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Es ging sehr furios los

von Bernd Roesch / NHL.com

Das Warten hatte ein Ende. Die NHL-Saison 2015/16 ist gestartet. Zwei Tage ist sie erst alt, gerade einmal elf von 1230 Partien der Spielzeit wurden absolviert. Zur Freude gab es schon einige kleinere und größere Geschichten, die uns Geschmack auf noch mehr NHL-Eishockey in den kommenden Wochen und Monaten machten.

Einen Traumstart in die neue Spielzeit erwischten die NHL-Debütanten Rechtsaußen Joonas Donskoi von den San Jose Sharks, Artemi Panarin von den Chicago Blackhawks sowie einen Tag danach der schon in den Vorbereitungsspielen für Aufsehen sorgende Jack Eichel von den Buffalo Sabres und Dallas' Mattias Janmark.

In ihrer jeweils ersten NHL-Partie konnten sie postwendend die schwarze Hartgummischeibe im gegnerischen Netz versenken. Die Freude war bei allen vieren riesig groß. "Das war wirklich etwas ganz Besonderes für mich", sagte Eichel nach der Partie gegen die Ottawa Senators und vertiefte warum:

"Mein Vater hatte heute Geburtstag, viele Familienmitglieder waren in der Stadt und dann gelingt mir heute auch noch das erste Tor." Aus einem Heimsieg wurde es jedoch nichts für die Sabres. Am Ende unterlagen sie Ottawa mit 1-3 Toren.

Einen durchaus erwähnenswerten Auftritt lieferte Sharks Schlussmann Martin Jones an seiner alten Wirkungsstätte, dem Staples Center von L.A., ab. Dabei hatte es zunächst gar nicht gut für ihn ausgesehen: Bereits den ersten Torschuss seiner ehemaligen Teamkollegen musste Jones, der im Sommer von den Kings abgegeben wurde, passieren lassen und somit stand es nach 109 Sekunden 0-1.

Man hätte nun denken können, dass die Nerven des 25-Jährigen Torwarts blank lägen, doch Jones behielt sie und wehrte die folgenden 19 Torschüsse, die auf seinen Kasten kamen, mit Bravour ab. Sein Trainer Peter DeBoer hegte keinerlei Bedenken, dass Jones mit dem Druck nicht zu Recht kommen könnte:

"Er ist ein sehr gelassener Mensch. Er hat Eis in seinen Venen. Wir waren uns auf der Bank sicher, dass er es schaffen wird." Die Partie endete 5-1 für die Sharks.

Geschafft hat es auch Ex-Shark Antti Niemi, der seit dieser Saison das Tor der Dallas Stars hütet.

Beim 3-0 Auftaktsieg gegen die Pittsburgh Penguins hielt der 32-jährige Finne seinen Kasten sauber und konnte damit den ersten Shutout dieser Saison feiern. 37 Torschüsse von Crosby, Malkin, Kessel & Co. wurden Niemis Beute. Selbst vom Gegner heimste sich Niemi Lob ein. Phil Kessel zollte ihm Respekt:

"Er hat ein wirklich gutes Spiel gemacht. Er hat klasse pariert und wenn ein Torwart so gut drauf ist, dann passiert es eben, dass man verliert."

Niemi wehrte nicht nur alle Schüsse ab, sondern konnte sogar noch bei den ersten zwei Treffern durch Janmark und Hemsky jeweils einen Assist für sich verbuchen.

Die spektakulärste Partie der ersten zwei Saisontage lieferten sich die Minnesota Wild und Colorado Avalanche im Pepsi Center von Denver. 0-3 nach dem ersten Drittel und 1-4 zur zweiten Pause lagen die Gäste aus St. Paul bereits hinten, ehe sie zu einer furiosen Aufholjagd ansetzten. Vier Tore sollten den Wild zwischen der 46. und 51. Spielminute gelingen und am Ende konnten sie einen 5-4 Auswärtstriumph feiern.

Mann des Spiels war zweifellos Linksaußen Zach Parise, dem nicht nur das Siegtor geglückt war, sondern vor diesem schon zweimal Avalanches Schlussmann Semyon Varlamov das Nachsehen gegeben hatte. Parise kam damit zu seinem dritten NHL-Hattrick, seinem ersten im Jersey der Wild. Der Matchwinner beschrieb das Siegtor folgendermaßen:

"Wir haben die Scheibe laufen lassen, Mikko hat gut zurück gearbeitet und sie im Drittel halten können, so konnten wir unsere Aufstellung finden. Das haben wir viele Male genau so trainiert."

Auch zwei Mitteleuropäer hatten in dieser Partie Grund zur Freude: Der Schweizer Nino Niederreiter und der österreichische Torjäger Thomas Vanek konnten zur Mitte des Schlussabschnitts binnen 133 Sekunden mit einem Doppelschlag den Spielstand egalisieren.

Ein fast schon historischer Sieg gelang den Winnipeg Jets im TD Garden der Boston Bruins.

Nach 13 Niederlagen in Folge behielten sie dort mit 6-2 Toren deutlich die Oberhand. Der Franchise gelang als Atlanta Thrashers am 31. März 2007 der bis dato letzte Sieg in 'Beantown'.

Sechs verschiedene Spieler der Jets zeichneten sich gestern Nacht als Torschützen aus, darunter auch ihr Rookie Nicolas Petan in seinem ersten NHL-Match, womit sich der Kreis vom Anfang wieder schließt.

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