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Diese Spieler könnten wechseln

von Bernd Roesch / NHL.com

Am kommenden Mittwoch um 15:00 Uhr Eastern Time ist es soweit, das Wechselfenster in der NHL für die laufende Saison wird geschlossen. Nach dem Megadeal zwischen den Buffalo Sabres und den St. Louis Blues von Torwart Ryan Miller am Freitag vergangener Woche (wir berichteten), laufen die Spekulationen um weitere hochkarätige Spielerwechsel auf Hochtouren. Was sind Kriterien, die einen Trade wahrscheinlich werden lassen? Zum einen spielt es eine Rolle, welche Perspektive die jeweilige Mannschaft für die noch laufende Saison hat. Wurde das Erreichen der Playoffs als Hauptziel bereits abgeschrieben und soll für die anstehenden Jahre ein konkurrenzfähiger Kader aufgebaut werden? In diesem Fall ist die Franchise prädestiniert dazu als hochgehandelter Anbieter aufzutreten. Hat das Management einer Franchise als Ambition den Gewinn des Stanley Cups im Blickfeld, dann dürften sie in den kommenden 48 Stunden als engagierter Nachfrager auftreten.

Ein Blick auf die Tabelle verrät, dass von den 30 NHL-Teams gerade einmal eine Handvoll mit den Playoffs nichts mehr zu tun haben werden. Im Osten wären dies die Buffalo Sabres, Florida Panthers und die New York Islanders, in der Western Conference hauptsächlich die beiden westkanadischen Teams, die Edmonton Oilers und die Calgary Flames, eventuell auch noch die Nashville Predators als momentan Tabellenletzter der Central Division, die jedoch nur vier Punkte Rückstand auf einen Playoffplatz haben.

Kandidaten für einen Wechsel sind vor allem Spieler, deren Kontrakt bei ihrem aktuellen Arbeitgeber nach der Spielzeit ausläuft und die dann den Status eines Unrestricted Free Agents bekommen werden.

Die Gerüchteküche in Nordamerika brodelt. Welche Namen werden ganz hochgehandelt und für welche Teams könnten diese Spieler interessant sein?

An erster Stelle wird fast durchgehend mit Thomas Vanek ein österreichischer Stürmer genannt. Der 30-jährige Linksaußen kam erst Ende Oktober von den Buffalo Sabres nach Long Island. Matt Moulson, einen Erstrundenpick 2014 und einen Draft Pick der zweiten Runde in 2015 haben die Islanders für ihn eingetauscht. Das hehre Ziel der Islanders, mit Vanek auf jeden Fall die Playoffs zu erreichen, wurde verfehlt. An der in dieser Spielzeit abgelieferten Leistung des Wieners lag es zweifelsfrei nicht. Vanek brachte es in 60 Saisonpartien auf 21 Treffer und 32 Assists, war also pro Spiel für einen Zähler gut. Im Sommer 2014 läuft sein mit US$ 5.570.000 honorierter Vertrag aus. Angeblich soll er ein Angebot der Islanders zu einer Vertragsverlängerung bereits ausgeschlagen haben und somit dürfte er ein vielbegehrter Angreifer für jene Teams sein, die ein Auge auf einen treffsicheren Flügelstürmer geworfen haben. Günstig dürfte es nicht werden, sich die Dienste von Vanek zu sichern. Als Kompensation erwarten die Islanders sicherlich ein bis zwei Draft Picks in frühen Runden sowie einen Top-Nachwuchsspieler.

Seit einigen Jahren versuchen Präsident Kevin Lowe und seine diversen General Manager nun schon eine Mannschaft im Norden Albertas aufzubauen, die sich am Ende der Saison nicht wieder im Tabellenkeller wiederfindet. Geglückt ist es den Edmonton Oilers bisher nicht. Sie haben einen Kader, gespickt mit vielversprechenden Talenten, die aber mit einigen Ausnahmen den Erwartungen noch nicht gerecht werden konnten.

Schon seit über zehn Jahren stürmt Ales Hemsky für die Oilers. Häufig war er schon Bestandteil von Wechselgerüchten. In diesem Jahr könnte es Realität werden. Mit einem Salär von US$ 5 Millionen ist der Tscheche, von den Oilers 2001 in der ersten Runde gedraftet, ihr drittteuerster Spieler im Kader. 140 Tore und 335 Assists hat Hemsky in 651 NHL-Partien für Edmonton erzielt. Sein Vertrag endet in diesem Sommer und der 30-Jährige würde dann zu einem Unrestricted Free Agent. Seine 24 Scorerpunkte (7 Treffer, 17 Vorlagen) in diesem Jahr sind jetzt nicht das große Empfehlungsschreiben, doch Hemsky könnte gerade für jene Mannschaften interessant sein, die einen agilen Rechtsaußen für die dritte Sturmformation suchen, um damit mehr Tiefe in ihr Angriffsspiel zu bringen. Im Vergleich zu Vanek dürfte Hemsky auch relativ günstig gegen einen Draft Pick der zweiten oder dritten Runde zu bekommen sein.

Ein Stürmer der Oilers ganz anderen Kalibers und dazu noch vor seinem Leistungszenit stehend ist Sam Gagner. Der 24-Jährige war schon zu Beginn des Jahres für einen Wechsel im Gespräch. Am Ende der laufenden Saison tritt die No-Trade Klausel seines bis 2017 gültigen Vertrages in Kraft. Sollte Edmonton glauben auf ihn in der Zukunft verzichten zu können, dann wäre es nun der richtige Moment ihn einzutauschen. Der Center, den die Oilers 2007 an insgesamt sechster Stelle in der ersten Runde gezogen haben, konnte in fünf seiner sechs NHL-Jahre jeweils mehr als 40 Scorerpunkte erzielen. Eine gute Ausbeute, doch angesichts seines spielerischen Vermögens weniger als erwartet. Ihm persönlich würde eventuell auch ein Wechsel gut tun, um leistungsmäßig nicht zu sehr zu stagnieren. Angesichts eines Jahressalärs von US$ 4,8 Millionen, das ihm Ende des Jahres noch für zwei Jahre zusteht, wäre Gagner kein Schnäppchen. Ein Vorteil für seinen neuen Arbeitgeber ist, dass er nur einen Dritt- oder Viertrundenpick bzw. einen durchschnittlich starken Perspektivspieler abgeben müsste.

Und wer ist sonst noch im Gespräch, am Mittwoch eventuell umziehen zu müssen? Durchaus realistisch ist es, dass Calgary Flames Mike Cammalleri betroffen sein wird, sollte er das Angebot, das ihm von Calgarys General Manager Brian Burke unterbreitet wurde, nicht rechtzeitig annehmen. Auch Cammalleri, 31, würde Ende des Jahres zum Unrestricted Free Agent werden. Zwei Jahre älter als Cammalleri ist Nashvilles David Legwand. Sein Vertrag endet 2014. Mit zehn Treffern und 30 Vorlagen und seiner Erfahrung wäre er für die Predators in den Playoffs ungeheuerlich wichtig. Sollte deren Management jedoch nicht mehr darauf abzielen diese zu erreichen, dann werden sie versuchen ihn abzugeben.

Man darf auf jeden Fall gespannt darauf sein, was sich die General Manager und sportlichen Leiter der 30 Teams bis zum Ende der Wechselfrist einfallen lassen werden und man kann sich sicher sein, dass wieder einige Überraschungen darunter sein werden. Warten wir es ab.

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