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Ende Wechselfrist: Mehr Kadertiefe gefragt

von Stefan Herget / NHL.com

Die Geschichte des Abends der Trading Deadline am Montag schrieb kein Spieler oder Manager. Nein! Es war die kleine elfjährige Jordyn Leopold, die sich in einem im Januar verfassten und gestern veröffentlichten Brief an die Minnesota Wild gewünscht hatte, dass diese ihren Dad Jordan Leopold von den Columbus Blue Jackets nach Hause holen würden, weil er dort so einsam wäre.

Gestern wurde ihr Wunsch Wirklichkeit und die Wild einigten sich in der Tat mit den Blue Jackets über den Transfer. Geschichten, die abseits des Kommerzes des Profisports das Leben schreibt.

Ansonsten fehlten am eigentlichen Tag die ganz großen Wechsel. Das lag daran, dass in den Tagen zuvor bereits kräftig gehandelt wurde und andererseits anscheinend niemand der General Manager gewillt war, den ganz großen Schnitt zu machen.

So waren es vor allem Trades, die den Mannschaften Kadertiefe gaben. Am Ende standen 23 Wechsel, die 39 Spieler und 20 Draft Picks umfassten, zu Buche.

Doch wer sind nun die Gewinner der Aktivitäten? Genau wie New York Rangers GM Glen Sather gestern sagte, er hätte keine Glaskugel um in die Zukunft zu schauen, kann nur spekuliert werden, wer den ganz großen Clou gelandet hatte. Die Erfahrungen der Vergangenheit zeigen aber, dass der Grundstein zu Stanley Cup Meisterschaften häufig an der Trading Deadline gelegt wurde.

Während einige Mannschaften, wie die Pittsburgh Penguins, Tampa Bay Lightning, Nashville Predators oder Los Angeles Kings keinen oder kaum Handlungsbedarf sahen, ihren Kader aufzufrischen, waren andere deutlich aktiver.

Die Chicago Blackhawks setzten am 28. Februar mit der Verpflichtung von Antoine Vermette von den Arizona Coyotes das erste Ausrufezeichen. Sie runden ihre starke Offensive durch diesen erfahrenen Mann gut ab.

Nur einen Tag später zogen die Rangers nach, die Verteidiger Keith Yandle ebenfalls aus Arizona holten und ihre ohnehin gut besetzte Defensive weiter verstärkten. Die Blueshirts verfügen nun wohl über die besten Abwehrreihen der gesamten NHL. Ob es reichen wird wieder ins Stanley Cup Finale vorzudringen?

Dagegen werden andere etwas haben. So zum Beispiel die Detroit Red Wings, die ihrerseits mit Erik Cole im Sturm und Marek Zidlicky in der Verteidigung gute Ergänzungen getätigt haben, um wieder an erfolgreiche alte Zeiten Ende des letzten Jahrtausends anzuknüpfen.

Der Stadtkonkurrent der Rangers, die New York Islanders, hat ebenfalls Morgenluft geschnuppert und mit Torhüter Michal Neuvirth auf der Backup-Position, sowie Stürmer Tyler Kennedy zwei gute Puzzlestücke gefunden.

Nicht zu vergessen der derzeitige Primus in der Eastern Conference, die Montreal Canadiens, welche einige Draft Picks geopfert haben, um mehr Tiefe im Kader zu erhalten. So wurden die Stürmer Brian Flynn und Torrey Mitchell von den Buffalo Sabres, sowie Verteidiger Jeff Petry von den Edmonton Oilers losgeeist.

Im Westen machten vor allem die Anaheim Ducks auf sich aufmerksam. Stürmer Tomas Fleischmann holten sie von den Florida Panthers und gaben den einstigen Starspieler Dany Heatley ab.

Weiterhin legten sie Wert auf die Defensive und verpflichteten James Wisniewski von den Blue Jackets, Simon Despres von den Penguins und nicht zuletzt den Deutschen Korbinian Holzer von den Toronto Maple Leafs. Für den Bayer wird angesichts der Konkurrenz vorerst nur eine Ergänzungsrolle bleiben.

Wie sich die Situation für den Schweizer Stürmer Sven Baertschi nun darstellt, da er von den Calgary Flames zu den Vancouver Canucks getradet wurde, bleibt ebenso abzuwarten. An der kanadischen Westküste trifft er auf seine Lands Männer Luca Sbisa und Yannick Weber. Vielleicht setzen die Canucks mehr Vertrauen in ihn, als dies in den vergangenen Jahren in Calgary der Fall war.

Fragen über Fragen. Die Wahrheit dürfte in den kommenden Wochen und Monaten auf dem Eis liegen. Mitte Juni, wenn der Stanley Cup von einem Kapitän wieder in die Luft gestemmt wird, kann dann endgültig aufgeklärt werden, welche General Manager möglicherweise die entscheidenden Züge gemacht haben oder nicht.

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