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Die Schweiz und Österreich holen einen Punkt

von Bernd Rösch und Stefan Herget / NHL.com

Österreich - Lettland 1-2 (1-0/0-1/0-0/0-1)

Unglückliche Niederlage

Nur 20 Stunden nach dem 2-1 Zittersieg von Deutschland über Lettland musste die österreichische Nationalmannschaft gegen den Tabellenletzten der Gruppe A antreten, und die Partie entwickelte sich zu einem Abstiegskrimi, in dem die Österreicher über weite Strecken das aktivere Team waren, sich am Ende aber mit einem Punkt zufrieden geben mussten. Den Letten war anzumerken, dass ihnen das kräftezehrende Spiel vom Vorabend noch in den Knochen steckte. Es waren noch nicht einmal drei Minuten gespielt als sich Aleksandrs Jerofejevs wegen eines unerlaubten Checks gegen den Kopf von Österreichs NHL-Star Michael Raffl eine 2 + 10 Minuten Disziplinarstrafe einhandelte. Aus der anschließenden Überzahl konnten die Österreicher aber kein Kapital schlagen. Dennoch konnte Nationaltrainer Daniel Ratushny zufrieden mit dem Auftritt seines Teams sein, das deutlich mehr Spielanteile als die Balten hatte. Der Knoten schien geplatzt, nachdem Brian Lebler(17.) auf hübschem Zuspiel von Michael Raffl, die zu diesem Zeitpunkt hochverdiente 1-0 Führung gelang. Sie hielt bis zur ersten Drittelpause Bestand.

Auch nach dem Seitenwechsel dominierten die Mannen aus der Alpenrepublik das Spiel, wurden aber nach einer guten halben Stunde eiskalt erwischt, als die torgefährlichste Reihe der Letten auf dem Eis stand: Lettlands Topscorer Kaspars Daugavins spielte Doppelpass mit Lauris Darzins(33.), und dieser hatte beim 1-1 Ausgleichstreffer das halb leere Tor vor sich und netzte ein. Der Spielverlauf war damit auf den Kopf gestellt. Die Letten zogen sich wieder zurück und versuchten ihr Glück weiterhin im Kontern. Österreich kontrollierte das Spiel. Am Ende des zweiten Durchgangs lautete das Torschussverhältnis 17 zu 13 für Österreich.

An den Kräfteverhältnissen änderte sich auch wenig im Schlussabschnitt. Die ÖEB-Auswahl war bemüht wieder in Führung zu gehen, doch Edgars Masalskis im Tor erwies sich für sie als unüberwindbare Hürde. Exemplarisch hierfür steht eine Riesenchance von Thomas Hundertpfund und Thomas Raffl, die bei einer 2-gegen-1 Situation, als noch knapp acht Minuten auf der Uhr standen, an Masalskis scheiterten. Eine weitere Gelegenheit zum erlösenden Siegtor hat Michael Raffl in der letzten Spielminute, doch er scheiterte am herausragend reagierenden Torwart der Letten. Somit stand es nach 60 Spielminuten weiterhin Unentschieden und die Entscheidung musste in der Verlängerung oder im Penaltyschießen fallen. Nur 33 Sekunden währte die Overtime ehe Kaspars Daugavins(61.) mit dem Siegtreffer zum 2-1 die Österreicher auf den letzten Tabellenplatz der Gruppe A schoss. Österreich muss nun auf jeden Fall noch punkten, um nicht abzusteigen - entweder am Montag gegen die deutsche Auswahl oder am letzten Spieltag gegen die Stars aus Kanada.

Schweden - Schweiz 2-1 (1-0/0-0/0-1/1-0)

Ein wichtiger Zähler

Der schwedischen Nationalmannschaft war auch gegen die Schweizer Nati der Eishockeygott hold. Nach einem hart umkämpften Spiel verließen sie nach knapp vier Minuten in der Overtime als Sieger das Eis. Als Morris Trachsler auf der Strafbank saß versenkte Filip Forsberg(64.pp) von den Nashville Predators die Scheibe zum 2-1 Siegtor hinter Leonardo Genoni im Netz. Für den 20-jährigen Schweden war es bereits das sechste Tor. Er ist damit der bis dato erfolgreichste Torschütze in diesem Turnier.

Doch die Partie hätte auch schlimmer, nämlich ohne Zählbares, für die Schweizer ausgehen können. Nach dem frühen Führungstor von Elias Lindholm(8.) liefen sie über einer halben Stunde dem Rückstand hinterher. Auch von einer Überzahlsituation zum Ende des ersten Spielabschnitts konnten sie nicht profitieren. Den vermeintlichen Ausgleich erzielte Mark Streit nach knapp 13 Minuten, doch nach Videobeweis stellte sich heraus, dass der Puck die Torlinie nicht in vollem Umfang überquert hatte.

Im Mitteldrittel schafften es die Schweizer, trotz viel Engagement, nur selten sich gegen die kompakt in der Defensive stehenden Skandinavier durchzusetzen. Nur zweimal brachten sie in diesem Spielabschnitt die Scheibe auf das Gehäuse von Jhonas Enroth. Aber auch die Schweden ließen es an Effektivität im Abschluss mangeln, und so stand es auch zur zweiten Pause noch 1-0.

Nach dem Seitenwechsel dauerte es nur 34 Sekunden bis zum kuriosen Ausgleich. Mit dem Kopf erzielte Simon Bodenmann(41.) nach einem Schuss von Eric Blum das 1-1. Erneut musste der Videobeweis zu Rate gezogen werden, doch diesmal durften sich die Eidgenossen über ein reguläres Tor freuen, durch das sie einen großen Schritt in Richtung Viertelfinale gemacht haben. Bei noch zwei ausstehenden Spielen beträgt ihr Vorsprung auf Deutschland drei Punkte. Die Deutschen müssen noch gegen die Gastgeber aus Tschechien und gegen Österreich antreten. Die Schweizer bekommen es mit Kanada, am Sonntag, und Tschechien, am Dienstag, zu tun.

Die weiteren Begegnungen des Tages:

Frankreich - Kanada 3-4 (1-2/0-1/2-1)

Weißrussland – Russland 0-7 (0-1/0-3/0-3)

Finnland – Slowakei 3-0 (0-0/0-0/3-0)

Dänemark – Norwegen 4-1 (2-1/1-0/1-0)

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