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NHL-Dynastien: Die New York Islanders der 80er

Unsere Serie der herausragenden Dynastien der Ligageschichte beschäftigt sich heute mit dem Team aus Long Island

von Robin Patzwaldt @RobinPatzwaldt / NHL.com/de Autor

Als der Puck am 1. Januar 2017 beim Eröffnungs-Bully des NHL Centennial Classic in Toronto erstmals auf das Eis fiel, da eröffnete die National Hockey League zugleich offiziell die Feierlichkeiten rund um ihren 100. Geburtstag. Im Jahre 1917 gegründet, ist die Ligageschichte inzwischen reich an Eishockeygeschichten und Ikonen des Sports, spielten schier unzählige Teams und Aktive in ihr eine große Rolle.

An jedem Samstag während des gesamten Jahres 2017, wird NHL.com/de die herausragenden Personen und Teams dieser 100-jährigen Geschichte an dieser Stelle vorstellen.

Innerhalb dieser Reihe tauchen wir auch ein in eine Serie der herausragenden Mannschaften, welchen es gelang zu echten Sportdynastien ihrer Generation heranzureifen, ihre Zeit in der Liga zu dominieren. In dieser Ausgabe: Die New York Islanders der 1980-er-Jahre.

Aktuell haben sie den Weg in die diesjährigen Playoffs ja leider einmal wieder nicht geschafft, doch die New York Islanders waren, die jüngeren unter unseren Lesern werden es sich vielleicht gar nicht mehr so richtig vorstellen können, einmal das dominierende Team der Liga. Gut dreißig Jahre ist das allerdings aktuell auch schon so. Damals siegte man reihenweise, konnte als bis heute einziges Team der Ligageschichte einmal stolze 19 Playoff-Serien in Folge gewinnen.

Die Dominanz aus dieser Phase bestimmt bis zum heutigen Tage auch das Selbstverständnis der New Yorker Vorstädter. Die Franchise ist bis zum heutigen Tage die letzte Organisation der es gelang mehr als zwei Titel in der besten Eishockeyliga der Welt in Folge zu gewinnen. Eine echte Eishockeydynastie eben, auf die alle damals Beteiligten noch heute mit großem Stolz zurückblicken.

Es war im Mai 1980, da krönte sich das Team, welches erst wenige Jahre zuvor als Neuling in der Liga begann, erstmals zum Champion. Es war das Jahr in dem der heutige TV-Experte und ehemalige DEL-Trainer Butch Goring durch einen Trade spät zum Team stieß, was dem Team letztendlich die mitentscheidende Tiefe im Kader verlieh. Der damalige GM Bill Torrey fand in ihm quasi das letzte Puzzleteil in seinem Wunschkader. Letztendlich überließ man den Philadelphia Flyers im Finale in sechs Spielen dann das Nachsehen. Die Arbeit von Trainer Al Arbour begann sich damit auszuzahlen. Er war bereits seit dem zweiten Jahr der Franchise in der Liga mit an Bord gewesen, hatte sieben Jahre Zeit ein Team nach seinen Vorstellungen zu formen. Die Islanders waren damals natürlich nicht das erste Expansion-Team welches ein Titelgewinn gelang, doch sie wurden in den Folgejahren zum ersten Team dieser Art dem es gelang eine Dynastie zu prägen.

Bereits im Mai 1981 wiederholte man nämlich das Kunststück, konnte erneut den heißbegehrten Stanley Cup in die Höhe stemmen. Und diesmal schien es dem Team vergleichsweise fast noch leichter zu fallen. Mit nun 110 Saisonpunkten, nach zuvor 'nur' 91, lag man ganze 13 Zähler vor dem Tabellenzweiten, den Philadelphia Flyers in der Abschlusstabelle der Division. Im Viertelfinale besiegte man die Edmonton Oilers in sechs Spielen. Danach folgten acht Erfolge in Reihe, mit der Krönung eines "Sweeps", einem 4:0-Serienerfolg also, gegen den Erzrivalen, die New York Rangers auf dem Weg. Gegen die Minnesota North Stars (die heutigen Dallas Stars) siegte man im Finale dann in fünf Spielen. Die Tordifferenz in der Finalserie betrug aufaddiert dann + 10 zu Gunsten der "Isles".

May 16, 1982: Another year, another landslide title. The Islanders won the Patrick Division by a whopping 26 points over the second-place Rangers, and were seven points clear of their nearest competition for the President's Trophy, the still-not-quite-ripe Edmonton Oilers.

John Tonellis Heldentaten hatte man es im Jahre 1982 in erster Linie zu verdanken, dass man die erst KO-Phasen-Runde im Frühjahr gegen die Pittsburgh Penguins überhaupt letztendlich noch erfolgreich überstand. Dann folgten jedoch regelrechte Triumphe über die Rangers in sechs Spielen und dann erneut Siegesserien von seltener Dominanz mit dann 8:0 Erfolgen in Folge gegen die Quebec Nordiques und die Vancouver Canucks auf dem Weg zum bereits dritten Titel, der wahren Begründung einer Dynastie in der NHL also.

In der Zwischenzeit haben die Edmonton Oilers jedoch ihrerseits ihren Aufbauprozess deutlich und erfolgreich vorangetrieben, welcher dann in ihrer beeindruckenden Dynastie kurze Zeit später (wir berichteten im Februar darüber an dieser Stelle) münden sollte.

Doch auch im Jahre 1983 behielten die Islanders hier noch einmal im direkten Duell die Oberhand. Im Finale 'sweepten' die New Yorker nämlich sogar die Westkanadier noch einmal gänzlich unbeeindruckt und zeigten sich dabei im Rückblick auf dem wahren Höhepunkt ihrer Dominanz. Aufmerksamen Beobachtern blieb allerdings schon dabei nicht verborgen, dass das junge Team aus Edmonton wohl zukünftig noch deutlich näher an die hier noch dominierenden "Isles" heranrücken dürfte.

Die Islanders gewannen also schier unglaubliche vier Stanley Cups in der Zeitspanne von nur vier Jahren. Die Titel der Jahre 1980, 81, 82 und 83 gingen alle an das Team von der Ostküste.

16 in direkter Folge gewonnene Playoff-Serien. Und auch der überragende Torschütze dieser Jahre war mit Mike Bossy ein New Yorker Stürmer, der gleich mehrfach die 60-Tore-Marke übertreffen konnte.

Torhüter der Franchise war seinerzeit der heute noch als legendär angesehene Billy Smith. Und auch Kapitän Denis Potvin, der heute die Spiele der Florida Panthers im TV kommentiert, nahm seinerzeit naturgemäß eine wichtige Rolle als Anführer auf dem Eis im Kader ein.

Wie groß die Anerkennung auch und gerade auch für Potvin in New York noch immer ist, davon konnte man sich übrigens auch erst kürzlich noch einmal ganz aktuell überzeugen, als er im Barclays Center eine Standing Ovation erhielt, als er bei einem der letzten Saisonheimspiele der Vorstädter unter den Zuschauern begrüßt wurde und auf dem Videowürfel eingeblendet wurde. Es dürfte der lauteste Beifall des Abends im weiten Rund gewesen sein.

Weitere feste Größen im Kader dieser Jahre waren u.a. Eishockeylegenden wie Bob Bourne, Kevin Devine, Clark Gillies, Darcy Regier, Brent Sutter und auch Bryan Trottier.

Eine wirklich namhaft besetzte Truppe also damals, welche dann erst ab dem Jahre 1984 ihre Dominanz an die Edmonton Oilers verlor. Bis heute ist es den inzwischen in Brooklyn spielendem Team leider auch nicht mehr auch nur ansatzweise gelungen eine solche Spielstärke zu erreichen.

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