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Die Schweiz bangt erneut um das Viertelfinale

von Alexander Gammel / NHL.com

Die Eidgenossen traten am Samstag als klarer Außenseiter gegen den Gastgeber Russland an. Ein wichtiges Spiel. Die Schweizer hatten noch eine Chance auf das Viertelfinale, ihr erklärtes Ziel und die Sbornaja hatte in den ersten zwei Spielen schwächen gezeigt. Zuerst verloren sie gegen 3-0 gegen Tschechien, dann taten sie sich beim 6-4 Sieg gegen den Gruppenletzten Kasachstan Schwer.

Doch nach einem 4-0 Sieg gegen Lettland und dem überragenden 10-1 gegen die Dänen, wollte der Gastgeber gegen die Schweiz nichts anbrennen lassen. Sie dominierten von Anfang an das Spiel, doch die Schweiz kämpfte, allen voran Torwart Reto Berra. Er kassierte zwar nach 5:13 das 1-0 gegen Ivan Telegin, hielt die Schweiz aber im Spiel.

Nach 17:07 dann eine kuriose Szene: Russland Torwart Sergei Bobrovski fuhr zur Bank um sich eine neue Flasche zu holen, was gemäß den Regeln von den Offiziellen geahndet wurde. Bobrovski musste bei seinen Teamkollegen auf der Bank Platz nehmen, während sein Ersatz Ilya Sorokin ins Tor ging. Er hätte sich die Flasche von einem Mitspieler bringen lassen müssen. Zwei Minuten später ging wieder Bobrovski ins Tor.

Auch im zweiten Drittel wurde es nicht besser für die Schweiz. Nach 28:40 traf Yevgeni Kuznetsov zum 2-0, dabei machte Superstar Alex Ovechkin mit einer Vorlage seinen ersten Punkt der WM, nachdem er mit den Washington Capitals in den Stanley Cup Playoffs ausschied. Doch mit einem 2-0 war die Sensation für die Eidgenossen noch in Reichweite.

Allerdings folgte danach eine Schwemme von Strafen gegen die Schweiz, die in der 2+10 Strafe gegen Robin Grossmann nach 4:25 im dritten Drittel gipfelte. Er rammte Pavel Datsyuk von hinten in die Bande und verdiente sich damit ohne Frage die Disziplinarstrafe.

Nach 48:50 traf dann erneut Telegin zum 3-0. Die Schweizer gingen zwar nicht komplett unter und schienen dem Ergebnis nach noch in Schlagdistanz, waren spielerisch aber klar unterlegen. Selbst in ihren bis dahin zwei Powerplays konnten sie wenig kreieren, was vor allem am starken Unterzahlspiel der Gastgeber lag. Sie gaben ihren Gegnern keinen Raum, keine Zeit, kämpften um jeden Millimeter und konnten immer wieder klären.

Die Schweizer nahmen dann bereits 7:10 vor Spielende zum ersten Mal Berra für den sechsten Feldspieler vom Eis. Weniger als drei Minuten später fiel, mit Berra zurück auf seinem Posten, das 4-0 durch Sergei Shirokov.

76 Sekunden vor Spielende erzielten die Eidgenossen dann noch den Ehrentreffer durch Simon Moser, große Freude darüber schien aber nicht aufzukommen. 17 Sekunden vor Schluss erhöhte Sergei Mozyakin dann noch auf 5-1, ein Treffer für die Statistik.

Die Schweiz muss damit ernsthaft um den Einzug ins Viertelfinale bangen. Zwar liegt das Team derzeit auf Rang vier, allerdings haben sie mit den schweren Gegnern Schweden und Tschechien noch ein härteres Restprogramm, als ihre Verfolger Dänemark und Norwegen.

Im Parallelspiel gab es ein historisches Ereignis. Ungarn fuhr mit dem 5-2 Sieg gegen Weißrussland den ersten WM Sieg seit 77 Jahren ein. Damit überholten die Ungarn im Kampf um den Klassenerhalt Team Belarus. Die müssen noch gegen Frankreich antreten, der Aufsteiger tritt im letzten Spiel gegen Deutschland an.

Wenige Stunden zuvor schlug Finnland in einem zähen Spiel Frankreich mit 3-1. Dabei erzielte die junge Sensation Patrik Laine erneut ein Tor und eine Vorlage.

Im Skandinavischen Duell taten sich die Schweden schwer gegen den kleinen Bruder aus Norwegen, doch am Ende gewannen sie 3-2.

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