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Ein Rückblick auf die Karriere von Jochen Hecht

von Stefan Herget / NHL.com

Seine Karriere in der NHL endete bereits 2013, als er sich mit Ablauf seines Vertrages bei den Buffalo Sabres dafür entschied, seine Schlittschuhe wieder für seinen Klub zu schnüren, bei dem er groß geworden war, die Adler Mannheim.

Drei Jahre war er dort noch aktiv, ehe er nun Ende Juli endgültig Abschied vom aktiven Sport nahm. ""Nach langen und schwierigen Überlegungen werde ich meine Karriere beenden“, sagte Hecht auf der eigens einberufenen Pressekonferenz. "Nach 21 Jahren ist mir die Entscheidung nicht leicht gefallen. Ich habe Höhen und Tiefen erlebt, aber die Liebe zum Eishockey ist geblieben. Ich blicke mit stolz auf meine Karriere zurück und würde alles wieder so machen."

In der Tat kann Hecht stolz auf seine Karriere sein. Im vergangenen Jahr 2015 gewann er noch einmal mit den Adlern nach 1997 und 1998 die Deutsche Meisterschaft. Immerhin 15 Punkte steuerte der heute 39-jährige Hecht in den Playoffs für den Triumph bei.

Ein kleiner schöner Erfolg, nachdem ihm in 14 Jahren NHL der große Wurf verwehrt blieb. Bei seinen Stationen St. Louis Blues (1998-2001), Edmonton Oilers (2001-02) und Buffalo (2002-2013) reichte es nicht zum Gewinn des Stanley Cups, geschweige denn zu einem Einzug in das Finale.

Lediglich in den Jahren 2001, 2006 und 2007 ging die Reise in den Stanley Cup Playoffs etwas weiter, doch das Conference Finale war damals jeweils Endstation. So fällt die Playoff-Bilanz von Hecht mit lediglich 59 Spielen und 32 Punkten (14 Tore und 18 Assists) trotz seiner langen Laufbahn in Nordamerika eher spärlich aus.

Umso beeindruckender, was Hecht in der regulären Saison leistete und damit Vorbild für viele junge Stürmer, die ihren Weg in der NHL machen wollen, sein kann. Insgesamt verbuchte er in 833 Spielen 463 Punkte und holte damit im Schnitt in mehr als jedem zweitem Spiel einen Zähler. Er liegt damit in dieser Kategorie noch vor dem erfolgreichsten deutschen NHL-Stürmer Marco Sturm.

Von den Gesamtwerten blieb dieser auch dank seiner 105 mehr absolvierten Partien mit 24 Punkten knapp vor Hecht. Lediglich die Kategorie Assists konnte der Mannheimer mit 277 für sich entscheiden.

Nach seinem Wechsel nach Übersee im Jahr 1998 musste Hecht zunächst ein Jahr in der AHL beim Farmteam Worchester Icecats verbringen und machte dort aber mit 56 Punkten in 74 Spielen so nachdrücklich auf sich aufmerksam, dass er bereits zu drei Kurzeinsätzen in der NHL und spätestens ab dem Folgejahr zum Stammpersonal der Blues gehörte.

Hecht, der in seiner Karriere nur einmal 2001-02 bei den Oilers alle 82 Saisonspiele bestreiten konnte, lief erst bei den Sabres zur Höchstform auf und markierte in der Saison 2006-07 mit 56 Punkten seinen besten Wert. In der folgenden Spielzeit 2007-08 ließ er dann 22 Tore folgen, so viele wie zu keinem anderen Zeitpunkt in der NHL.

Vielleicht hätte seine Bilanz noch besser aussehen können, wäre Hecht nicht häufiger das Verletzungspech ein schlechter Begleiter gewesen. Am Ende minimierte ihn eine Gehirnerschütterung auf nur 22 Einsätze in der Saison 2011-12.

Mit einem 2-1 Sieg im Penaltyschießen gegen die New York Islanders beendete Hecht Ende April 2013 seine Karriere in der NHL, wobei er selbst einen Penalty vergab. "In den letzten Wochen haben meine Familie und ich entschieden, dass wir zurück nach Deutschland gehen werden und dort ein neues Leben beginnen", sagte der gebürtige Mannheimer damals der Agentur AP.

Den Adlern wird Hecht in der Funktion als Spielerentwickler in Zukunft erhalten bleiben. Er soll seine Erfahrung an die jungen Talente im Nachwuchsbereich weitergeben und seine Nummer 55 soll beim siebenmaligen Deutschen Meister nicht mehr vergeben werden. Verdienter Lohn für eine großartige Karriere, die neben NHL auch 431 Spiele für Mannheim und 91 Länderspiele umfasste.

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