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Reservespieler plötzlich im Mittelpunkt

Grzelcyk verletzt, Sundqvist gesperrt - Beide Trainer müssen personell umstellen

von Christian Rupp @IamCR1 / NHL.com/de

In Spiel 3 des Stanley-Cup-Finals 2019 sind sowohl die St. Louis Blues als auch die Boston Bruins zu personellen Veränderungen gezwungen. So bitter der Ausfall für die betreffenden Spieler ist, desto größer ist die Chance für die Akteure, die nun einspringen müssen.

Sowohl Bostons Trainer Bruce Cassidy als auch St. Louis' Coach Craig Berube hielten sich bislang mit personellen Veränderungen zurück. Während Cassidy alles beim Alten beließ, brachte Berube in Spiel 2 Robby Fabbri für Robert Thomas. In Spiel 3 müssen nun beide Trainer zwangsläufig die Rotationsmaschine anwerfen.

Grund dafür ist ein Bandencheck von Blues-Stürmer Oskar Sundqvist gegen Bruins-Verteidiger Matt Grzelcyk in Spiel 2 (18.), der eine Verletzung von Grzelcyk und eine nachträgliche Sperre von einer Partie für Sundqvist zur Folge hatte. Nun sind die Coaches gefordert, einen passenden Ersatz für Spiel 3 zu finden. Die Reservespieler scharren bereits mit den Hufen.

 

[Hier findest du alles über die BOS-STL Serie]

 

Bruins: Moore oder Kampfer?

Bei Boston sind John Moore (28) und Steven Kampfer (30) die ersten Alternativen für den Platz in der dritten Verteidiger-Reihe neben dem Rechtsschützen Connor Clifton. "Moore ist ein Linksschütze, hält das Spiel einfach. Ich habe gerne Pärchen, die ihren Schläger auf ihrer starken Seite haben. Wir werden die Entscheidung morgen vor dem Spiel treffen", so Cassidy. "Johnny Moore und Steve Kampfer haben in dieser Saison beide schon in den Playoffs gespielt. Sie sind bereit, zu spielen. Sie müssen rausgehen, ihre Füße bewegen und ein Gefühl für St. Louis bekommen. Es ist ein anderes Team - das ist die größte Herausforderung."

Auch Bruins-Kapitän Zdeno Chara hat keine Angst vor einem allzu großen Qualitätsverlust. "Wir konnten uns bislang immer voll auf die Tiefe in unserem Kader verlassen. Wir haben genug Spieler in unserem System, um die Lücke zu schließen", sagt Chara und schickte Genesungswünsche für Grzelcyk hinterher. "Es ist unglücklich, dass er nicht spielen kann. Hoffentlich wird er schnell wieder fit." Vollstes Vertrauen sprach Stürmer Noel Acciari den Reservisten aus: "Wer auch immer reinkommt, wird bereit sein. Auch unser Trainerteam geht sicher, dass jeder bereit ist, sollte er in die Aufstellung kommen."

Blues: Darf Sanford stürmen?

Bei St. Louis ist durch die Sundqvist-Sperre ein Platz in der vierten Sturmreihe freigeworden. Hier dürfte Ivan Barbashev von der Flügel- auf die Center-Position rücken. Entweder wird Thomas (19) in die Aufstellung zurückkehren oder aber Berube entscheidet sich mit Zach Sanford (24) für einen erfahreneren Linksaußen. Anhand der Trainingseindrücke ist davon auszugehen, dass es wohl letztere Option wird.

Für Sanford wäre es der vierte Einsatz in den Playoffs 2014. Der US-Amerikaner kennt beide Seiten des Geschäfts: Die Rolle des Spielers auf dem Eis und die Rolle des Ersatzmanns auf der Tribüne. Dabei kann er beidem etwas Positives abgewinnen. "Von oben zuschauen zu können ist auch wertvoll. Ich hatte die Möglichkeit, aus einer anderen Perspektive zu lernen, wie unser Team spielt, was uns erfolgreich macht. Es von oben zu sehen ist leichter als auf dem Eis-Level. Ich glaube schon, dass ich weiß, wie ich zu spielen habe, sollte ich reinkommen, um dem Team helfen zu können, zu gewinnen", sagt Sanford.

Eine besondere Situation

Nichts desto weniger ist die Backup-Rolle etwas anderes. Gerade in den Playoffs. "Niemand möchte hier sein, um nur zuzuschauen. Jeder bereitet sich darauf vor, spielen zu können, auch wenn die Vorbereitung etwas individueller ist", so Blues-Verteidiger Jay Bouwmeester. "Es kann aus verschiedenen Gründen sein, dass diese Jungs plötzlich gebraucht werden. Beim Eishockey werden immer wieder Spieler verletzt. Es kommt also jemand rein, was eine große Chance für den neuen Spieler ist."

Genau diese möchte nun etwa Sanford nutzten, der sich in den letzten Tagen genauso fit hielt wie ein Stammspieler: "Es ist schon etwas anderes. Du arbeitest weiter, verbringst viel Zeit im Kraftraum, bleibst im Training länger auf dem Eis. Solltest du dann aktiviert werden, brauchst du sicher ein, zwei Wechsel und ein paar Checks, um reinzukommen."

Die Eingliederung für die Ersatzspieler möchte auch Cassidy so einfach wie möglich machen: "Wir müssen dafür sorgen, dass sich der Spieler, der einspringt, sofort willkommen fühlt. Es sollte leichter fallen, weil das Team und die Reihen an sich schon eingespielt sind. Wer auch immer morgen einspringt, braucht gute Nerven. Es ist was anderes als im Training. Du bekommst schnell einen Geschmack dafür, um was es zu diesem Zeitpunkt in der Saison geht."

Video: STL@BOS, Sp2: Gunnarsson gewinnt es für Blues in OT

Spiel 3 steigt in der Nacht von Samstag auf Sonntag um 2 Uhr MESZ (live bei NHL.tv, DAZN, Sport1+ und Teleclub Sport) im Enterprise Center.

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