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Fünf Schlüssel für Spiel 3: Bruins-Blues

Topspieler von Boston müssen liefern, um Fans in St. Louis zum Schweigen zu bringen

von Stefan Herget @NHLde / NHL.com/de Chefautor

In der Nacht von Samstag auf Sonntag (2 Uhr MESZ; live auf NHL.tv, Sport1+, DAZN, Teleclub Sport) steigt die dritte Begegnung im Stanley Cup Finale 2019 zwischen den Boston Bruins als Meister der Eastern Conference und den St. Louis Blues, dem Champion der Western Conference. Erstmals genießen die Blues in ihrem Enterprise Center im Finale Heimrecht. NHL.com/de schaut vor jedem Spiel der Serie auf die fünf Schlüssel zu einem Erfolg, so auch vor Spiel 3.

1. Schlüssel: Neue Spieler müssen es richten

Verteidiger Matt Grzelcyk von den Bruins fällt nach seiner Verletzung in Spiel 2 für Spiel 3 definitiv aus und auf der anderen Seite wurde Stürmer Oskar Sundqvist von den Blues durch die NHL für seinen Bandencheck gegen Grzelcyk für ein Spiel gesperrt, so dass beide ersetzt werden müssen. "Es spielt keine Rolle, ob jemand ausfällt. Derjenige, der reinkommt, muss hart arbeiten und das wird er tun", macht Blues-Stürmer Ivan Barbashev deutlich, der bislang mit Center Sundqvist in der vierten Reihe links neben ihm agiert hatte. Zusammen mit Alexander Steen auf der rechten Seite hatten die drei äußerst erfolgreich zusammengespielt. Den Platz wird vermutlich Zach Sanford zu seinem vierten Spiel in den diesjährigen Playoffs und siebten insgesamt einnehmen. Allerdings konnte dieser dabei noch keinen Scorerpunkt verbuchen. Etwas mehr Erfahrung können die Bruins auffahren, wenn sie Grzelcyk wahrscheinlich durch John Moore ersetzen. Dieser hat in seiner Laufbahn bereits 43 Playoff-Spiele mit einer Ausbeute von vier Assists absolviert. 

Video: SJS@STL, Sp4: Barbashev trifft in erster Minute

2. Schlüssel: Erstes Stanley Cup Finale seit 49 Jahren in St. Louis

49 Jahre sind mehr als ein halbes Leben. So lange haben die Fans in St. Louis darauf gewartet, dass die Blues wieder in einem Stanley Cup Finale zu Hause spielen. Viele der heutigen Fans waren da noch nicht einmal geboren. Die zahlreichen vergeblichen Anläufe sind vergessen, unter anderem der schon legendäre Zeitraum von 24 Jahren von 1980 bis 2004, als in jedem Jahr die Qualifikation zu den Stanley Cup Playoffs gelang, sie aber nur zwei Mal (1986 und 2001) ins Conference Finale einzogen und dort unterlagen. "Die Fans werden laut und elektrisiert sein", ist sich Trainer Craig Berube sicher. "Diese Stadt hat so lange darauf gewartet, dass sich sicher so einiges entladen wird." Doch die Heimbilanz der Blues ist mit 5-5 in den bisherigen Playoffs nicht gerade überzeugend. Die letzten beiden Auftritte im Enterprise Center in Spiel 4 und 6 des Conference Finales gegen die San Jose Sharks wurden jedoch gewonnen. Daran würden die Blues gerne nahtlos anknüpfen. "Wir haben in den Playoffs zu Hause nicht immer überzeugt, aber jetzt ist die Zeit um zu überzeugen", gab sich Blues-Stürmer Ivan Berbashev selbstbewusst für die Aufgabe bereit zu sein.

 

[Hier findest du alles über die BOS-STL Serie]

 

3. Schlüssel: Besseres Powerplay gegen weniger Strafzeiten

Die Bruins konnten in ihren Heimspielen jeweils eine von fünf Überzahlsituationen zu einem Treffer ummünzen (20 Prozent). Trotzdem wussten sie über weite Strecken bei einem Mann mehr auf dem Eis nicht so zu überzeugen wie es allgemein erwartet wurde, nachdem sie mit 34 Prozent Erfolgsquote ins Stanley Cup Finale starteten und die Blues in Unterzahl unterdurchschnittlich abschnitten (78 Prozent). St. Louis verrichtete auch hier einen guten Job, den Spielaufbau der Bruins konsequent zu stören. Trotzdem wies Blues-Trainer Berube bereits vor Spiel 2 darauf hin, dass fünf genommene Strafzeiten in einem Finalspiel zu viel seien. Doch seine Männer wanderten anschließend wieder genauso häufig in die Kühlbox. Zwar könnte sich St. Louis in Spiel 3 weiterhin auf seine konsequente Verteidigung verlassen, dabei bestünde jedoch die Gefahr, dass die Bruins ihre Dominanz im Powerplay wiederentdecken. Also sollte erneut die Devise der Blues heißen, von der Strafbank weitgehend fern zu bleiben und insbesondere dumme Strafen zu vermeiden.

Video: STL@BOS, Sp2: Coyle trifft als Erstes im Powerplay

4. Schlüssel: Topreihe der Bruins besonders gefordert

Brad Marchand, Patrice Bergeron und David Pastrnak stehen unter besonderer Beobachtung, denn die erste Reihe der Bruins konnte bis auf das Empty-Net-Tor von Marchand in Spiel 1 und einem secondary Assist von Pastrnak in Spiel 2 beim 1:0 im Powerplay noch nicht punkten. Im Gegenzug dazu kommt die Top-Reihe der Blues mit Jaden Schwartz (zwei Assists), Brayden Schenn (ein Tor, ein Assist) und Vladimir Tarasenko (zwei Tore) zusammen auf sechs Punkte, wobei die beiden Linien sogar häufig direkt gegeneinander gespielt haben. In den Heimspielen hat Berube nun die zweite Wahl, welche Reihe er auf das Eis schickt. Ein Vorteil, der sich für Bruins-Trainer Bruce Cassidy nicht richtig ausgezahlt hat. "Sie hatten schon ihre Chancen, deswegen bin ich zuversichtlich, dass sie das hinkriegen", äußerte der Coach am Freitag nach dem Training Vertrauen in seine Topleute. In der Tat hatten alle drei bisher jeweils sechs Torschüsse auf Blues-Torhüter Jordan Binnington vorzuweisen. "Es hat oftmals nicht viel gefehlt, wir hatten unsere Möglichkeiten", erklärte dementsprechend Marchand. Das Scoring der anderen Sturmreihen ist wichtig, aber ohne regelmäßige Treffer der Top-Reihe, kann ein Stanley Cup Finale nicht gewonnen werden, zumal diese drei in den Playoffs über 36 Prozent der Tore für Boston markierten.

Video: STL@BOS, Sp1: Binnington stoppt Marchands Rückhand

5. Schlüssel: Torhüter und Schüsse wie immer im Mittelpunkt

Beim Eishockey sind die Torhüter immer eine Schlüsselposition, insofern werden sie auch in Spiel 3 des Stanley Cup Finales im Mittelpunkt stehen, wie sie das in den beiden vorherigen Parten ebenfalls schon waren. Eine weitere Komponente dabei sind die Anzahl der Torschüsse, die der Gegner auf das Tor bringen kann. Viele Torschüsse sind nicht immer ein Spiegelbild des Ergebnisses und in diesem Fall meist Beispiel einer hervorragenden Torhüterleistung. St. Louis platzierte in Spiel 1 nur 20 Schüsse, nahm sich danach vor, Bruins-Torhüter Tuukka Rask in Spiel 2 mehr zu beschäftigen und produzierte anschließend 37, wovon der letzte in der Verlängerung entscheidend zum 3:2 saß. Binnington wurde in Spiel 1 insgesamt 37 Mal geprüft und konnte 34 Mal retten, während er in Spiel 2 lediglich 21 Torschüsse halten musste, um den Sieg einzufahren. Beide Male gewann also die Mannschaft am Ende, die den gegnerischen Torhüter mehr beschäftigt hatte. Keine Zwangsläufigkeit, aber mehr Verkehr vor dem Tor und mehr Pucks Richtung Tor erhöhen logischerweise auch die Chancen irgendwann und wenigstens einmal mehr als der Gegner zu treffen.  

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