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Ehrhoff ist zufrieden bei Blackhawks zu sein

von Stefan Herget / NHL.com

Es läuft derzeit nicht gut für die Chicago Blackhawks. Bis in den Februar hinein sah es so aus, als ob der zu Saisonbeginn strauchelnde Titelverteidiger sogar noch in das Rennen um die Presidents Trophy mit den Washington Capitals eingreifen könnte, doch die Realität sieht einen Monat später komplett anders aus.

Stattdessen verloren die Hawks mit zuletzt nur drei Siegen in den vergangenen zehn Spielen und vier Niederlagen in Folge die zuvor schwer erkämpfte Tabellenführung der Central Division wieder an die Dallas Stars, gefolgt von den St. Louis Blues. Nun liegt Chicago drei Punkte hinter dem Duo auf dem dritten Platz in der Central und hätte so nicht einmal Heimrecht in der ersten Playoffrunde.

Mittendrin im Geschehen ist einer, der sich trotzdem pudelwohl fühlt. Der deutsche Verteidiger Christian Ehrhoff kam kurz vor der Trade Deadline in die Windy City, nachdem ihn sein bisheriger Arbeitgeber Los Angeles Kings Mitte Februar in das Farmteam abgeschoben hatte.

"Es geht mit gut hier", sagte Ehrhoff zu meinem Kollegen Martin Stichauner am Mittwoch nach dem Morning Skate vor der Partie gegen die Philadelphia Flyers am Abend, die mit 2-3 erneut verloren wurde. "Chicago ist eine super Stadt. Ich bin letztes Wochenende hier in eine Wohnung eingezogen. Meine Familie zieht jetzt gerade aus dem Haus in Los Angeles aus und wird kommenden Samstag hier in Chicago eintreffen."

Ehrhoff macht keinen Hehl daraus, dass er über den Wechsel erleichert war. "Ich habe mich über den Trade natürlich sehr gefreut", erzählte er. "In Los Angeles war ich zuletzt in der Minor League und ich habe gehört, dass die Chicago Blackhawks an mir interessiert wären, seit dem ich von den Kings auf die Waiverliste gesetzt worden bin. Die Blackhawks und die Kings haben dann an einem Trade gearbeitet und als es soweit war, habe ich mich sehr darüber gefreut, denn ich glaube Chicago war sicher die bestmögliche Option für mich. Ja und jetzt freue ich mich sehr hier zu sein."

An seiner neuen Wirkungsstätte probiert es der 33-jährige gebürtige Moerser auch mit einer neuen, "alten" Rückennummer und lässt etwas Aberglaube durchblitzen, als er erzählt, warum er seine bisherige 10 abgelegt hat: "Ich wollte jetzt einfach einmal die Rückennummer wechseln und mit der Nummer 55 habe ich damals schon während des Lockouts in Krefeld gespielt. Diese Nummer war hier frei und ich habe mir gedacht, ich versuche es einmal damit."

Doch ganz rund läuft es noch nicht. So wurde Ehrhoff ausgerechnet gegen die Kings am Montag aus dem Kader gestrichen. "Ich bin für dieses Spiel einfach nicht berücksichtigt worden und war auf der ‚Scratchedliste‘", betonte er. "War natürlich sehr schade, denn gegen mein altes Team hätte ich sicherlich auch gerne gespielt, aber es war halt die Entscheidung des Trainers. Im Moment wird noch versucht einen Platz bzw. meine Aufgabe für mich innerhalb des Teams herauszufinden. Es ist noch früh, aber ich hoffe es entwickelt sich noch gut."

Trotzdem macht Ehrhoff alles in allem wieder einen zufriedeneren Eindruck als zuletzt in L.A., der sich positiv auf seine Leistung auswirken sollte. "Mit meinen Leistungen in den ersten Spielen bin ich sehr zufrieden", gab er selbstbewusst zu Protokoll. " Meiner Meinung nach habe ich ein gutes Spiel gemacht und es wurde mir von den Trainern auch so mitgeteilt. Wie gesagt, ich habe jetzt erst ein paar Spiele gemacht und ich muss halt abwarten, wie sich die gesamte Situation für mich entwickelt. Ich bin aber sehr positiv eingestellt."

Bereits am gestrigen Morgen verriet Ehrhoff, dass er am Abend auflaufen und somit sein erstes Heimspiel für Chicago bestreiten würde. Die besondere Stimmung im United Center hat es ihm angetan. "Ich werde heute mein erstes Heimspiel für die Blackhawks gegen die Flyers bestreiten und ich freue mich schon riesig darauf", sagte er. "Alleine die Nationalhymne hier ist bereits ein Toperlebnis. Wo ich hier als Gast gespielt habe, war die Atmosphäre immer schon super laut und ich freue mich deshalb wirklich schon sehr auf das heutige Spiel."

Leider konnte Ehrhoff nicht dazu beitragen, dass die negative Serie der Hawks gestoppt wurde. Im Gegenteil, beim Siegtreffer der Flyers durch Radko Gudas fälschte Ehrhoff unglücklich mit seinem Schläger am eigenen Torhüter Scott Darling vorbei ins eigene Netz ab. Er stand insgesamt 10:25 Minuten auf dem Eis.

Es wird nicht leicht für Ehrhoff, sich in dem starken Team mit der sehr gut besetzten Verteidigung um Duncan Keith durchzusetzen. Die erhoffte Chance um den Stanley Cup mitspielen zu können, hat er an seiner neuen Wirkungsstätte allemal. Vorausgesetzt die Mannschaft bekommt den Turnaround rechtzeitig hin.

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