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Die Expertenprognosen für die zweite Saisonhälfte und darüber hinaus

von Jeff D'Alessio / NHL.com
Jeder weiß, dass mindestens einer der beiden Sedin-Brüder es in die MVP-Auswahl schaffen wird. Ebenfalls fest steht, dass Detroit definitiv ein Zwischenstopp auf dem Weg zum Stanley Cup sein wird, wenn die Red Wings ihre aktuelle Form beibehalten.

Doch was könnte noch passieren in der zweiten Hälfte dieser NHL-Saison?

Sporting News bat acht Experten, einmal einen Blick in ihre Kristallkugeln zu werfen und die Ergebnisse mit uns zu teilen.

Die Ansage: „Jewgeni Malkin wird die Hart Trophy gewinnen – und zwar mit einem Erdrutschsieg!“

Wer das behauptet: Chris Therien, Analyst der Flyers und Liebling der Philadelphia-Fans – er spielte in mehr NHL-Partien mit, als jeder andere Verteidiger des Clubs.
 
Die Penguins und die prestigeträchtigste Auszeichnung im Eishockey verbindet eine lange Geschichte. Bisher konnten Sidney Crosby (2007), Jaromir Jagr (1999) und Mario Lemieux (1988, 1993, 1996) die Trophäe für den Verein gewinnen.

Sollte Theriens Vorhersage eintreten, wäre dies außerdem das dritte Mal in fünf Jahren, dass ein Russe die Auszeichnung erhält (Alex Ovechkin aus Washington konnte die Hart Trophy 2008 und 2009 mit nach Hause nehmen).

Die Hart Trophy ist einer der wenigen Preise, die in Malkins Sammlung noch fehlen. Bisher konnte er die Calder, Art Ross und Conn Smythe Trophies gewinnen. In der Wahl zur Hart Trophy schaffte er es jedoch bisher nie höher als auf einen abgeschlagenen zweiten Platz (654 Punkte im Jahr 2008 und 477 Punkte 2009).

Auf der anderen Seite sind sich viele Kenner der Liga einig, dass Malkin nie eine beeindruckendere erste Hälfte gespielt hat als in dieser Saison. Er führt die Punktränge an und hat dafür gesorgt, dass die unterbesetzten Penguins im Rennen für die Eastern-Conference-Playoffs bleiben.
 
Die Ansage: „Mit den Nashville Predators wird im Hinblick auf die Western-Conference-Playoffs weiter zu rechnen sein – vor allem dank ihres überragenden Tormanns Pekka Rinne, der nicht nur die Vezina Trophy, sondern auch die Hart Trophy als wertvollster Spieler der NHL erhalten sollte.“

Wer das behauptet: Bernie Federko, legendärer Center, der die Rekordbilanz der Blues' neu schrieb und nun als Co-Kommentator in St. Louis tätig ist.
 
Federko führt diese Lobeshymnen auf den 29 Jahre alten Finnen noch weiter aus: „Kein anderer Spieler ist so wertvoll für das Team wie Rinne. Wenn er mit diesem Selbstbewusstsein in die Playoffs geht, könnten die Predators für einigen Trubel sorgen.“

Rinne sorgte in der letzten Saison für Furore, als der Finalist im Rennen um die Vezina Trophy Nashville half, Anaheim zu düpieren – zum ersten Mal in seiner Geschichte schaffte es der Club so in die zweite Playoff-Runde.

Federko rechnet fest damit, dass Rinne diese Erfolgsserie in der laufenden Saison weiter ausbaut. Im Januar wurde Rinne unter die „Three Stars for January“ der NHL gewählt – mit einer Statistik von 11-1-0 und einem Platz unter den Anführern der Liga, was Fangquote, Shots against und gespielte Partien angeht.

NBC-Analyst Keith Jones ist sich sicher, dass Rinne noch großes leisten wird: „ Er wird die NHL-Siegesstatistik anführen und die Predators ins Cup-Finale führen.“
 
Die Ansage: „Zdeno Chara wird zum vierten Mal in fünf Jahren Finalist für die Norris Trophy sein – und sie gewinnen. Dabei wird ihm sicherlich zugute kommen, dass er es am All-Star-Wochenende schaffte, seinen eigenen Rekord über den härtesten Schuss einzustellen (mit 175,9 km/h). Viele hatten ihn bereits auf dem Schirm und werden nun für ihn abstimmen! Sollte er jetzt zum zweiten Mal die Norris-Trophäe abstauben, dürfte den Ottawa Senators eins klar sein: ihn 2006 gehen zu lassen, war wohl der größte Fehler der Vereinsgeschichte.“

Wer das behauptet: Bill Clement, einer der berühmten „Broad Street Bullies“, der Flyers-Mannschaft aus den 1970ern.
 
Der 34 Jahre alte Chara hat noch einen langen Weg vor sich, wenn er den achtmaligen Gewinner Bobby Orr einholen will. Trotzdem würde der Slowake mit einer zweiten Norris Trophy sicher in die absolute Elite vorstoßen. Seitdem die NHL 1954 erstmalig den besten Verteidiger der Liga auszeichnete, wurde die Trophy von den Größen der Hall of Fame dominiert: Bisher konnten zehn Spieler mehrere Norris-Auszeichnungen erringen, darunter Nicklas Lidstrom (sieben Auszeichnungen), Doug Harvey (ebenfalls sieben) und Ray Bourque (fünf).

Der 2,06 Meter große Kapitän der Bruins ging als führender Verteidiger der NHL in der Plus-Minus-Statistik in die All-Star-Pause. Er ist einer der Hauptgründe, weshalb Boston die Liga bei Toren und Gegentoren anführt.

Clement war nicht der einzige von SN befragte Insider, der Chara für die zweite Saisonhälfte ganz vorne sieht.

„Chara und die Bruins werden das erste Team seit Detroit 1997/1998 sein, das zwei Mal in Folge den Stanley Cup holt“, findet auch Lightning-Analyst und ehemaliger NHL-Torhüter Bobby Taylor.

Tyson Nash, Analyst der Coyotes, stützt Taylors Prognose. „Sie sind einfach zu stark“, so Nash über die Bruins.

Die Ansage: „Daniel und Henrik Sedin werden im Kampf um die Art Ross Trophy und den Titel als bester Scorer gleichauf liegen, doch Henrik wird schließlich mehr Tore haben und das Ding offiziell gewinnen. Dann nimmt Daniel den Preis in Las Vegas entgegen, und wir alle sind so schlau wie zuvor.“

Wer das behauptet: Charles Kaiton, der Radiokommentator der Carolina Hurricanes und langjährige Präsident der NHL Broadcasters Association.
 
Henrik gewann die Ross Trophy 2010, und Daniel schaffte es ein Jahr darauf. So ist 2012 wieder Henrik an der Reihe.
Es wäre nicht das erste Mal, dass Teamkollegen die Trophäe drei Jahre in Folge mit nach Hause nehmen – Mario Lemieux und Jaromir Jagr aus Pittsburgh schafften das in den Jahren 1995 bis 2001 – aber es wäre das erste Mal, dass Geschwister dies schafften.

Ein weiterer beeindruckender Meilenstein wäre es, wenn die für Vancouver spielenden Brüder es in dieser Saison schaffen würden, jeweils die 100-Punkte-Marke zu knacken. Henrik schaffte 2010 112 Punkte und Daniel erreichte 2011 104, doch in ein und derselben Saison haben die beiden es noch nicht geschafft, die Hunderter-Schallmauer zu durchbrechen. Mit einer starken zweiten Hälfte läge das im Bereich des Möglichen, immerhin sind die beiden auch in dieser Saison wieder unter den besten zehn Scorern der NHL.
 
Die Ansage: „Kimmon Timonen wird die Flyers dieses Frühjahr zum Stanley Cup führen, wenn er die Führungsrolle des ausgefallenen Chris Pronger einnimmt.“

Wer das behauptet: Brian Propp, fünfmaliger linker Flügelspieler in einem All-Star-Spiel und fünfmaliger Teilnehmer des Stanley-Cup-Finalspiels.
 
Die Flyers folgen den Rangers in der Atlantic Division der Eastern Conference dicht auf den Fersen. Zuletzt standen sie vor gerade einmal zwei Jahren im Finale des Stanley Cup, wo sie sich mit 4:2 Chicago geschlagen geben mussten. Gewonnen hat Philadelphia die Trophäe allerdings zum letzten Mal 1975 – zwei Monate nach der Geburt Timonens.

Da Pronger (bedingt durch seine Gehirnerschütterung) wohl für den Rest der Saison ausfallen wird, steht nun Timone, der 36-jährige Hüne in der starken Verteidigung Philadelphias, im Rampenlicht. Der viermalige All-Star-Spieler gehörte bisher für jedes Team, in dem er spielte, zu den wertvollsten Spielern. Trotz Rückenproblemen fehlte er kein Spiel und ist drauf und dran, die zehnte Saison in Folge 35 Punkte zu erringen.

Niemand genießt unter den Spielern mehr Respekt. Als NHL.com im letzten Monat die All-Stars bat, den am meisten unterbewerteten Spieler der Liga zu nennen, fiel Timonens Name am häufigsten.
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