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Eis brechend: Frage & Antwort mit Reto Berra

von Stefan Herget / NHL.com

Während der Saison 2015/16 führt Dich NHL.com/de in der 14-tägigen Serie 'Eis brechend' weg vom Eis und gibt Dir einen Einblick in das Leben einiger der besten Spieler der Liga. Ob Veteran oder Rookie, ob Star- oder Vorbildspieler, erfahre mehr über die Protagonisten, die jeden Abend ihre Schlittschuhe schnüren - und erfahre das nicht von uns, sondern von ihnen selbst.


Reto Berra ist ein Späterstarter in Sachen NHL. Der am 3. Januar 1987 in Bülach geborene Schweizer wurde zwar beim NHL Draft 2006 in der 4. Runde an insgesamt 106. Position von den St. Louis Blues gedraftet, aber sein Debüt erfolgte erst als 26-Jähriger am 3. November 2013, nachdem ihn die Calgary Flames nach starken Leistungen für den EHC Biel in der Schweizer Liga und bei der Weltmeisterschaft zuvor aus St. Louis geholt und unter Vertrag genommen hatten.

Doch schon am 5. März 2014, der Trading Deadline, ging nach nur 29 Spielen für die Kanadier die Reise nach Denver zu den Colorado Avalanche weiter, für die er bis heute aktiv ist. Zur etatmäßigen Nummer 1 hat es dort noch nicht gereicht, aber Berra zeigte bereits häufiger, dass er das Zeug dazu hat, Spiele fast im Alleingang zu entscheiden und gegnerische Sturmreihen zur Verzweiflung zu bringen.

Mit der gewohnten Ruhe und Gelassenheit, die ihm auch zwischen den Pfosten auszeichnet, stellte er sich den fünf Fragen von NHL.com/de, die wenigstens etwas Einblick darüber geben sollen, welcher Mensch sich hinter der Ausrüstung und Torwartmaske versteckt.

Haus im Grünen oder Wohnen in der Stadt?

„Ich bevorzuge das Haus im Grünen. Ich gehe gerne in die Stadt, aber in meinem Zuhause soll es ruhig und gemütlich sein, weniger hektisch wie es hier im Beruf rund um die Spiele und Reisen zugeht. Da tut es gut, wenn man abschalten kann. Da passt Natur besser als Stadt. Grundsätzlich bin ich aber auch gerne in der Stadt, nutze deren Möglichkeiten, aber Wohnen lieber weiter draußen.“

Amerikanisches oder Schweizer Essen?

„Ganz klar das Schweizer Essen, wobei ich erneut einschränken muss, denn gerade nach dem Sommer in der Schweiz freue ich mich schon wieder auf andere Kulturen, die amerikanische Kultur. Aber ich bin jetzt gute drei Monate wieder hier und dann vermisse ich schon das zu Hause und das gute Essen dort. Ich esse gerne italienisch, viel Pasta und solche Sachen, aber auch Raclette und Fondue liegen weit vorne. Hier liebe ich es ein gutes Steak zu essen, aber alles in allem hat die Schweizer Küche doch mehr zu bieten.“

Lieber alleine oder in Gesellschaft?

„Das ist eine schwierige Frage. Beides. Ich kann sehr gut mit mir alleine sein und mich beschäftigen, abschalten und entspannen, aber ich habe auch gerne Leute um mich herum, wenn es die Situation mit sich bringt. Das ist ganz verschieden und von daher gibt es bei dieser Frage keine Entscheidung.“

Die Schweizer gelten oft als langsam. Ist da was dran und wenn ja, zählst du dich auch dazu?

„Wie langsam? (lacht und macht eine Denkpause) Das ist ein großes Wort langsam. Auf dem Eis langsam oder beim Sprechen (lacht wieder)?“

Wir möchten dir nicht unterstellen auf dem Eis langsam zu sein …

„Ach so, ja, na gut. Also das Sprechen … Eigentlich finde ich das jetzt nicht so. Ich möchte manchmal gerne etwas langsamer sprechen und mir für Antworten mehr Zeit nehmen. Von daher finde ich es als eine Stärke, wenn man sich Zeit lässt und dann ruhig und gut überlegt, was man sagt.“

Was wärst du beruflich geworden, wenn du kein Eishockey-Profi geworden wärest?

„Keine Ahnung. Das ist schwer zu sagen, wo es mich hingezogen hätte. Ich bin schon ein sehr sportlicher Typ. Von daher wäre Fußballer oder Tennisspieler nicht so abwegig. Seit ein paar Jahren habe ich auch sehr viel Freude am Gitarre spielen, vielleicht wäre also auch Musiker etwas für mich gewesen. Wenn ich heute wählen könnte, dann sicher Musiker, aber damals hätte ich es in einem anderen sportlichen Bereich probiert.“

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