Skip to main content

Ein Blick in die Glaskugel

von Bernd Roesch / NHL.com

Die Vorfreude auf die anstehende NHL-Saison 2014/15, die in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag mit dem Traditionsduell zwischen Montreal und Toronto beginnt, ist riesengroß.

Im Vorlauf einer jeden neuen Saison ist es auch Usus Spekulationen darüber anzustellen, welche Teams die jeweilige Division beherrschen, welche Mannschaften sich für die Playoffs qualifizieren, wer den Stanley Cup gewinnen und welche Spieler die wichtigsten Awards abräumen werden.

Nehmen sie doch folgende Vorhersagen zum Anlass mit Freunden und Familie über ihre Favoriten zu diskutieren.

Vor Überraschungen werden wir, auch angesichts der Ausgeglichenheit der NHL, auf jeden Fall nicht gefeit sein.

Die Divisionsersten

Im Vorjahr gewannen die Pittsburgh Penguins mit einem deutlichen Abstand von 13 Punkten die Metropolitan Division. Mit neuem Management, neuem Trainer und einem umformierten Kader gehen sie in die kommende Spielzeit.

Ihrer Stärke dürfte das kaum einen Abbruch getan haben. Angeführt von Superstar Sidney Crosby verfügen die Penguins über eine auch in der Tiefe ausgeglichene Mannschaft, die es mit jedem Gegner aufnehmen kann.

Auch auf Schlussmann Marc-Andre Fleury konnten sie sich in der regulären Saison stets verlassen, so dass ihnen der erste Platz nur schwer zu nehmen sein wird.

In den vier Jahren seit der Saison 2010/11 gewannen die Boston Bruins dreimal den Divisionstitel.

In der kommenden Saison dürfte es ihnen schwer fallen diese gute Bilanz weiter auszubauen.

Im sonnigen Süden ist mit den Tampa Bay Lightning eine Mannschaft herangewachsen, die das Potenzial hat die Atlantic Division zu beherrschen.

Mit Brenden Morrow und Brian Boyle kamen zwei erfahrene NHL-Recken zu den offensivstarken Lightning mit ihren Topstürmern Steven Stamkos, Ondrej Palat und Tyler Johnson.

Mehr hierzu unter Champions!

In der Central Division der Western Conference sorgten im Vorjahr die Colorado Avalanche als Tabellenerster für die Riesenüberraschung, indem sie die favorisierten Teams aus St. Louis und Chicago auf die Plätze verwiesen. Das wird den beiden Spitzenmannschaften dieses Mal nicht passieren.

Sie werden sich einen Zweikampf um die Divisionskrone liefern. Auch wenn die St. Louis Blues vermutlich über die besseren Torhüter verfügen und ihre Defensivreihen zu den Besten in der NHL gehören, für mich sind die Chicago Blackhawks der Favorit Nummer 1 auf den ersten Platz in dieser Division.

Keine Mannschaft verfügt mit Spielern wie Patrick Sharp, Patrick Kane, Marian Hossa, Bryan Bickell und Kris Versteeg über eine so große Anzahl an guten Außenstürmern wie die Blackhawks.

In der Pacific Division läuft es im Kampf um Platz 1 wiederum auf einen kalifornischen Dreikampf zwischen den Anaheim Ducks, den San Jose Sharks und den Los Angeles Kings hinaus, bei dem am Ende der amtierende Stanley Cup Champion die Nase knapp vorne haben wird.

In den vergangenen Jahren haben die Kings gezeigt, dass sie genau dann fit sind, wenn es darauf ankommt - nämlich in den Playoffs. Der nahezu unveränderte Kader ist in allen Mannschaftsteilen so gefestigt und stark, dass es ihre Konkurrenten schwer haben werden kommende Spielzeit an ihnen vorbeizuziehen.

In der Saison 1990/91 gewannen die Kings zum einzigen und letzten Mal den Divisionstitel.

Meine Tipps

Metropolitan Division: Pittsburgh Penguins

Atlantic Division: Tampa Bay Lightning

Central Division: Chicago Blackhawks

Pacific Division: Los Angeles Kings

Die Playoffaspiranten

Für die Stanley Cup Playoffs qualifizieren sich die ersten drei Mannschaften einer Conference, sowie divisionsübergreifend die zwei nachfolgend punktbesten Teams.

Aufgrund dieser Konstellation werden es meiner Prognose nach fünf Mannschaften aus der Metropolitan Division schaffen die begehrten Playoffplätze in der Eastern Conference zu belegen. Für den einen oder anderen dürfte es überraschend sein, dass ich die Washington Capitals unter den ersten Acht sehe. In der Spielzeit 2013/14 hatten sie die Playoffs vor allem aufgrund ihres mangelhaften Defensivverhaltens verpasst. Unter Trainer Barry Trotz weht ein neuer, frischer Wind in der US-Hauptstadt. Der erfahrene Coach hat - nicht nur wegen der Verpflichtung von Brooks Orpik und Matt Niskanen - genau an dieser Schwachstelle angesetzt. An ihren Offensivqualitäten dürften die Capitals an nichts eingebüst haben.

Im Gegenteil: Mit Evgeny Kuznetsov kann ein weiteres russisches Sturmtalent für Aufsehen sorgen.

Hinter den drei Clubs aus Kalifornien und den hochgehandelten Blackhawks und Blues wird es einen heißen Kampf, um die in der Western Conference zu vergebenden Playoffplätze geben.

Die Minnesota Wild haben sich im Sommer durch die Verpflichtung des Österreichers Thomas Vanek noch einmal verstärkt und dürften das Rennen um den dritten Platz in der Central Division vor den Dallas Stars und den Colorado Avalanche machen.

In der Pacific Division klettern die Vancouver Canucks gegenüber der Vorsaison um einen Platz nach oben auf Rang 4. Aufgrund der leichteren Gegner in ihrer Division, gegenüber denen der Avalanche, werden sie ganz knapp nach Punkten vor diesen liegen und als Achtplatzierte in die Playoffs einziehen.

Meine Tipps

Eastern Conference: Pittsburgh, NY Rangers, Washington, Tampa Bay, Boston, Montreal

Eastern Wildcards: Philadelphia, Columbus

Western Conference: Chicago, St. Louis, Minnesota, Los Angeles, Anaheim, San Jose

Western Wildcards: Dallas, Vancouver

Die Champions

Die Stanley Cup Playoffs verlaufen meistens anders als man denkt.

In gut acht Monaten wird der Stanley Cup Champion 2015 gekürt. In den vergangenen fünf Jahren dominierten die Chicago Blackhawks und die Los Angeles Kings, mit jeweils zwei Titelgewinnen, den Kampf um die begehrte Trophäe. Die Dominanz dieser beiden Teams könnten die Minnesota Wild brechen und damit die große Playoffüberraschung im kommenden Frühjahr werden. Die Wild sind eine erfolgshungrige Mannschaft, die in den Playoffs, angefeuert von seinen frenetischen Fans, über sich hinauswachsen kann.

Vielleicht steht bis dahin auch wieder der exzellente Josh Harding in ihrem Kasten. Nach einem Bruch des rechten Fußes wird er zum Saisonstart bis auf unbestimmte Zeit noch nicht zur Verfügung stehen.

In der Eastern Conference machen sich die Tampa Bay Lightning daran ihren damals sensationellen Sieg von 2004 zu wiederholen. General Manager Steve Yzerman und Coach Jon Cooper steht in dieser Saison ein Kader zur Verfügung, der ganz Großes bewegen kann. An ihren Offensivqualitäten gibt es ohnehin keine Zweifel.

Die Neuzugänge Anton Stralman und Jason Garrison werden die Defensive, eine Schwachstelle der Lightning in 2013/14, vor Schlussmann Ben Bishop stabilisieren und am Ende ist sogar der Titelgewinn möglich.

Meine Tipps

Eastern Conference Champion: Tampa Bay Lightning

Western Conference Champion: Minnesota Wild

Stanley Cup Champion: Tampa Bay Lightning

Die Gewinner der Trophäen

Conn Smythe Trophy, wertvollster Spieler in den Playoffs: Im Normalfall kommt der Gewinner dieser Trophy aus der Mannschaft des Stanley Cup Champions.

Sollten die Lightning tatsächlich den Cup nach Tampa holen, dann dürfte ihnen das nur über einen in den Playoffs bärenstarken Torwart Ben Bishop gelingen, so dass er nach dem Finalsieg mit dieser Trophäe ausgezeichnet wird.

Hart Memorial Trophy, wertvollster Spieler der Saison: Sidney Crosby ist der beste Eishockeyspieler der Welt, wovon die Pittsburgh Penguins enorm profitieren.

Ohne ihren Teamkapitän würden sie nicht zwingend zu den Topteams der Eastern Conference zählen, so dass Crosby am Saisonende zum dritten Mal in seiner Karriere, nach 2007 und 2014, diesen Pokal überreicht bekommt.

James Norris Memorial Trophy, bester Verteidiger der Saison: Begnadete Verteidiger und Kandidaten auf diese Trophäe gibt es viele.

Der Vorjahresgewinner Duncan Keith wäre einer davon. Da es die Saison der Lightning wird, ist für mich mit Victor Hedman ein 23-jähriger Schwede der Favorit auf diese Auszeichnung.

Vezina Trophy, bester Torwart der Saison: Geht die Vezina Trophy erneut an einen Torwart aus der Eastern Conference?

Meiner Meinung nach ja. Bruins Schlussmann Tuukka Rask dürfte von den starken Abwehrleistungen seiner Vorderleute profitieren und die Vezina Trophy zum zweiten Mal in Folge einheimsen.

Calder Memorial Trophy, bester Rookie der Saison: Schon für die vergangene Saison war Jonathan Drouin für mich ein Favorit auf die Calder Trophy.

Die Tampa Bay Lightning entschieden sich jedoch dazu ihren jungen Flügelstürmer noch ein Jahr in der QMJHL spielen zu lassen.

Er erreichte bei den Halifax Mooseheads eine Ausbeute von 108 Scorerpunkten in 46 Partien.

In Tampa werden sie mit dem 19-Jährigen, ihrem Erstrundendraftpick in 2013, viel Freude haben.

Art Ross Trophy, meisten Scorerpunkte in der Saison: In der letzten Saison wurde Sidney Crosby mit einem Abstand von 17 Zählern auf seine Verfolger punktbester Scorer. In der kommenden Spielzeit dürfte sein Vorsprung etwas geringer ausfallen, doch niemand wird es schaffen ihn zu übertreffen.

Maurice ‚Rocket‘ Richard Trophy, erfolgreichster Torschütze der Saison: Der Vorjahressieger Alex Ovechkin wird auch in der Saison 2014/15 ein gehöriges Wörtchen um die Vergabe der Torjägerkrone mitreden, doch Lightnings Steven Stamkos wird sie ihm ganz knapp vor der Nase wegschnappen.

Presidents Trophy, punktbestes Team der Liga: Tampa Bay Lightning

Mehr anzeigen