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Es geht noch weiter

von Stefan Herget / NHL.com

47 Auswärtssiege wurden bislang in den diesjährigen Playoffs eingefahren - ein neuer NHL-Rekord. Zehn davon holten die Los Angeles Kings, die sich anschicken wollten, mit ihrem elften Triumph in der Fremde - ebenfalls Bestmarke in der NHL - den Stanley Cup Sieg perfekt zu machen und die Serie nicht noch einmal eng werden zu lassen. Auf der anderen Seite versuchten die New Jersey Devils als erstes Team seit 1945 nach einem 0-3 Rückstand in der Serie im Cupfinale Spiel 6 zu erreichen. Dieses gelang im Endspiel zuletzt den Detroit Red Wings, die dann im siebten Spiel den Toronto Maple Leafs unterlagen. Die Kings hatten indes schon in der ersten Runde gegen die Vancouver Canucks und in der dritten Runde gegen die Phoenix Coyotes mit einer 3-0 Führung im Rücken jeweils ihr viertes Spiel zu Hause verloren und dann auswärts den Sack zugemacht.

Die Begegnung begann gleich sehr intensiv und beide Teams zeigten, dass heute nur der Sieg zählte. Die Gäste aus Kalifornien ergriffen aber zuerst die Initiative. Dustin Brown tauchte schon nach gut einer Minute von der Seite kommend alleine gefährlich vor Martin Brodeur auf und Justin Williams nagelte den Puck in der dritten Minute sogar an den Pfosten. Die Devils benötigten etwas Anlaufzeit, ehe sie erstmals Jonathan Quick prüfen konnten. Fast hätte in der Zwischenzeit Jeff Carter Brodeur mit einem Bauerntrick überwinden können. Eine große Möglichkeit vergaben auf der Gegenseite Patrik Elias und Dainius Zubrus, als sie in der neunten Minute eine Zwei auf Eins Situation nicht nutzen konnten, weil Zubrus das Zuspiel vor das Tor verpasste. Genau elf Minuten waren gespielt, als mit Willie Mitchell der erste Akteur von L.A. auf die Strafbank musste. Nur wenige Sekunden später hatte Quick Glück, als ihm der Puck nach einem Schuss von Travis Zajac durch die Schoner rutschte, aber nicht über die Linie. Noch schlechter löste der Schlussmann darauf eine andere Aktion. Er kam aus dem Tor um einen misslungenen Pass abzufangen, schob die Scheibe hinter sein Gehäuse an die Bande, übersah jedoch dass dort Gegenspieler Zach Parise(13.pp) reinlief, der sich die Vorlage schnappte, nach vorne zog und zum 1-0 verwandelte. Der erste Überzahltreffer von New Jersey in dieser Serie und das erste Tor des Kapitäns. Die Kings wollten diese Scharte gleich auswetzen und drückten auf das Tempo. Brodeur reagierte aber bei zwei Torschüssen glänzend und die Devils hatten zusätzlich in der Defensive endlich ihr Kämpferherz entdeckt. Trotz nur vier Torschüssen gingen die Hausherren mit einer 1-0 Führung in die Kabine.

Das Spiel verlor zunächst etwas an Intensität, doch dann schnappte sich Justin Williams(24.) an der eigenen Blauen Linie den Puck, konnte unbedrängt in die gegnerische Zone laufen, sich den Puck zurechtlegen und mit einem platzierten Schuss ausgleichen. Es dauerte nicht lange, dann hatten Dustin Penner und Jarret Stoll sogar die Gästeführung am Schläger, aber Brodeur stand wieder sicher. Im Gegenzug bediente Parise seinen Teamkollegen Zajac, doch Quick hatte noch die bessere Antwort parat. Das änderte sich postwendend. Nach einer weiteren Chance der Kings kamen die Devils in den Angriff. Bryce Salvador(30.) schoss die Scheibe vor das Tor und dort wurde sie von Kings Verteidiger Slava Voynov, der schon in Spiel 1 das gleiche Pech hatte, unhaltbar ins Netz abgefälscht. Momente darauf hatte Los Angeles das erste Powerplay und dabei gleich mehrmals den erneuten Gleichstand auf dem Schläger. Brodeur wehrte super gegen Williams ab, der von Drew Doughty mustergültig bedient wurde und eine Minute darauf wurde Stolls Treffer wegen hohen Stockes zu Recht nicht anerkannt. Die Hausherren waren anschließend näher dran die Führung auszubauen. Erst verpasste Parise nach Zuspiel von Zajac in aussichtsreicher Position den Abschluss und nicht einmal 30 Sekunden später wurde Ryan Carter freistehend vor dem Gehäuse von Stephen Gionta angespielt, schoss aber Quick unplatziert an die Maske. Eine Minute vor der Sirene brachte Salvador die Kings durch einen hohen Stock noch einmal in Überzahl, die Gastgeber konnten sich jedoch in die Drittelpause retten. Die Begegnung blieb spannend.

Die weiß gekleideten Gäste kamen wieder besser aus der Unterbrechung. Schon in der 42. Minute prüfte Dwight King Brodeur ernsthaft und dann rettete erneut, und gleich zwei Mal, das Aluminium für den kanadischen Torwart. Stoll und Alec Martinez hatten zu genau gezielt. Das Glück war New Jersey abermals hold. Quick wurde nicht kalt, denn als sein Kapitän Dustin Brown in die Kühlbox musste, schoss ihn New Jersey warm. Gut für die Hausherren, dass Marek Zidlicky in dieser Phase den durchgebrochenen Mike Richards mit einem sauberen Check rechtzeitig stoppen konnte. Die Devils versuchten nun ihren knappen Vorsprung zu verwalten und mit Kontern zum Erfolg zu kommen. Die Kings taten sich dagegen schwer, weitere Gelegenheiten zu erarbeiten. Sie versuchten ihr Glück mit Schüssen von der Blauen Linie, aber Brodeur blieb wachsam und die Genauigkeit fehlte. Los Angeles nahm zum Ende noch den Torwart heraus, doch es wurde mit dem Ausgleich nichts mehr.

Die Devils haben damit auch den zweiten Matchball der Kings abgewehrt und die Serie zurück nach Los Angeles geschickt. Für die Kings bedeutete das gleichzeitig das Ende ihrer Auswärtsserie und die erste Niederlage in der Fremde in den Playoffs in diesem Jahr. Beide Mannschaften treffen sich bereits am Montag zu Spiel 6 in Kalifornien wieder.

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