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Die Bilanzen der Top 10 im Shootout

von Bernd Roesch / NHL.com

Die Bestenliste ist das wöchentliche Teamranking von NHL.com/de. Es spiegelt nicht immer den aktuellen Tabellenstand wieder und ist eher auf eine langfristige Sicht angelegt.

Statistiken und Teambilanzen beinhalten die Spiele von Donnerstag auf Freitag.

Vor knapp neun Jahren führte die NHL das Penaltyschießen ein. In den Jahren zuvor wurde eine Partie, die nach der Verlängerung noch Unentschieden stand, auch als solches gewertet.

Beide Teams wurden damals mit einem Zähler belohnt. Ein Zusatzpunkt, wie jetzt durch das Penaltyschießen, wurde nicht vergeben.

Bis zur Saison 98/99 wurde eine Niederlage in der Overtime, wie eine in der regulären Spielzeit gewertet.

Der Sieger bekam zwei, die unterlegene Mannschaft keinen Zähler.

Im bisherigen Saisonverlauf wurden 86 von 608 Partien erst im Penaltyschießen entschieden. 73 Punkte wurden an die Verlierer eines Spiels, das in der Verlängerung entschieden wurde, zusätzlich vergeben.

Die Auswirkungen auf das Gesamtklassement sind nur marginal, doch die eine oder andere Mannschaft kann durch diese Regeländerungen ganz schön Kapital schlagen.

Im Durchschnitt wurden 70,4 Prozent der Penalties (449 von 638) verschossen.

Kein einziger Spieler, der öfters als einmal im Penaltyschießen angetreten war, verwandelte 100 Prozent seiner Versuche.

So sehen die Shootout-Qualitäten der Teams in der Bestenliste aus.

1. Chicago Blackhawks (27-12-2; Platz 1)

Gegen keine andere Mannschaft der NHL werden prozentual so viele Penalties verschossen (91,3%), wie gegen die Blackhawks. Dabei spielte es kaum eine Rolle, ob Stammtorwart Corey Crawford (3 Siege, 1 Niederlage, 88,9% gehaltene Versuche) oder Scott Darling (2S, 0N, 100%) im Kasten stand. Chicagos erfolgreichste Penaltyschützen waren bisher Patrick Kane (3-6, 50%) und Jonathan Toews (2-6, 33,3%) mit drei bzw. zwei Treffern. Gäbe es keine Entscheidungen im Shootout würden die Blackhawks in der Gesamttabelle der Liga um drei Ränge, von Platz 3 auf Platz 6, abrutschen.

2. Tampa Bay Lightning (26-12-4; Platz 5)

Auf's Penaltyschießen würden die Lightning gerne verzichten. Nur 15,4 Prozent ihrer Schüsse landeten auch im gegnerischen Netz. Bei insgesamt 13 Versuchen in fünf Shootouts, waren nur Nikita Kucherov (1-3, 33,3%) und Ryan Callahan (1-3, 33,3%) je einmal im Abschluss erfolgreich. Sowohl Schlussmann Ben Bishop (1S, 2N, 62,5%), als auch Evgeni Nabokov (0S, 2N, 40,0%) liegen mit ihren gehaltenen Penalties unter dem Ligadurchschnitt. Ohne Shootouts wäre das Team nach Punkten Ligaspitze.

3. Pittsburgh Penguins (24-10-6; Platz 2)

Nur Mittelmaß ist die Ausbeute der Penguins im Shootout (2-3) und das obwohl sie mit Sidney Crosby (3-4, 75,0%) einen der besten Penaltyschützen der Liga in ihren Reihen wissen. Evgeni Malkin durfte sich in jedem ihrer fünf Shootouts versuchen. Er konnte ebenso einmal verwandeln (20,0%), wie Brandon Sutter (1-3, 33,3%) und Kris Letang (1-3, 33,3%). Die Torhüter Marc-Andre Fleury (2S, 2N, 70,6%) und Thomas Greiss (0S, 1N, 33,3%) kassierten insgesamt neun Gegentore. Ohne Penaltyschießen würde Pittsburgh einen Platz, von 5 auf 4, gutmachen.

4. St. Louis Blues (25-13-3; Platz 3)

Mit vier Schützen sind die Blues in ihren fünf Shootouts (3-2) bisher ausgekommen. Obwohl nur vier ihrer insgesamt 15 Versuche (26,7%) verwandelt wurden, fuhr St. Louis drei Siege ein. Die Treffer erzielten Vladimir Tarasenko (2-5, 40,0%), Joakim Lindstrom (1-2, 50,0%) und Alexander Steen (1-5, 20%). Mit 80 Prozent gehaltener Penalties (12 von 15) haben die beiden Torsteher der Blues Jake Allen (1S, 1N, 83,3%) und Brian Elliott (2S, 1N, 77,8%) ihr Können bewiesen. Obwohl die Blues eine knapp positive Shootout-Bilanz vorweisen, lägen sie ohne Shootout-Wertung sogar noch einen Platz besser - statt auf 8 auf 7.

5. Nashville Predators (27-9-4; Platz 6)

Ob mit oder ohne Penaltyschießen, die Predators wären in beiden Fällen das punktbeste Team der Western Conference. Viermal konnten sie sich den Zusatzpunkt im Shootout sichern. Bei allen vier Siegen stand der Finne Pekka Rinne (4S, 2N, 85,7%) im Kasten. Rinne ließ in sechs Penaltyschießen nur drei Gegentore zu und damit nur eines mehr als seine Vertretung Carter Hutton (0S, 1N, 33,3%) in einem Shootout. Sechs von 26 Penalties konnten Nashvilles sieben Penaltyschützen verwandeln. Ihr erfolgreichster war Derek Roy (2-5, 40%) vor James Neal (1-3, 33,3%).

6. Anaheim Ducks (26-10-6; Platz 4)

Kein anderes Team im Westen musste bisher häufiger eine Zusatzschicht einlegen, als die Ducks. Bereits neunmal traten die Südkalifornier zu einem Penaltyschießen an, fünfmal behielten sie die Oberhand - dank der Treffsicherheit ihres Rechtsaußens Jakob Silfverberg, der sechsmal (Ligabestwert) ins Schwarze traf und damit 66,7% seiner Versuche verwandelt hat. Für die spielentscheidenden Tore waren zweimal Ryan Kesler (3-8, 37,5%) und Corey Perry (2-5, 40%) sowie einmal William Karlsson (1-1, 100%) verantwortlich. Frederik Andersen (4S, 4N, 60,9%) und Jason LaBarbera (1S, 0N, 66,7%) mussten zehn von 26 Penalties passieren lassen, so dass die Ducks bei den gehaltenen Schüssen mit 61,5 Prozent nur den 25. Platz belegen.

7. Montreal Canadiens (26-12-2; Platz 9)

In fremden Arenen Penalties zu schießen, das ist eine Spezialität der Canadiens. Fünfmal hatten sie dazu Gelegenheit und fünfmal verließen sie das Eis als Sieger. Ihre einzige Shootout-Niederlage kassierten die Frankokandier vor heimischer Kulisse. Schlussmann Carey Price (2S, 0N, 100%) ist einer von vier Torhütern in der Liga, der noch kein Gegentor in einem Shootout kassiert hat. Auch die Bilanz von Dustin Tokarski (3S, 1N, 75%) kann sich durchaus sehen lassen. Montreals bester Penaltyschütze ist Pierre-Alexandre Parenteau mit vier Toren in sechs Versuchen (66,7%). Gäbe es keine Shootouts stünden die Canadiens in der Tabelle statt auf Platz 6 auf Platz 8.

8. New York Islanders (26-13-1; Platz 7)

Mit Kyle Okposo (5-7, 71,4%) und Frans Nielsen (4-7, 57,1%) haben die Islanders zwei wahre Shootout-Spezialisten in ihren Reihen. Auch John Tavares (2-6, 33,3%) und Josh Bailey (1-1, 100%) liegen mit ihrer Trefferquote über dem Durchschnitt. Insoweit ist es auch nicht verwunderlich, dass das Team aus Long Island mit 50 Prozent verwandelter Penalties die NHL anführt. Auch ihre beiden Torhüter Jaroslav Halak (4S, 0N, 80%) und Chad Johnson (2S, 0N, 80%) taten das Ihrige dazu. Bei der einzigen Shootout-Niederlage der Islanders stand Kevin Poulin (0S, 1N, 66,7%) im Kasten. Die Islanders können sich richtig freuen, dass das Penaltyschießen eingeführt wurde, ansonsten lägen sie in der Tabelle gleich um vier Plätze schlechter.

9. Detroit Red Wings (22-10-9; Platz 10)

Des einen Freud, des anderen Leid. Penaltyschießen ist nicht das Ding der Red Wings. Achtmal durften sie bisher im Shootout antreten und nur einmal gingen sie daraus als Sieger hervor. Detroits Torwart Jimmy Howard (0S, 6N, 26,7%) konnte nur vier von 15 Versuchen abwehren und hat damit die zweitschlechteste Quote in der Liga. Etwas besser sieht die Bilanz des jungen Tschechen Petr Mrazek aus (1S, 1N, 75%), der sich bei zwölf Penalties nur dreimal bezwingen ließ. Von den insgesamt elf Schützen, die sich für die Red Wings im Shootout versuchen durften, waren mit Gustav Nyquist (3-8, 37,5%), Pavel Datsyuk (2-6, 33,3%) und Tomas Tatar (1-4, 25%), nur drei auch im Abschluss erfolgreich. Nach der alten Punkteregelung hätten die Red Wings anstatt Platz 9 den fünften Platz inne.

10. Los Angeles Kings (19-13-9; Platz 8)

Die Kings sind die einzige Mannschaft in dieser Aufstellung, für die es zu keiner Rangveränderung käme, so es kein Penaltyschießen gäbe. Das ist insoweit verwunderlich, da die Kalifornier mit einer Verwandlungsquote von 9,5% den schlechtesten Wert aller 30 Teams vorweisen. Von insgesamt 21 Versuchen in sechs Shootouts (1-5) konnten die Kings nur zwei verwandeln. Marian Gaborik (1-3, 33,3%) und Jeff Carter (1-5, 20%) waren die Schützen. Auch für Ausnahmetorwart Jonathan Quick zählt das Penaltyschießen nicht gerade zu seinen Spezialgebieten (1S, 4N, 57,1%). Er hielt 8 von 14 Versuchen und belegt damit Rang 49 unter allen Torhütern. Die Kings verloren auch mit Ersatzmann Martin Jones (0S, 1N, 83,3%) im Tor ein Penaltyschießen.

Die Verfolger: New York Rangers, San Jose Sharks, Washington Capitals, Vancouver Canucks, Dallas Stars

Von Vorwoche nicht mehr gelistet: Minnesota Wild, Toronto Maple Leafs

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