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Enttäuschte Sharks nach Niederlage im Finale

von Bernd Roesch / NHL.com

Der Stanley Cup Champion 2016 heißt Pittsburgh Penguins. Zum vierten Mal in ihrer Franchisegeschichte konnten sie die traditionsreichste Trophäe, die es im Eishockeysport gibt, gewinnen. Mit 3-1 Toren entschieden sie Spiel 6 des Stanley Cup Finales gegen die San Jose Sharks für sich und erarbeiteten sich damit den vierten Sieg in der Best-of-7 Finalserie.

Jeder, der die Finalpartien gesehen hat, muss zugeben, dass die Penguins das schnellere Team gewesen waren, dass Pittsburgh über die gesamte Finalserie hinweg deutlich mehr Zeit im Angriffsdrittel verbracht hat als San Jose und auch mehr Torchancen generieren konnte.

Der spielerischen Überlegenheit ihres Gegners setzten die Sharks viel Einsatz, Kampfbereitschaft und vor allem einen herausragenden Schlussmann Martin Jones entgegen. Dank Jones, der am

Donnerstag in Spiel 5 überragend war und seine Mannschaft vor dem Finalaus bewahren konnte, durften die Sharks am Sonntag ein weiteres Mal im heimischen SAP Center antreten und mussten am Ende mit ansehen, wie ihre Gäste den größten Triumph feiern durften, den es für eine Eishockeymannschaft gibt.

Pittsburghs Kapitän Sidney Crosby bekam von Gary Bettman, dem NHL Commissioner der National Hockey League, den Pokal überreicht, nachdem den Sharks zuvor nichts anderes übrig geblieben war, als dem Gegner zu gratulieren.

Den Spielern der Sharks dürfte es nur ein schwacher Trost sein, dass sie uns Zuschauern und Fans ein Stanley Cup Finale geboten haben, dass zu keiner Sekunde Langeweile hat aufkommen lassen. Vier der sechs Partien endeten mit einem Tor Unterschied, zwei davon wurden erst in der Verlängerung entschieden und bei den letzten zwei Aufeinandertreffen war es jeweils ein Empty Netter in der Schlussphase gewesen, der den Sieg perfekt machte.

San Jose hatte in der Nacht von Sonntag auf Montag durchaus seine Chancen, um ein siebtes Spiel in Pittsburgh zu erzwingen. Vor allem im Mittelabschnitt konnten sie sich des Öfteren im Verteidigungsdrittel der Penguins festsetzen und das von Matt Murray gehütete Gehäuse belagern. Auch nachdem Pittsburgh mit Letang's Treffer zum 2-1 zurückgeschlagen hatte, gaben sie sich nicht auf und hatten mehrere Male den erneuten Ausgleich auf dem Schläger.

Doch Patrick Marleau, Joe Thornton & Co. scheiterten entweder an Murray oder schossen aus aussichtsreicher Position daneben wie ihr Toptorjäger Joe Pavelski.

"Das ist wie ein Schlag vors Gesicht", sagte ein völlig enttäuschter Thornton unmittelbar nach der Partie. "Das ist sowas von ärgerlich. Das ist das einzige was übrig bleibt. Ärger. Wir dachten wir haben nun den Lauf, den wir in der Western Conference hatten. Doch das ist nun schon ganz schön hart."

18 Jahre lang hatte Thornton auf sein erstes Stanley Cup Finale warten müssen. 1367 reguläre Saisonspiele und 150 Playoffpartien hatte der 36-Jährige in seiner NHL-Karriere vor seinem ersten Stanley Cup Finale bestritten, um nun mit leeren Händen dazustehen. Thornton hatte es in der Finalserie auf drei Assists gebracht, ein Tor war ihm nicht vergönnt gewesen. Sein Ärger rührte sicherlich auch daher, dass er seine eigenen, in sich gesetzten, Erwartungen nicht erfüllen konnte.

Kritik an seine Teamkollegen ließ er aber nicht zu: "Ich bin sehr stolz auf diese Jungs, wie sie das ganze Jahr über gearbeitet und gekämpft haben."

Wie Thornton konnte auch San Joses Kapitän Pavelski nicht an die Leistungen, die er in den ersten drei Playoffrunden gezeigt hatte, anknüpfen. In den ersten 18 Playoffpartien der Sharks auf ihrem Weg ins Cup Finale waren dem 31-jährigen Center 13 Treffer und neun Assists geglückt, um dann in den sechs Partien des Stanley Cup Finales nur einmal ins Schwarze zu treffen.

Trost gab es von ihrem Trainer Peter DeBoer: "Auch wenn es sich am Ende so anfühlte, als würde man mit dem Kopf gegen eine Wand rennen, es nimmt nichts von dem was wir erreicht haben. Ich meine, dass niemand einem von uns die Führungsqualität absprechen kann, dass niemand den Charakter dieser Gruppe von Männern in Frage stellen darf. Diese Frage war eine Dekade lang deplatziert und ich hoffe, dass sie nun ein für allemal beantwortet ist."

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