Skip to main content

Die Flyers zählen auf Giroux und Voracek

von Bernd Roesch / NHL.com

Eine Saison ohne Playoffs ist für die Philadelphia Flyers nicht akzeptabel. Seit ihrer Gründung im Jahr 1967 verpasste die Franchise aus der Stadt der brüderlichen Liebe nur Anfang der 90er, zwischen 1990 und 1994, mehrmals hintereinander die Playoffs.

In den folgenden zwei Jahrzehnten passierte ihnen das Missgeschick, dass sie sich bereits nach der regulären Saison in die Sommerpause verabschieden mussten, nur noch dreimal: 2007, 2013 und eben in der vergangenen Spielzeit.

Die ganz großen Erfolge der Flyers liegen mittlerweile schon über 40 Jahre zurück. Mitte der 70er Jahre konnten die Flyers als erstes Expansionsteam der Post-Original-Six Ära den Stanley Cup gewinnen. Mit einem Bernie Parent im Tor und ihrer sagenhaften ersten Sturmreihe mit Bobby Clarke, Bill Barber und Rick MacLeish dominierten sie die Liga in der Saison 1973/74.

Im Jahr darauf stieß auch noch Reggie Leach von den California Golden Seals zu den Flyers und es entstand die 'LCB-Line'. Rechtsaußen Leach, Linksaußen Barber und in der Mitte Clarke brachten es in den folgenden zwei Spielzeiten auf zusammen 247(!) Tore.

Ihr NHL-Rekord von 141 Treffern in 80 Spielen der Saison 1975/76 hat noch immer Bestand.

Knapp 20 Jahre später, Clarke hatte mittlerweile den Posten als General Manager inne, sollte erneut eine Sturmreihe der Flyers für Aufsehen sorgen - The Legion of Doom. Nach einem schwachen Start in die verkürzte Saison 1994/95 stellte Headcoach Terry Murray seine Reihen um.

Mikael Renberg stürmte fortan neben Eric Lindros und John LeClair und diese Maßnahme zeigte Erfolg. Von den noch verbleibenden 35 Saisonpartien verlor Philadelphia nur noch neun (25-9-3). Im Schnitt gelangen den Flyers 3,46 Tore pro Spiel und sie eroberten sogar noch den ersten Platz in ihrer Division.

In den Playoffs mussten sie sich erst im Conference Finale dem späteren Stanley Cup Champion, den New Jersey Devils, geschlagen geben.

Im Tor der Flyers stand damals ihr jetziger General Manager Ron Hextall, der nun zusammen mit dem neuen Trainer Dave Hakstol den Versuch unternimmt eine schlagkräftige Truppe für die kommende Spielzeit aufzustellen.

Dabei setzen die beiden auf ihre bewährten Stürmer. Teamkapitän Claude Giroux und Rechtsaußen Jakub Voracek wurden langfristig gebunden. Um Voracek zu überzeugen, dass die Flyers die richtige Franchise für ihn sind, flog Hakstol im Juni sogar für einen Tag nach Tschechien und traf sich dort mit dem 25-Jährigen.

Philadelphias Topscorer aus der vergangenen Saison war sichtlich beeindruckt von so viel Engagement und entschließ sich einige Wochen danach seinen Vertrag um weitere acht Jahre für US$ 66 Millionen zu verlängern.

Voracek hegt auch keinerlei Zweifel daran, dass die Flyers in der kommenden Spielzeit wieder die Playoffs erreichen werden: "Hier ist jeder leidenschaftlich, die Fans, die Spieler, der General Manager und die Trainer.

Ich mache mir keine Sorgen darüber, dass wir wieder die Playoffs verfehlen könnten. Diese Mannschaft ist einfach zu gut."

Giroux und Voracek brachten es in den vergangenen zwei Spielzeiten auf 302 Scorerpunkte.

Philadelphias bester Torschütze war in beiden Jahren mit 29 bzw. 28 Toren Wayne Simmonds. Es könnte aber durchaus möglich sein, dass ihm diesen Titel in der nächsten Saison ein Österreicher streitig macht - Thomas Raffl.

Voracek schlug eine Lanze für den 26-jährigen Villacher:

"Wenn er zusammen mit uns gespielt hat, dann war er richtig klasse. Ich habe großartige Stürmer in meiner Reihe, die mich unterstützen."

Es könnte also durchaus sein, dass wir in der kommenden Saison die Entstehung und Entwicklung einer weiteren legendären Sturmreihe, die in Philadelphia für Furore sorgen wird, sehen. Raffls teaminterne Konkurrenten für die linke Außenposition in der ersten Sturmformation dürften Matt Read und Center Brayden Schenn sein.

Hextall sieht bisher noch keine Notwendigkeit Schenns Vertrag, der Ende 2015/16 ausläuft, vorzeitig zu verlängern:

"Das bedeutet nicht, dass wir ihn nicht mehr haben möchten, doch wir werden einfach noch ein Jahr abwarten und schauen wie sich die Dinge entwickeln. Irgendwann wird die Vertragsverlängerung ein Thema sein, entweder schon während der Saison oder im kommenden Sommer."

Auch wenn die Flyers einen ihrer Schwerpunkte auf die Entdeckung neuer, junger Talente legen, ihre Topreihe wird in den kommenden Jahren die tragende Stütze sein. Giroux und Voracek (US$ 16,525 Mio.) sind nach Jonathan Toews und Patrick Kane (US$ 21 Mio.) in Chicago, nach Sidney Crosby und Evgeni Malkin (US$ 18,2 Mio.) in Pittsburgh und nach Corey Perry und Ryan Getzlaf (US$ 16,875 Mio.) in Anaheim das viertteuerste Stürmer-Duo in der NHL.

Was ihnen im Gegensatz zu diesen sechs Ausnahmestürmern noch fehlt ist der Gewinn des Stanley Cups. Sie werden alles daran setzen diese Trophäe noch in ihren Händen halten zu dürfen.

Mehr anzeigen