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Teams reagieren unterschiedlich auf Bye Week

Manche Mannschaften kehren gestärkt aus der fünftägigen Pause hervor, andere Klubs scheinen aus dem Tritt geraten zu sein

von Alexander Gammel / NHL.com/de Autor

In den ersten Wochen des neuen Kalenderjahres mussten die Fans der NHL teilweise ungewohnt lange auf den nächsten Auftritt ihres Teams warten. Gemäß des aktuellen Collectiv Bargaining Agreement, sozusagen der Tarifvertrag, den die Spielergewerkschaft NHLPA mit den Eigentümern der Mannschaften geschlossen haben, bekommt jede Mannschaft während den ersten Wochen des Jahres eine Pause von mindestens fünf Tagen verordnet. Es gibt Befürworter der Pause und Gegner, Vorteile und Nachteile, Fakt ist aber, dass es diese Unterbrechung gibt.

Bei manchen Vereinen sieht man einen deutlichen Unterschied, wenn die Ergebnisse vor der spielfreien Zeit und die danach betrachtet werden. Die Vegas Golden Knights zeigen einen möglichen Nachteil, den die Erholungsphase haben kann. Vor der sogenannten 'Bye Week', schienen die Golden Knights kaum aufzuhalten. In elf Spielen zogen sie lediglich einmal den Kürzeren, in St. Louis gab es eine knappe 2:1-Niederlage. Ansonsten räumten sie jeden Gegner aus dem Weg, sogar die Tampa Bay Lightning, den Tabellenführer.

Nach dem Kurzurlaub setzte es dann in Folge zwei Niederlagen, darunter ein 2:3 gegen die Edmonton Oilers, eine von nur vier Heimniederlagen der Golden Knights. Gegen die Nashville Predators unterlagen sie 1:0 und blieben damit erst zum zweiten Mal ohne eigenen Torerfolg. Nach einem weiteren Sieg gegen die Lightning mussten sie sich auch den Florida Panthers am Freitag geschlagen geben. Drei Niederlagen aus vier Spielen, das ist nicht das Niveau, das Vegas gewohnt war. Unter Umständen hat die Pause sie aus dem bisher so reibungslosen Rhythmus gebracht.

"Es ist leicht zu sagen: Das Team ist ausgeruht und muss bereit für das Spiel sein, aber wenn man fünf Tage Pause hatte, ist es nicht leicht wieder in die Gänge zu kommen", bestätigte auch Golden Knights Trainer Gerard Gallant.

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Auch andere Teams schienen eher unter der Bye Week zu leiden, als sie zu ihrem Vorteil nutzen zu können. Die Montreal Canadiens feierten vor ihrer Zwangspause nach einer Serie von fünf Niederlagen erstmals wieder zwei Erfolge hintereinander, nur um danach wieder drei Mal in Folge als Verlierer vom Eis zu gehen. Ihr erster Sieg nach der Erholungsphase, kam am Freitag gegen die Washington Capitals, die ihrerseits in zwei Spielen nach der Unterbrechung noch auf den ersten Sieg warten.

"Sie haben mehr gearbeitet. Sie haben mehr gekämpft", haderte auch Capitals Trainer Barry Trotz mit der Leistung seiner Truppe. "Bei uns waren zu viele Spieler noch im Urlaubsmodus. Sie wollten sich zu sehr durchmogeln und haben nicht genug gekämpft."

Dabei gibt es auch Mannschaften, die das genaue Gegenteil beweisen, wie etwa die Panthers. Sie standen in ihrem ersten Spiel den Golden Knights gegenüber. Nach vier Niederlagen in den letzten fünf Partien, gingen sie als Außenseiter in das Duell, doch sie nutzten die freie Zeit augenscheinlich, um ihre Batterien wieder aufzuladen und den Kopf frei zu kriegen.

Auch dafür, dass die Pause ein Segen sein kann, gibt es nicht nur ein Beispiel. Die Anaheim Ducks verbuchten zuvor zwei Niederlagen, nachdem sie sechs Partien in elf Tagen ausgetragen hatten. Nun waren sie bei vier Versuchen drei Mal erfolgreich, sie unterlagen lediglich den Colorado Avalanche, die mit acht Spielen immerhin die aktuell längste Siegesserie der Liga vorweisen können, trotz deren zwischenzeitlichen Pause.

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Der letzte Gegner der Ducks, die Los Angeles Kings, suchen indes nach ihrer Pause in bisher vier erfolglosen Partien noch nach ihrer Form. Zuvor gehörten sie zu den besten Teams der Liga, jedoch haben sie ihren Playoff-Platz vorerst eingebüßt.

Eine solche Unterbrechung kann tatsächlich Fluch, oder auch Segen sein, abhängig von der Situation des Teams, der Stimmung in der Mannschaft, Verletzungen, Trainingsstand und vielem mehr. Eine NHL-Saison ist eine unglaubliche körperliche und psychische Belastung, da kann ein Kurzurlaub Wunder wirken, um wieder zu Kräften zu kommen und kleinere Verletzungen auszukurieren, sowie Misserfolge zu vergessen.

Andererseits sind die Spieler einen gewissen Rhythmus gewöhnt. Alle spätestens jeden dritten Tag ein Spiel, dazwischen an und Abreise, Videostudium, Training. Wird diese strenge Routine gestört, kann das durchaus auch einen negativen Effekt haben. Befindet man sich außerdem in einem Lauf, hat sich in einen Rausch gespielt, verpufft diese positive Energie und Stimmung unter Umständen bei so langer Zeit zwischen den Spielen.

Während einige Mannschaften bereits enttäuscht wurden, andere hingegen ihre triumphale Rückkehr feierten warten noch ganze sieben Klubs auf ihren Neustart. Die Calgary Flames, Carolina Hurricanes, Chicago Blackhawks, Edmonton Oilers, Minnesota Wild, Vancouver Canucks und Winnipeg Jets treten alle am Samstag erstmals wieder an. Sie alle hoffen darauf, wieder gestärkt in die Saison einzusteigen.

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