Skip to main content

Doppelschlag zum Sieg

von Bernd Roesch / NHL.com

Es ist angerichtet zum Saisonhöhepunkt - dem Stanley Cup Finale 2015. Für Chicago ist es die 13. Finalteilnahme in ihrer Franchisegeschichte, Tampa steht nach 2004 zum zweiten Mal in einem Stanley Cup Finale. Die Stimmung in der bis auf den letzten Platz besetzten Amalie Arena von Tampa war diesem Ereignis mehr als würdig. Auch von einem Abtasten der Kontrahenten war keine Spur. Vor allem die Lightning legten los wie die Feuerwehr: Bereits nach 19 Sekunden tauchten Verteidiger Anton Stralman und Alex Killorn zum ersten Mal gefährlich vor dem von Corey Crawford gehüteten Gehäuse der Blackhawks auf. Auf der Gegenseite war Ben Bishop, bei Chicagos erster Torchance durch Patrick Kane in der vierten Spielminute, auf dem Posten. Es sollte für längere Zeit, die einzige Möglichkeit der Gäste gewesen sein. Die Hausherren machten weiter Druck, gewannen die Mehrzahl der Bullys und gingen auch durch einen wunderschönen Treffer früh mit 1-0 in Front: Mit dem Rücken zum Tor stehend nahm Killorn einen Schlagschuss von der blauen Linie aus der Luft und versenkte die schwarze Hartgummischeibe ins kurze Toreck. Die Gäste wirkten schockiert. Sie fanden auch in der folgenden Viertelstunde keinen Zugang zum Spiel. Entlastung brachte für sie erst eine Überzahlsituation zum Ende des ersten Drittels, als Jason Garrison wegen eines Crosschecks für zwei Minuten auf der Strafbank Platz nehmen musste. Zählbares sprang dabei nicht heraus und so ging es mit der knappen, aber hochverdienten Führung der Lightning in die erste Drittelpause.

Das zweite Drittel hatte kaum begonnen, da musste auch schon Tampas Torschütze wegen Hohen Stocks auf der Strafbank Platz nehmen. Die Gäste konnten auch aus dieser nummerischen Überlegenheit kein Kapital schlagen. Insgesamt wirkten die Blackhawks im Mittelabschnitt gefährlicher als in den ersten 20 Minuten. Ihre Torschüsse stellten jedoch für Bishop kein Problem dar. Ein Wechselfehler der Lightning zur Mitte dieses Durchgangs bescherte Chicago ein weiteres Powerplay und dieses verstrich wiederum gegen geschickt verteidigende Hausherren folgenlos. Gute Arbeit verrichtete auch die Unterzahlformation der Blackhawks als kurz darauf Kris Versteeg auf der Strafbank wegen Torwartbehinderung Platz nehmen musste, nachdem er einem Verteidiger der Lightning die Scheibe abgeluchst hatte. Kurz vor der zweiten Pause bekamen noch einmal Bishop, bei einem Schuss von Brad Richards vom Slot, und Crawford bei einem von Steven Stamkos, Gelegenheit sich auszuzeichnen. Sie taten das mit Bravour und somit verlief der ausgeglichene zweite Durchgang torlos.

Eine Führung nach zwei Dritteln hatten die Lightning in den Playoffs dieses Jahres noch nicht aus der Hand gegeben. Achtmal hatten sie am Ende auch das Eis als Sieger verlassen. Wird es ihnen ein neuntes Mal gelingen oder findet Chicago den Schlüssel zum Auswärtserfolg? In den ersten Minuten des Schlussabschnitts hatten die Gäste aus der Windy City mehr Spielanteile, konnten sich zeitweise sogar im Verteidigungsdrittel der Lightning festsetzen, doch im Abschluss mangelte es ihnen an Präzision, so dass Tampas Schlussmann nur gelegentlich, wie bei der Chance von Marian Hossa in der 48. Spielminute, rettend eingreifen musste. Der Wille der Blackhawks, diese Partie noch zu drehen, war zu spüren. Tampa konzentrierte sich hauptsächlich darauf seinen knappen Vorsprung über die Zeit zu retten und kam nur noch gelegentlich zu Entlastungsangriffen. Einen Alleingang von Ryan Callahan in der 52. Minute entschärfte Crawford. Gut 6 1/2 Minuten vor Drittelende hatten die Gäste Grund zum Jubeln: Teuvo Teravainen zog von der blauen Linie ab, Bishop war die Sicht verstellt und es stand nicht unverdient 1-1. Der Bann war gebrochen! Nur 118 Sekunden nach dem Ausgleich nutzte Antoine Vermette einen Puckverlust der Lightning in der eigenen Zone, Teravainen hatte ihnen den Puck abgeluchst, und schoss die Gäste mit 2-1 in Front. Aus der Not heraus verstärkten die Hausherren nun wieder ihre Angriffsbemühungen, Bishop verließ seinen Kasten zu Gunsten eines sechsten Feldspielers, doch alle ihre Maßnahmen trugen keine Früchte mehr und die Blackhawks durften sich über einen Auswärtserfolg freuen.

Mehr anzeigen