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Die Sharks schnupperten Finalluft in Spiel 1

von Bernd Roesch / NHL.com

Sie können jeden Spieler fragen, den Sie möchten, jeder wird ihnen auf Anhieb sagen, dass es das Größte ist in einem Stanley Cup Finale zu stehen - bevor man ihn gewonnen hat.

Am Montag um 20:00 Uhr Ortszeit hatten die Spieler der San Jose Sharks erstmals die Möglichkeit Final-Luft zu schnuppern. Im Consol Energy Center von Pittsburgh stand am Montag das erste Stanley Cup Finale gegen die Pittsburgh Penguins auf dem Programm.

Bekanntschaft mit dem Eis vor Ort konnten die Sharks bereits bei ihrem ersten Training am Sonntag machen, doch die ganz besondere Atmosphäre, die bei einem Finalspiel um den begehrten Cup auf den Rängen, in den Katakomben und in den Kabinen der Arena herrscht, war für San Joses Spieler etwas Neues.

25 Jahre hatte es gedauert bis die Sharks zum ersten Mal seit Bestehen ihrer Franchise in ein Stanley Cup Finale einziehen und endlich den Ruf, eine Mannschaft zu sein, die in den Playoffs nicht ihr Maximum herausholen kann, loswerden konnten. Mit Ausnahme von Verteidiger Dainius Zubrus, der bereits 1997 mit den Philadelphia Flyers und im Jahre 2012 mit den New Jersey Devils Finalerfahrung machen konnte, ist es für die restlichen Spieler der Sharks Neuland bei einem Stanley Cup Finale auf dem Eis zu stehen. Ihr einziger Stanley Cup-Sieger ist Schlussmann Martin Jones, der ihn 2014 mit den Los Angeles Kings als Backup gewinnen konnte, dabei aber bei keinem Finalspiel im Tor gestanden hatte.

War es die mangelnde Erfahrung oder die beeindruckende Kulisse, welche die Sharks in den ersten Minuten nicht zu ihrem Spiel finden ließ?

San Jose wurde im ersten Spielabschnitt von den gastgebenden Penguins regelrecht überrumpelt. Nach 20 Minuten lautete das Torschussverhältnis 4-15 zu Gunsten von Pittsburgh, und aus Sicht der Sharks noch schlimmer, der Spielstand 0-2 nach einem Doppelschlag von Bryan Rust und Conor Sheary innerhalb von 62 Sekunden zur Mitte des ersten Drittels.

San Joses Trainer Peter DeBoer stritt nicht ab, dass er schon eine gewisse Nervosität bei seinen Spielern verspürt habe, er aber auch keine Zweifel hatte, dass sie diese ablegen könnten.

Und so sollte es kommen: Im Mitteldrittel waren die Gäste deutlich präsenter.

Als Beruhigungsmittel diente eine Strafe gegen Ian Cole 74 Sekunden nach der ersten Pause und der daraus resultierende Überzahltreffer von Tomas Hertl. Wie aufgeregt San Joses Spieler auch gewesen sein mögen, man legt die Nervosität am leichtesten mit dem ab, was man am besten kann, und was die Sharks in den diesjährigen Stanley Cup Playoffs richtig gut können ist in Überzahl spielen.

Mit ihrem bereits 18 Powerplaytreffer, so häufig war keine andere Mannschaft bei Überzahl auf dem Eis erfolgreich, schossen sie sich zurück in die Begegnung. Ihnen in die Karten spielte auch der Ausgleichstreffer von Patrick Marleau in der vorletzten Spielminute des zweiten Durchgangs, womit sie die gelbe Menge der Pittsburgh Fans auf den Rängen des weiten Runds zum Verstummen bringen konnten.

Seine Nerven in den Griff bekommen, hatte vor allem auch Jones, der nach den zwei frühen Gegentreffern mit seinen Paraden im Schlussabschnitt die Penguins schier zur Verzweiflung brachte und seinen Vorderleuten die nötige Sicherheit gab - im letzten Drittel wehrte Jones 17 Schüsse ab.

Aus einem Happy End wurde es für die Kalifornier jedoch nichts. Als man sich schon so langsam auf eine Verlängerung in dieser hart umkämpften Partie einstellen konnte, es standen noch knapp drei Minuten auf der Uhr, gelang es dem völlig frei vor dem Tor auftauchenden Nick Bonino doch noch aus kurzer Distanz mit einem Schuss ins kurze Toreck das Siegtor für die Hausherren zu erzielen.

Joe Pavelski, San Joses Topscorer mit 13 Toren und neun Assists, der in dieser Partie punktlos geblieben war, zeigte sich nach der Partie enttäuscht und sah in dem schwachen Start, den er sich nicht so recht erklären konnte, die Ursache für die Niederlage, zollte aber auch dem Gegner Respekt: "Sie haben eine unheimliche schnelle Mannschaft und sind sehr gut ins Spiel gekommen. Die Blues und auch Nashville haben mehr auf Konter gespielt."

Noch deutlicher äußerte sich Patrick Marleau: "Wir hatten uns eigentlich vorgenommen ihnen wenig Freiraum zu lassen und dann gingen wir raus und ließen zu viele Torschüsse zu. Im zweiten Drittel wurde unser Spiel besser."

Gereicht hat das nicht, doch die Sharks sind um eine weitere Erfahrung reicher geworden und werden mit dieser in Spiel 2, das am Mittwoch wieder im Consol Energy Center um 2:00 MESZ stattfinden wird, antreten. Ausgang offen.

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