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Souveräne Lightning dominieren die Bruins erneut

Tampa Bay zeigt in Spiel 4 die Gelassenheit eines Champions und steht kurz vor dem Seriensieg gegen Boston

von Robin Patzwaldt @RobinPatzwaldt / NHL.com/de Freier Autor

Im Vorjahr gingen die Tampa Bay Lightning als ein großer Favorit in die Stanley Cup Playoffs, scheiterte dann aber direkt zum Auftakt der K.o.-Phase mit 0:4 völlig überraschend an den Columbus Blue Jackets. Ausgerechnet als es darauf ankam, zeigte das Team Nerven. 

In diesem Jahr scheint das bisher völlig anders zu sein. Diesmal zeigten die Boston Bruins eine herausragende reguläre Saison, sicherten sich die Presidents' Trophy. Das Franchise aus Tampa Bay versprühte nicht denselben Glanz des Vorjahres. In der anschließenden K.o.-Runde läuft es hingegen bei den Lightning deutlich besser. 

Nachdem die Blue Jackets in diesem Jahr für sie keine ernsthafte Hürde darstellten, mit 4:1 aus dem Wettbewerb befördert wurden, läuft es auch in der Best-of-7-Serie gegen Boston für die Mannschaft aus Florida bisher sehr gut. 

Nach dem souverän herausgespielten 3:1-Erfolg in Spiel 4 am Samstag in der Scotiabank Arena von Toronto, dominiert Tampa Bay die Serie jetzt ebenfalls mit 3:1, hat am Montag die erste Gelegenheit mit einem weiteren Sieg an gleicher Stelle vorzeitig in die nächste Runde einzuziehen, dem angestrebten Stanley Cup-Sieg einen Schritt näher zu kommen. 

Video: TBL@BOS, Sp4: Palat netzt Vorlage von Point ein

Obwohl die Bruins im vierten Vergleich beider Teams in dieser Serie auf dem Eis alles versucht haben nach dem 1:7 vom Mittwoch in die Serie zurückzukommen, mussten die Lightning am Samstag nicht wirklich um den Erfolg zittern, brachten eine zwischenzeitliche 3:0-Führung nach dem zweiten Drittel ungefährdet über die Zeit. So spielt ein echter Champion.

Kein Wunder also, dass das zur Schau getragene Selbstvertrauen im Kreise der Aktiven nach dem Erfolg vom Samstag riesig war. In einer Pressekonferenz stellten sich unter anderem Victor Hedman, Blake Coleman, Ondrej Palat und Trainer Jon Cooper den Fragen der virtuell versammelten Medienschar.

Angesprochen auf die Situation, nach den zwei Tagen Spielunterbrechung wieder antreten zu müssen, räumte Hedman freimütig ein, dass die Stimmung vor dem Spiel schon eine gewisse Besonderheit gehabt hätte.

"Heute war es schon etwas anders als sonst. Die vergangenen 48 Stunden waren sehr intensiv. Wir haben uns als Mannschaft gestern noch einmal zusammengesetzt und die aktuellen Dinge abseits vom Eishockey intensiv besprochen. Doch am Ende galt es für uns heute trotzdem ein wichtiges Spiel zu spielen und das ist uns, denke ich, ganz gut gelungen. Wir haben uns nicht ablenken lassen. Aber etwas anders als sonst war es dann vor dem Spiel natürlich schon", sagte der Torschütze zum vorentscheidenden 3:0 in Spiel 4 im Rückblick.

Video: TBL@BOS, Sp4: Hedmans Schuss wird abgefälscht

"Wir haben heute nichts zurückgehalten. Am Ende willst du die Spiele immer gewinnen. Denn darum geht es", ergänzte er.

Sein eigenes Erfolgserlebnis kommentierte er mit einem Lächeln im Gesicht: "Das Tor zum 3:0 in der Überzahl zu erzielen war in dieser Phase natürlich wichtig. Ich bin sehr stolz darauf, dass das geklappt hat."

Im Schlussdrittel kamen die Bruins nur zu einem Ehrentreffer, konnten die Lightning nicht mehr ernsthaft in Gefahr bringen. Eine Tatsache, die Hedmann auch auf den Lerneffekt der vergangenen Monate zurückführte. "Unsere Verteidigung hat sich sehr gesteigert in den vergangenen Spielen. Wir haben inzwischen das Selbstvertrauen, sind als Team insgesamt nur sehr schwer zu schlagen. Als gesamte Gruppe haben wir im Vergleich zu früher viel dazugelernt. Wir sind sehr glücklich mit der Situation, in der wir uns jetzt befinden."

Coleman räumte ebenfalls ein, dass diese Begegnung für ihn anfangs besonders gewesen sei, suchte verbal aber danach ebenfalls direkt den Weg zurück in den Alltag: "Am Ende hat es sich heute dann doch wieder normal angefühlt. Die vergangenen 48 Stunden waren natürlich ungewöhnlich. Aber wir sind ja aus einem Grund hier. Und sobald das Spiel beginnt, sind wir voll darauf konzentriert."

Er sah ebenfalls einen deutlich erkennbaren Lerneffekt in seiner Mannschaft: "Wir haben Boston heute nicht viel gestattet. Wir kennen uns inzwischen alle gut, Vertrauen einander. Das macht es einfacher. Wir haben alle gemeinsam die Schüsse geblockt und uns für den Mitspieler eingebracht. In der Offensive haben wir ohnehin immer unsere Chancen. Das war auch heute so."

Palat, der in den vergangenen drei Spielen vier Treffer erzielen konnte, gab sich im Hinblick auf seine Leistungsexplosion bescheiden: "Ich mache eigentlich nichts anders als zuvor. Ich bin einfach froh, dass ich im Moment das Tor regelmäßig treffe. Einen speziellen Grund dafür sehe ich aber nicht. Als gesamter Kader haben wir viel Selbstvertrauen entwickelt. Das hilft am Ende dann auch mir mein Spiel zu spielen."

Trotz der komfortablen Ausgangslage sehen sich die Spieler aber noch nicht in der nächsten Runde. "Wir dürfen Boston nicht unterschätzen. Sie haben eine gute Mannschaft. Wir müssen diszipliniert bleiben und im Powerplay konzentriert agieren. Wenn uns das gelingt, dann haben wir gute Chancen, denke ich", bremste Coleman die Euphorie.

Coach Cooper war ein Stück weit stolz auf das bisher Erreichte. "Als Trainer haben wir natürlich versucht die Konzentration im Team während der Pause hochzuhalten. Es ging darum den Blick auf das Spiel nicht aus den Augen zu verlieren. Das hier sind die Playoffs und da willst du gut spielen und möglichst jedes Spiel gewinnen. Das ist uns gut geglückt in dieser Begegnung, denke ich."

Gelingt Tampa Bay am Montag in Spiel 5 (7:00 p.m. ET; Di. 1 Uhr MESZ; NHL.tv) erneut ein Sieg, wäre die Teilnahme an der nächsten Runde schon perfekt gemacht. Tritt die Mannschaft dann wieder ähnlich routiniert und konzentriert auf wie zuletzt, stehen die Chancen gut. 

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