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Die besten NHL-Spieler aus D/A/CH: Plätze 5 bis 1

von Bernd Roesch / NHL.com

Mit dieser Serie wirft NHL.com/de einen Blick auf die 20 besten NHL-Spieler aller Zeiten aus Deutschland, der Schweiz und aus Österreich.

Wir begannen vorvorletzte Woche mit den Plätzen 20 bis 16, am 12. August folgten die Plätze 15 bis 11, vergangene Woche ging es um die Plätze 10 bis 6 und hier sind nun die fünf Erstplatzierten.

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5. Uwe Krupp, Verteidiger, D, (1986/87 - 2002/03)

Spätestens seit seinem 1-0 Siegtreffer in der dritten Verlängerung des vierten Stanley Cup Finalspiels zwischen den Colorado Avalanche und den Florida Panthers im Jahre 1996 wurde Uwe Krupp zur deutschen Eishockeylegende. Die 'Avs' sicherten sich durch sein Tor den Stanley Cup und Krupp war der erste deutsche Eishockeyspieler, der diese begehrte Trophäe in die Höhe hieven durfte.

Krupps NHL-Karriere hatte Mitte der 80er Jahre bei den Buffalo Sabres begonnen, die ihn beim NHL Draft 1983 in der elften Runde an 214. Stelle gezogen hatten.

In der Spielzeit 1986/87 bestritt er 26 Partien für die Sabres.

Im gleichen Jahr hatte er mit den Rochester Americans in der AHL den Calder Cup gewonnen. Von Jahr zu Jahr verbesserte Krupp seine Punktausbeute bei den Sabres. In der Spielzeit 1990/91 wurde der 1,98m große Abwehrhüne sogar für das NHL All-Star Game nominiert. Am 25. Oktober 1991 gaben die Sabres Krupp zusammen mit Pierre Turgeon gegen Pat LaFontaine an die New York Islanders ab, für die er drei Spielzeiten lang aktiv war und zu ihren besten Verteidigern in dieser Zeit zählte.

Seine nächste NHL-Station waren die Quebec Nordiques/Colorado Avalanche, die sich ihn beim NHL Draft 1994 zusammen mit einem Erstrundenpick im Tausch gegen Ron Sutter und einem Draft Pick der ersten Runde gesichert hatten. Seine aktive NHL-Karriere beendete Krupp bei den Atlanta Thrashers, für die er in der Saison 2002/03 noch vier Spiele bestritten hatte.

Von 1998 bis 2002 absolvierte Krupp 30 reguläre Saisonspiele und zwei Playoffpartien für die Detroit Red Wings. In insgesamt 729 NHL-Begegnungen gelangen dem jetzigen Trainer der Eisbären Berlin 69 Treffer und 212 Assist. In 81 Playoffspielen brachte er es auf sechs Tore und 23 Vorlagen.

4. Marco Sturm, Stürmer, D, (1997/98 - 2011/12)

Kein anderer Spieler aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz hat so viele NHL-Spiele bestritten wie Marco Sturm. 1006 Mal lief er auf der großen Bühne NHL auf's Eis. Er war der erste deutsche Stürmer, der sich in der NHL durchsetzen konnte. Gedraftet wurde der gebürtige Dingolfinger von den San Jose Sharks im Jahre 1996.

Bereits in der Spielzeit 1997/98, am 4. Oktober 1997, gab der damals 21-Jährige sein NHL-Debut gegen die Chicago Blackhawks und schoss auch postwendend das Game Winning Goal in dieser Partie.

Über sieben Spielzeiten lang war Sturm eine feste Größe bei den Sharks für die er inklusive Playoffs 591 Spiele bestritt und es dabei auf 288 Scorerpunkte brachte. Während seiner Zeit bei den Nordkaliforniern wurde Sturm 1999 in das NHL All-Star Game berufen.

Am 30. November 2005 einigten sich die San Jose Sharks mit den Boston Bruins auf einen Tausch. Zusammen mit Verteidiger Brad Stuart und Stürmer Wayne Primeau wurde Sturm gegen Center Joe Thornton abgegeben. Sturms Leistungen tat das keinen Abbruch. In den folgenden fünf Jahren bei den 'Braunbären' schoss Sturm in vier Spielzeiten mehr als 20 Tore. 2007/08 war er mit 27 Treffern Bostons bester Torschütze.

Kurz bevor er sich von seiner Knieoperation erholt hatte wurde Sturm Mitte Dezember an die Los Angeles Kings getradet. Die Kalifornier setzten ihn am 25. Februar auf die Waiverliste, von der sich die Washington Capitals seine Dienste sicherten.

In der Spielzeit 2011/12 waren die Vancouver Canucks und die Florida Panthers Sturms letzte NHL-Stationen. In insgesamt 938 regulären Saisonspielen brachte es der deutsche Flügelstürmer auf 242 Tore und 245 Assists.

3. Mark Streit, Verteidiger, CH, (2005/06 - jetzt)

Er ist das Gesicht des Schweizer Eishockeys und ein Vorbild für viele Nachwuchsspieler aus der Alpenrepublik.

Mark Streit ist ein NHL-Spätstarter. Als er 2004 von den Montreal Canadiens in der neunte Runde an insgesamt 262. Stelle gedraftet wurde, war er bereits 26 Jahre alt. Mit fast 28 Jahren, am 8. Oktober 2005, bestritt er mit den Frankokanadiern gegen die Toronto Maple Leafs seine erste NHL-Partie.

Mittlerweile hat der Vorzeigeathlet, der seine Schlittschuhe für die Philadelphia Flyers schnürt, 679 NHL-Spiele absolviert und es dabei auf sagenhafte 396 Scorerpunkte (88 Tore, 308 Assists) gebracht.

Kein anderer Verteidiger aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz hat in der Geschichte der NHL mehr Punkte pro Spiel (0,58) erzielt als der langjährige Kapitän der Schweizer Nationalmannschaft.

Die Saison 2007/08 beendete Streit mit 62 Scorerpunkten und war damit drittbester Verteidiger der Liga. Von den Canadiens wurde er anschließend für die Bill Masterton Trophy nominiert. Am 1. Juli 2008 unterschrieb der Berner einen 5-Jahres Vertrag bei den New York Islanders, für die er ab September 2011 als Teamkapitän das 'C' auf der Brust trug.

Im Jahr 2009 bestritt Streit als erster Schweizer Spieler ein NHL All-Star Game.

Die Spielzeit beendete er mit 56 Punkten als bester Scorer der Islanders.

Mitte Juni 2013 wurden die Rechte an Streit, der im Sommer zu einem Unrestricted Free Agent geworden wäre, an die Flyers abgegeben. 14 Tage später unterschrieb er in Philadelphia einen 4-Jahres Vertrag. In den vergangenen zwei Spielzeiten mit den Flyers verpasste der 37-Jährige nur ein Spiel.

2. Thomas Vanek, Stürmer, A, (2005/06 - jetzt)

Bereits im Alter von 14 Jahren wagte Thomas Vanek den Sprung nach Übersee und entwickelte sich dort zu einem NHL-Topscorer par excellence.

Von den Sioux Falls Stampede (USHL) über die University of Minnesota führte sein Weg zu den Buffalo Sabres, die ihn beim NHL Draft 2003 an insgesamt 5. Stelle in der ersten Runde gezogen hatten. Schon in seiner Rookie-Saison, als er es in 81 Partien auf 25 Tore und 48 Scorerpunkte gebracht hatte, konnte der Österreicher mit tschechisch-slowakischen Wurzeln für Furore sorgen.

Überragend verlief für ihn die darauffolgende Spielzeit, die er mit 43 Toren als fünftbester Torschütze der Liga und mit dem besten +/-Wert von +47 abschließen konnte.

Im Jahr 2007 wurde Vanek als Österreichs Sportler des Jahres ausgezeichnet. Auch in den folgenden gut sechs Saisons bei den Sabres war auf den Torinstinkt von Vanek Verlass. In insgesamt 598 Saisonpartien schoss er 254 Tore für Buffalo. 2009 nahm Vanek als erster Österreicher an einem NHL All Star Game teil. Am 1. Oktober 2013 wurde Vanek zusammen mit Steve Ott zum Teamkapitän der Sabres ernannt.

Nur 26 Tage danach wurde er an die New York Islanders im Tausch gegen Matt Moulson, einen Erstrundendraftpick 2014 und einem Draft Pick der zweiten Runde in 2015 abgegeben. Für die Islanders bestritt Vanek 47 Partien ehe er die Saison bei den Montreal Canadiens beendete.

Im Sommer 2014 unterschrieb der Linksaußen als Unrestricted Free Agent einen 3-Jahres Vertrag bei den Minnesota Wild.

Mit einem Punkteschnitt von 0,797 pro Spiel in insgesamt 806 NHL-Partien inklusive Playoffs ist Thomas Vanek der erfolgreichste Spieler aus Österreich, Deutschland oder der Schweiz in der Geschichte der NHL.

1. Olaf Kölzig, Torwart, D, (1989/90 - 2008/09)

In Johannesburg, Südafrika als Sohn deutscher Eltern geboren, im Alter von drei Jahren nach Kanada ausgewandert hat Olie Kolzig im Mutterland des Eishockeys das Eishockey spielen erlernt.

Im Jahre 1989 wurde Kölzig von den Washington Capitals in der ersten Runde an insgesamt 19. Stelle gedraftet.

Dieser Franchise sollte er 19 Jahre lang treu bleiben und dort seine persönlichen Erfolge feiern. Zwischen 1989 und 1996 stand Kölzig sowohl bei den Capitals wie auch bei deren AHL-Farmteam, den Rochester Americans/Portland Pirates, im Kasten. Mit den Pirates gewann er im Jahre 1994 auch den Calder Cup.

Den Posten als Nummer 1 der Capitals im Tor eroberte sich Kölzig in der Saison 1997/98 aufgrund mehrerer verletzungsbedingter Pausen von Bill Ranford. Der Deutsche nutzte seine Chance und schloss die Spielzeit mit einer Bilanz von 33-18-10 bei einer Fangquote von 92,0 Prozent und einem Gegentrefferschnitt von 2,20 ab.

Im gleichen Jahr nahm Kölzig zum ersten Mal an einem NHL All-Star Game teil. Zwei Jahre später im Jahre 2000 wurde er noch einmal in die Auswahl der Besten berufen. Am Ende der Saison 1999/2000 gewann 'Olie the Goalie' die Vezina Trophy als bester Torwart der Liga. Auch für sein soziales Engagement, er gründete die Carson Kolzig Foundation for Youth Autism, die sich für die Erforschung des Authismus einsetzt, und unterstützte zusätzlich das Washingtoner Kinderkrankenhaus, wurde Kölzig mehrmals geehrt.

Im Jahre 2001 wurde ihm der NHL Foundation Player Award überreicht und 2006 wurde ihm die King Clancy Memorial Trophy verliehen.

Seine Karriere beendete Olaf Kölzig nach der Saison 2008/09 bei den Tampa Bay Lightning für die er acht Spiele bestritten hatte. In insgesamt 719 NHL-Partien kam Kölzig auf eine Bilanz von 303-297-63.

Er konnte 35 Shutouts für sich verbuchen und brachte es auf einen Gegentrefferschnitt von 2,71 bei einer Fangquote von 90,6 Prozent.

Kölzig ist der einzige deutsche Spieler in der Geschichte der NHL, der mindestens eine der großen NHL-Trophäen für besondere persönliche Leistungen verliehen bekommen hat.

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