Bouchard: Erster Verteidiger mit fünf Torbeteiligungen zum Auftakt
Die Oilers benötigten einen weiteren Treffer, um sich zumindest in die Overtime zu retten. Erneut war Bouchard daran beteiligt. Der Defensivspieler und Leon Draisaitl gaben 43 Sekunden vor Spielende den Assist für den Powerplay-Treffer von Vasily Podkolzin zum 5:5. Bemerkenswert: Mit drei Toren und zwei Assists war Bouchard an allen Toren seiner Mannschaft direkt beteiligt. Der Kanadier ist der erste Verteidiger der NHL-Historie, der in einem Saisonauftaktspiel fünf Scorerpunkte verbuchte.
Trainer Mike Babcock lobte Bouchard: „Er kann außergewöhnliche Spielzüge kreieren, und seine offensiven Fähigkeiten sind, gelinde gesagt, etwas Besonderes. Auch seine Pässe beim Spielaufbau waren stark. Insgesamt hatte er einen guten Abend.“ Doch allzu groß war die Freude über den historischen Abend von Bouchard nicht, denn in der Overtime entschieden die Canucks das Spiel für sich. Ryan Shea verlor im Spielaufbau unter dem Druck von Paul Cotter den Puck an der Bande. Cotter spielte zu Max Sasson, erhielt den Rückpass und entschied die Partie.
Dies rückte den historischen Abend von Bouchard in ein anderes Licht. „Man kann keinen Spieler mit fünf Scorerpunkten haben und trotzdem das Spiel verlieren“, sagte Babcock. „Das ergibt einfach keinen Sinn. Wir können über die individuelle Klasse und das Talent unserer Spieler sprechen, aber als Mannschaft müssen wir die Dinge richtig machen.“
Effektiver als Draisaitl und McDavid
Bouchard war effektiver als Leon Draisaitl (ein Assist) und Connor McDavid (zwei Assists), konnte sich aber trotzdem nicht über seinen außergewöhnlichen Abend freuen. Er blickte ernst und verzog keine Miene, als er nach Spielende umringt von Journalisten in der Kabine stand und die Partie analysierte. „Man hat gemerkt, dass es unser erstes Spiel der regulären Saison war. Wir müssen deutlich mehr Wert auf die Details legen. Wenn man so viele Überzahlangriffe des Gegners und sechs Gegentore zulässt, reicht das nicht“, sagte Bouchard.
Defensive als Schwachstelle der Oilers
Tatsächlich war das Defensivverhalten die große Schwachstelle beim Saisonauftakt. Zu Beginn des Schlussdrittels kassierten sie drei Gegentore innerhalb von 4:05 Minuten Spielzeit. Für Trainer Babcock kam der Einbruch durchaus überraschend. „Insgesamt fand ich, dass wir gut angefangen haben. Aber dann haben wir die Dinge nicht mehr richtig gemacht, den Puck verloren und falsche Entscheidungen getroffen. Am Ende haben wir sechs Gegentore kassiert.“
Babcock verwies darauf, dass die Mannschaft in den vier Vorbereitungsspielen insgesamt nur fünf Gegentore zuließ. „Darüber muss man nachdenken. Wenn wir bereit sind, zu arbeiten und die Dinge richtig zu machen, werden wir viel Erfolg haben. Wenn wir aber so spielen wie heute, werden wir den Spielen ständig hinterherlaufen“, so der Trainer.