familie Aufklärungsarbeit darüber leistet, welche humanitären Hilfen benötigt werden, lässt einen auch auf Saad zählen.

"Wenn es hilft, dann ist das großartig", sagte er. "Es gibt immer zwei Seiten einer Geschichte, aber so wie meine Familie ist, ihre Kultur, ihr Verhalten, sind sie tolle Menschen. Es ist schön sie hier zu haben."

George Saad kam im Alter von 18 Jahren in die USA. Er machte seinen Abschluss an der Columbia und an der University von Pittsburgh. Er ließ sich in Gibsonia, Pa., nördlich von Pittsburgh nieder, wo Brandon und sein älterer Bruder, George Jr., Eishockey spielten.

Brandon, 23, gewann zweimal den Stanley Cup mit den Chicago Blackhawks in den Jahren 2013 und 2015, bevor er am 30. Juni letzten Jahres nach Columbus getradet wurde. Er unterschrieb eine Woche danach einen 6-Jahres Vertrag über US$36 Millionen. Aktuell führt er mit 24 Treffern die Torschützenlister der Blue Jackets, zusammen mit Cam Atkinson und Boone Jenner, an.

Saad sagte, dass er sich darüber freue, über die finanziellen Mittel zu verfügen, damit seine Verwandten umsiedeln können.

"Das hat den Prozess beschleunigt", sagte er, "doch zur gleichen Zeit war auch mein Vater sehr erfolgreich mit seiner Arbeit, die er hineingesteckt hat, als er versuchte sie hierher zu bekommen."

"Sie entschieden, dass es nun an der Zeit sei, alles aufzugeben, hierher zu kommen und ein neues Leben zu beginnen. Er hatte einen größeren Anteil als ich. Ich bin da, wenn sie mich brauchen."

Saad sagte, dass er beeindruckt davon sei, wie es seine Verwandten geschafft haben Syrien zu verlassen. Ein Land das er nur einmal besucht hatte als er ein Jahr alt war.

"Es ist ihre Geschichte, wie sie rüberkamen, wie sie alles zurückgelassen haben wofür sie ihr Leben lang gearbeitet haben und dann ganz von vorne zu beginnen", sagte er. "Das Wichtigste ist Sicherheit. Am Ende des Tages musst du alles hinter dir lassen können. Es ist für sie ungemein schwer, doch es ist beeindruckend mit anzusehen, wie sie es bewältigen und sich gegenseitig helfen."

Die meisten Älteren aus Syrien sprechen kaum Englisch, doch die jüngeren Familienmitglieder sehr wohl.

Obwohl, es gibt einige Wörter wie 'slap shot', 'puck' und 'forecheck', die nur schwer zu übersetzen sind.

"Das ist echt lustig", sagte er. "Sie kamen und wussten nicht wirklich viel über Eishockey. Ich wusste mein Vater hat mit ihnen über Skype, Facebook und solchem Zeug gesprochen."

"Dann haben sie von mir gehört und mich getroffen und nun interessiert sie das Spiel. Es ist ziemlich witzig zu sehen, wie sie mich jetzt verfolgen."

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