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Die Sieger und Verlierer zur NHL Wechselfrist

von Bernd Roesch / NHL.com

Schon seit Wochen spekulieren Fans und die Eishockey-Fachwelt online und in diversen Sportmagazinen darüber, welche Spieler bis zur NHL Trade Deadline 2016 am 29. Februar abgegeben werden können, welche Spieler ihrem Team weiterhelfen können oder welche Mannschaft sich durch einen geschickten Spielertausch einen enormen Vorteil im Kampf um die Eishockeykrone, dem Stanley Cup, verschaffen kann.

Bis Montagabend 21:00 Uhr mitteleuropäischer Zeit hatten die General Manager der 30 Mannschaften Zeit ihren Kader für die anstehenden Playoffs aufzurüsten. Schon in den letzten drei Tagen bevor das Transferfenster geschlossen wurde kam es zu einigen spektakulären Trades. Allen voran der Sontagsdeal zwischen den New York Rangers und den Carolina Hurricanes sorgte für Aufsehen. Die Rangers holten sich Stürmer Eric Staal, den langjährigen Kapitän und Stanley Cup Champion von 2006 der Hurricanes und gaben im Tausch, mit Aleksi Saarela einen Nachwuchsspieler, sowie zwei Draft Picks der zweiten Runde in 2016 und 2017 ab. Das Traditionsteam aus Manhattan möchte es also in dieser Saison noch einmal wissen und ein gehöriges Wörtchen um die Vergabe des Titels mitreden. Zweifellos ist der 31-jährige Staal, der es in seiner Karriere auf bereits 775 Scorerpunkte (322 Tore, 453 Assists) in 909 Partien gebracht hat, mit seiner Erfahrung eine erhebliche Verstärkung für die Mannschaft von Alain Vigneault. Zudem trifft Staal, dessen Vertrag Ende dieser Saison ausläuft, bei den Rangers auf seinen Bruder Marc, so dass es ihm nicht schwer gefallen sein dürfte diesem Wechsel zuzustimmen.

Am gleichen Tag gaben die Rangers auch noch Center Ryan Bourque gegen Center Chris Brown von den Washington Capitals ab. Die beiden 25-jährigen Stürmer dürften jedoch kaum zum Einsatz in den Playoffs kommen.

Der letzte Tag der Wechselfrist begann relativ ruhig. Den Auftakt machten kurz nach 16:00 Uhr die Arizona Coyotes und die Pittsburgh Penguins. Pittsburgh gab Linksaußen Sergei Plotnikov, der am 6. Januar sein letztes Spiel für die Pens bestritten hatte, ab und erhielt hierfür Arizonas Minor Leaguer Matthias Plachta und einen Draft Pick der siebten Runde in 2017. Der 24-jährige deutsche Stürmer hatte es in 46 Partien für die Springfield Falcons auf zwei Tore und fünf Assists gebracht.

In den folgenden drei Stunden wurden keine weiteren Trades verkündet, doch man kann sich sicher sein, dass im Hintergrund die General Manager kräftig telefonierten. Erneut waren es die Coyotes, die als nächstes für Schlagzeilen sorgten. Mikkel Boedker, einer der am heißesten gehandelten Kandidaten, wurde von den Coyotes an die Colorado Avalanche abgegeben. Im Tausch schickten die Avalanche ihren Erstrundenpick (Nr. 12) von 1998, Alex Tanguay, ihren Erstrundenpick von 2014, Conner Bleackley, und Verteidiger Kyle Wood, den sie ebenfalls 2014 in der dritten Runde an 84. Stelle gezogen hatten in die Wüste Arizonas. Mit diesem Deal haben sich die Avalanche kurzfristig verstärkt und das Management machte noch einmal klar, dass sie von ihrem Team eine Playoffteilnahme erwarten. Für den 26-jährigen dänischen Stürmer, der es in 62 Partien für die Coyotes auf 13 Tore und 26 Assists gebracht hat, dürften sich sicherlich mehrere Mannschaften interessiert haben.

Nur wenig später schlugen die Avalanche ein weiteres Mal zu. Sie verstärkten ihre Defensivabteilung durch den jungen Verteidiger Eric Gelinas und gaben für den 24-jährigen Verteidiger ein kleines Stückchen Zukunft in Form eines Draft Picks der dritten Runde beim NHL Draft 2017 ab.

Mit den Dallas Stars und den Anaheim Ducks sorgten zwei weitere Teams aus der Western Conference für Highlights. Die Texaner holten sich Verteidiger Kris Russell von den Calgary Flames. Der 28-jährige Kanadier war in dieser Saison mit vier Toren und elf Assists in 51 Spielen zwar unter seinen Erwartungen geblieben, hatte aber in den beiden Jahren zuvor, als ihm 29 und 34 Scorerpunkte gelangen, gezeigt welches Potenzial in ihm steckt. Für ihn gaben die Stars Verteidiger Jyrki Jokipakka, Stürmer Brett Pollock und unter Vorbehalt einen Draft Pick der zweiten Runde in 2016 ab. Die Flames bewiesen unter anderem mit diesem Trade, dass sie eine Playoffteilnahme bereits ad acta gelegt haben.

Ein richtiggehendes Schnäppchen machten die Ducks durch die Verpflichtung von Florida Panthers Nachwuchsstürmer Brandon Pirri. Für den 24-jährigen Center, der in der laufenden Saison in 52 Partien elf Tore und 13 Assists verbuchen konnte, mussten die Kalifornier nur einen Draft Pick der sechsten Runde beim NHL Draft 2016 abgeben. Einen weiteren Coup landeten sie bei einem Deal mit den Buffalo Sabres, die Linksaußen Jamie McGinn gegen einen Draft Pick der zweiten oder dritten Runde, je nachdem ob die Ducks zwei Playoffrunden überstehen, ziehen ließen.

Kurz vor Torschluss griffen auch noch die New Jersey Devils ins Handelsgeschehen ein, indem sie Stürmer Stefan Matteau, immerhin ihr Erstrundenpick von 2012, mit den Montreal Canadiens für Devante Smith-Pelly, der es auf sechs Tore und sechs Assists in dieser Saison gebracht hatte, eintauschten. Für etwas mehr Aufsehen sorgte Devils zweiter Trade an diesem Abend: Die Boston Bruins bekommen mit Lee Stempniak einen gestandenen NHL-Stürmer, der seit 2005 schon 771 Partien für die Blues, Maple Leafs, Coyotes, Flames, Penguins, Rangers, Jets und die Devils bestritten hat. Im Gegenzug erhalten die Devils einen Draft Pick der vierten Runde in 2016 und einen der zweiten Runde in 2017. Kurzfristig betrachtet dürften die Bruins von diesem Deal profitieren, der ihnen mehr Tiefe im Angriff beschert. Mit Verteidiger John-Michael Liles fand Boston auch noch einen erfahrenen Mann in Carolina.

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