Die Highlights und spielentscheidenden Szenen aus dem Spiel zwischen den Detroit Red Wings und den Ottawa Senators

Dylan Larkin weiß, wie man einen großen Auftritt hinlegt. Der Center der Detroit Red Wings feierte seinen Saison-Einstand mit einem Tor und einem Assist (1-1-2) beim 5:3-Heimsieg am Dienstagabend in der Little Caesars Arena. Der 30-jährige US-Amerikaner hatte im Sommer um einen Trade gebeten, in Folge dessen sein Kapitänsamt verloren und hatte vor Beginn des Training Camp eine Oberkörperverletzung erlitten. Im Rahmen der Team-Vorstellung beim ersten Heimspiel, an der Larkin in Zivil teilnahm, wurde er gnadenlos ausgepfiffen. Jetzt hatte der bei den Fans in Ungnade gefallene Held wieder den Jubel auf seiner Seite.

Larkin meldet sich eindrucksvoll zurück

„Es war gut wieder zurück und da draußen zu sein, um Hockey zu spielen. Es war ein Erfolg der Mannschaft, den wir in der Kabine gebraucht haben. Die Fans, wir Spieler, das Team und die Organisation haben diesen Sieg gebraucht“, sagte Larkin nach dem Spiel. „Ich war bereit für den Home-Opener. Ich möchte ein Mann sein und mich der Situation stellen. Ich verstehe, warum das passiert. Wie ich schon zu Saisonbeginn gesagt habe, möchte ich mich mit meinem Spiel zeigen. Es war schön, mit den Jungs da draußen zu sein und zu gewinnen.“

Larkins großer Moment an diesem Abend passierte kurz nach dem Ablauf eines Powerplays im ersten Drittel. Der Mittelstürmer parkte vor dem gegnerischen Tor ein, empfing einen kurzen Querpass von Mitspieler Viktor Arvidsson und traf eiskalt zur 2:1-Führung (14.).

OTT@DET: Larkin trifft bei seinem Comeback aus der Nahdistanz

„Immer, wenn du in der NHL ein Tor schießt, ist es ein gutes Gefühl. Es war schön, dass ich etwas für die Mannschaft beitragen konnte“, freute sich Larkin. „Ich wollte niemanden zu nahe treten, indem ich jetzt zu heftig juble. Ich habe also zu meiner Tochter im Publikum gezeigt. Sie ist 16 Monate alt, war letzte Saison schon einmal hier und weiß jetzt schon besser, was vor sich geht. Das war also etwas ganz Besonderes für mich. Sie wird es sich morgen nochmal anschauen wollen, denn das will sie immer.“

Kurz nach Wiederbeginn hatte Larkin in Überzahl einen zweiten Treffer auf dem Schläger, scheiterte aus der Nahdistanz aber an Gäste-Torwart Samuel Ersson (31 Saves, 88,6 Prozent Fangquote). Arvidsson stand für den Abstauber parat, stellte auf 3:1 für die Red Wings und buchte einen Assist auf Larkins Punktekonto (23.).

Hockey als Medizin

„Er ist ein Teil der Mannschaft und war seit Tag 1 des Training Camps immer da“, sagte Arvidsson über Larkin. „Er bringt Hartnäckigkeit und clevere Pässe ein und verteidigt gut. Er ist ein 200-Fuß-Spieler und eine Verstärkung. Er gewinnt die Zweikämpfe um den Puck, skatet richtig gut und ist schnell durch die Mitte, wodurch er Räume für seine Mitspieler schafft. Er kann passen und Tore schießen. Er ist ein großartiger Spieler.“

Zudem gewann Larkin 64,7 Prozent seiner Faceoffs, blockte einen Schuss und spulte 20:41 Minuten Eiszeit ab. Hinterher wurde er zum „Spieler des Spiels“ gewählt.

„Es war mein erstes Spiel. Ich habe mich da durchgekämpft. Es hat Spaß gemacht. Es ist gut, wieder ein Hockey-Spieler zu sein“, erklärte Larkin. „Für einen Hockey-Spieler ist es die beste Medizin, einfach wieder Hockey zu spielen und es zu genießen. Ich kann kaum in Worte fassen, wie viel Spaß es gemacht hat, endlich wieder Hockey zu spielen.“

Eine schwierige Situation für alle Beteiligten

Eine gewisse Anspannung war Larkin dennoch deutlich anzumerken. Nach wie vor ist seine Zukunft ungeklärt. Trainer Todd McLellan stellte deshalb sowohl Mannschaft und Spieler einen guten Umgang mit dieser Lage aus: „Beide Seiten, insbesondere Dylan, sind richtig gut mit dieser Situation umgegangen. Er ist ein Hockey-Spieler. Wenn er einmal die Ausrüstung anlegt, dann geht er raus und spielt Hockey. Er hatte einen Einfluss auf dieses Spiel. Er hat mit Herzblut gespielt, was immer gut ist. Er musste das heute tun und hat es getan. Ich kann euch sagen, dass sich die Jungs auf der Bank um ihn herum versammelt haben. Ich glaube, dass wir mit ihm eine bessere Mannschaft sind als ohne ihn. Das Team hat sich für ihn gefreut. Es war ein Erfolg der ganzen Mannschaft, und Dylan hat getan, was er tun musste. Was passiert ist, ist passiert - manchmal musst du einfach wieder Hockey spielen. Das hat er gemacht.“

Hinzu kamen die Fans, die ihren Unmut im ersten Drittel noch lautstark Luft verschafften und Larkin bei jedem Puck-Kontakt ausbuhten.

„Wir wissen, dass die Fans da sind. Wir können sie fühlen. Sie geben uns einen großen Schub. Die Jungs waren darauf vorbereitet. Ich habe es vielleicht für einen Wechsel gehört, vielleicht gab es danach auch noch etwas, ich weiß es nicht“, moderierte McLellan ab.

Und trotzdem war er Empfang in der Kabine nach dem Spiel noch nicht so glatt wie früher, wie Larkin selbst zugab: „Warum haben mich alle so zögerlich abgeklatscht?“, nahm es Detroits Nummer 71 mit Humor und wurde sofort wieder ernst: „Es gibt viele Leute hier, die mir viel bedeuten und die ich aus tiefen Herzen liebe. Es war ziemlich emotional. Ich will einfach weiterspielen und dem Team helfen, zu gewinnen.“

Stützle und Faulk zaubern

Das Larkin-Comeback überstrahlte selbstredend alles. Auch ein Traumtor von Ottawas Superstar Tim Stützle, der auf dem Weg zu seinem dritten Saisontreffer im Zick-Zack-Kurs nach vorne sprintete, um zum 1:0 für die Senators zu treffen (3.).

OTT@DET: Stützle bleibt heiß und trifft sehenswert zum 1:0

Auch die Leistung von Alex DeBrincat, der einen Doppelpack (4.; 60., Empty Net im Powerplay) schnürte und ein Drei-Punkte-Spiel (2-1-3) aufs Eis legte.

Auch einen spektakulären Siegtreffer von Red Wings-Verteidiger Justin Faulk, der durch zwei Bewacher hindurchskatete, um im Fallen zum 4:3 zu treffen (25.).

Und vielleicht auch den ersten Saisonsieg von Detroit (1-2-0), an dem der gefallene Held einen ganz entscheidenden Anteil hatte.

„Dylan war heute Dylan. Er hatte keine Vorbereitungsspiele und damit keine Chance, viel zu skaten. Wenn Dylan richtig effektiv sein will, dann braucht er seine Beine, die ihn über das Eis tragen. Es war zu sehen, dass ihm da noch etwas fehlt, aber das wird zurückkommen“, so McLellan. „Ohne ihn hätten wir heute wohl nicht gewonnen.“

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