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Flyers zeigen ihr Kämpferherz

von Bernd Roesch / NHL.com

Die Philadelphia Flyers haben sich im Rennen um einen Playoffplatz in der Eastern Conference noch lange nicht aufgegeben. Das Team von Dave Hakstol legte eine eindrucksvolle Heimserie von fünf Siegen aus sechs Spielen, ausgerechnet gegen das Tabellenschlusslicht aus dem Westen, die Edmonton Oilers, mussten sie eine 0-4 Niederlage wegstecken, hin.

Bei noch 17 verbleibenden Partien liegen die Flyers nur noch zwei Zähler hinter den Detroit Red Wings, die momentan die zweite Wildcard innehaben. Auch ihr Rückstand auf die Pittsburgh Penguins beträgt nur drei Punkte. Gegenüber beiden Mannschaften hat Philadelphia sogar noch ein Spiel mehr in der Hinterhand.

Vor 14 Tagen, die Flyers hatten gerade in Raleigh gegen die Carolina Hurricanes eine 1-3 Schlappe hinnehmen müssen, lagen sie in der Tabelle des Ostens noch hinter den Devils, Hurricanes und Senators auf Platz 12. Zu allem Unglück kam hinzu, dass sich mit Jakub Voracek auch noch einer ihrer Topstürmer Ende Februar verletzte und General Manager Ron Hextall erklärte, dass sie auf die Dienste des Tschechen in den kommenden 14 Tagen verzichten müssen.

Voracek war zu diesem Zeitpunkt, und ist noch immer, mit zehn Toren und 38 Assists Philadelphias zweitbester Scorer hinter Claude Giroux und mit Abstand ihr bester Torvorbereiter. Das Verletzungspech hatte die Flyers wieder eingeholt: Ihr mittlerweile genesener Center Sean Couturier hatte es zuletzt Mitte Januar erwischt und Verteidiger Michael Del Zotto fällt seit Mitte Februar bis zum Saisonende aus. Es waren wahrlich keine guten Voraussetzungen, um das vorgegebene Saisonziel Stanley Cup Playoffs, nach der missglückten Spielzeit 2014/15, wieder zu erreichen.

Die Chemie stimmt bei den Flyers und so konnten sie diesem Ziel wieder einen Schritt näher kommen. Geholfen hat dabei, dass ihre sportliche Leitung hinter ihnen stand, den Spielern das Vertrauen schenkte und zur Wechselfrist keine Veränderungen am Stammkader vornahm. Hextall begründete seine Entscheidung auch damit, dass sie vor Jahren mit viel Weitsicht einen Weg eingeschlagen hatten, den sie nicht verlassen wollten. "Natürlich berücksichtigst du, wo du aktuell liegst, wie weit du von den Playoffs entfernt bist. Selbstverständlich hätten wir auch Talente abgeben können, und hätten dann kurzfristig vielleicht ein besseres Team gehabt. Wir haben uns dagegen entschieden, denn unsere Jungs haben nicht schlecht gespielt."

Es scheint fast so, als hätte der Glauben an sie noch einmal zusätzliche Kräfte bei den Spielern der Flyers freigesetzt. In den vergangenen sechs Partien sah man häufig, dass sich jeder für jeden einsetzt und somit auch Ausfälle kompensiert werden konnten. Center Brayden Schenn brachte es auf vier Tore und fünf Vorlagen, in der Partie gegen die Flames gelang dem 24-Jährigen sogar sein erster Saison-Hattrick. Auch Couturier konnte zuletzt überzeugen: Der 23-Jährige bereitete bei seinen letzten zwei Auftritten jeweils einen Treffer mit vor. Rookie-Verteidiger Shayne Gostisbehere traf am Montag beim 4-2 Triumph gegen die Tampa Bay Lightning sogar gleich zweimal ins Schwarze und ist auf dem besten Weg den Ausfall von Del Zotto vergessen zu machen.

NHL-Veteran Mark Streit fand zu alter Stärke zurück: Der Schweizer Verteidiger erzielte ein Tor und fünf Assists in den vergangenen sechs Partien, nachdem er es in 40 Spielen zuvor nur auf zwölf Scorerpunkte gebracht hatte. Ähnlich gut verliefen die letzten zwei Wochen für den Österreicher Michael Raffl. Nach seiner Vertragsverlängerung Ende Februar bedankte er sich mit einem Tor und drei Assists.

Den Flyers bleibt aber keine Zeit sich auf diesen Lorbeeren auszuruhen. Sie müssen nun in den nächsten Tagen beweisen, dass sie auch in der Ferne punkten können. Ihre Reise führt sie in den sonnigen Süden, wo sie es am Freitag erneut mit den Lightning zu tun bekommen und einen Tag darauf in Sunrise gegen die Florida Panthers antreten müssen. Dass es im Urlaubsparadies keine Zeit zum Erholen gibt, dürfte allen Protagonisten klar sein. Vier Punkte sind die ausgegebene Marschroute. Gostisbehere, der nur gut 10km Luftlinie vom BB&T Center der Panthers aufgewachsen ist, dürfte besonders motiviert sein.

Die Flyers müssen auf jeden Fall ihr Spiel spielen, um erfolgreich zu sein: Den Gegner vom eigenen Drittel fernhalten und hart um jeden Puck fighten. Wahrlich keine leichte Aufgabe gegen zwei Teams, die Ambitionen auf den Titel in der Atlantic Division haben. Auch das anschließende Programm der Flyers hat es in sich: Am Dienstag erwarten sie in einem 4-Punkte Spiel Detroit und anschließend geht es für sie gegen Chicago und die beiden Teams aus New York - also gegen drei Mannschaften, die sich in der oberen Tabellenhälfte befinden.

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