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Die besten NHL-Spieler aus D/A/CH: Plätze 10 bis 6

von Stefan Herget / NHL.com
Mit dieser Serie wirft NHL.com/de einen Blick auf die 20 besten NHL-Spieler aller Zeiten aus Deutschland, der Schweiz und aus Österreich. Wir begannen vorletzte Woche mit den Plätzen 20 bis 16, vergangene Woche folgen die Plätze 15 bis 11, dieses Mal liest Du die Plätze 10 bis 6 und am 26. August die fünf Erstplatzierten.

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10. Jonas Hiller, Torwart, CH, (2007/08 - jetzt)

Der Schweizer Torhüter ist ein Phänomen. Nicht nur wegen der seltenen Tatsache, dass Jonas Hiller nie gedraftet wurde und von den Anaheim Ducks aus der Schweizer Liga vom HC Davos verpflichtet wurde, sondern auch weil er in seiner Karriere schon ein paar Rückschläge hinnehmen musste, aber wieder aufstand.

Nach seinem Debüt in der Saison 2007/08 – sein erster Einsatz war bei der NHL Premiere 2007 in London – folgte ein Jahr als Backup mit 23 Auftritten, ehe er in der Folgesaison als Nummer 1 bereits doppelte so viele Einsätze haben durfte, weil er den langjährigen Stammtorhüter der Ducks Jean-Sebastien Giguere verdrängte.

Anfang 2011 nach seiner Berufung ins All-Star Game als zweiter Schweizer nach Mark Streit stoppte ihn eine hartnäckige Viruserkrankung, die er erst in der Saison 2011/12 überstanden hatte und unabhängig davon an seine starken Leistungen anknüpfen konnte.

Sein Status schwand trotzdem weil junge Talente in Anaheim nachwuchsen und zu überzeugen wussten.

Hiller wechselte schließlich im Sommer 2014 zu den Calgary Flames, was ihn seinem Ziel einmal den Stanley Cup zu gewinnen nicht unbedingt näher brachte. Aber wer weiß, was noch passiert?

Die Statistikwerte des mittlerweile 33-jährigen Schlussmannes über die Jahre hinweg sind exzellent. In keiner seiner Spielzeiten stehen unter 91 Prozent Fangquote zu Buche.

9. Roman Josi, Verteidiger, CH, (2011/12 - jetzt)

25 Jahre jung und schon in den Top 10 der besten deutschsprachigen NHL-Spieler.

Roman Josi von den Nashville Predators gehört spätestens seit der abgelaufenen Saison zu den Top-Verteidigern der Liga. Er verbesserte seine persönliche Bestleistung von 40 Punkte aus der Saison 2013-14 und sammelte 55 Zähler bei 15 Toren und 40 Assists.

Daneben hatte er mit durchschnittlich 26:28 Minuten Eiszeit ligaweit den viertbesten Wert aller Defensivleute.

Josi hat erst vier Spielzeiten absolviert, aber 129 Punkte aus 253 Spielen sind aller Ehren wert.

Es verdeutlicht sein Potenzial, das er ohne Zweifel hat und es gehört nicht viel Mut dazu, darauf zu wetten, dass der Berner in ein paar Jahren in dieser Rangliste noch höher stehen wird, wenn alles planmäßig, also ohne ernsthafte Verletzungen, läuft.

Schon mit 16 Jahren deutete sich sein Talent an, als er sein Debüt in der Nationalliga A für den SC Bern gab.

Ohne den sonst üblichen Weg über die Juniorenligen in Nordamerika wurde Josi 2008 von den Predators in der zweiten Runde an 38. Stelle gedraftet.

Ein guter Zug, wie es sich herausstellte. 2010 nach seiner Vertragsunterzeichnung musste Josi eine Saison in der AHL verbringen, ehe er am 26.11.2011 zu seinem ersten NHL-Einsatz kam. Seitdem hat er sich nach und nach etabliert.

8. Christian Ehrhoff, Verteidiger, D, (2003/04 – jetzt)

814 Spiele Erfahrung und dabei 361 Punkte gesammelt. Das sind Werte, die eigentlich für sich sprechen sollten.

33 Jahre ist auch noch kein Rentenalter für einen Eishockeyspieler.

Die Verwunderung ist groß, dass Christian Ehrhoff Mitte August im Jahr 2015 immer noch ohne NHL-Vertrag dasteht und sich bei seinem Heimatklub in Krefeld fit halten muss.

Seine Karriere wird sicher in Nordamerika fortgesetzt. Ob sich allerdings sein Wunsch erfüllen wird bei einem Titelfavoriten zu spielen, ist fraglich, weil die meisten davon ihre Gehaltsobergrenzen bereits ausgeschöpft haben.

Das Begehren einmal den Stanley Cup zu gewinnen ist groß, denn Ehrhoff hatte 2011 bereits eine Hand daran.

Es fehlte nur ein Sieg, ehe er mit den Vancouver Canucks den Boston Bruins im sechsten und siebten Spiel unterlag.

Eine ganz bitterere Erfahrung.

Ehrhoff hatte in dieser Saison 2010-11 mit 50 Punkten in 79 Spielen seine bislang beste.

Dieses Niveau konnte er die vergangenen Jahre für die Buffalo Sabres und Pittsburgh Penguins nicht mehr halten.

Zuletzt waren es nur 14 Punkte in einer durch eine Gehirnerschütterung auf 49 Spiele reduzierte Saison. Über seine elf Spielzeiten hinweg, zu Beginn für die San Jose Sharks, die ihn 2001 in der vierten Runde gedraftet hatten, gehört er jedoch zu den etablierten Verteidigern der NHL.

Von daher wird seine Laufbahn in der NHL weitergehen.

7. Jochen Hecht, Stürmer, D, (1998/99 - 2012/13)

13 Spielzeiten war Jochen Hecht für die St. Louis Blues, Edmonton Oilers und Buffalo Sabres in der NHL aktiv, ehe er 2013 seine Karriere in Nordamerika beendete und seitdem noch für seinen Heimatklub Mannheim in der DEL spielt.

Hecht war nie ein extrovertierter Starspieler, sondern ein introvertierter, solider Center der hinteren Reihen, der in seinen Hochphasen immerhin um die 50 Punkte im Jahr sammelte.

Seine beste Saison hatte er 2006-07 als er für die Sabres in 76 Spielen 56 Punkte verbuchen konnte.

Sein Plus-Minus-Wert insgesamt liegt bei genau Plus 100.

Seine 495 Punkte in 892 NHL-Spielen machen ihn nach Marco Sturm zum zweiterfolgreichsten Stürmer aus Deutschland aller Zeiten. Sein Schnitt liegt mit 0,55 Punkten pro Spiel sogar um 10 Prozent höher als bei Sturm.

Grund genug, dass Hecht es in die Top 10 schafft, weil er so lange auf einem guten Niveau spielte.

Hier müssen andere erst die Konstanz beweisen.

6. Dennis Seidenberg, Verteidiger, D, (2002/03 - jetzt)

Der 3. März 2010 dürfte mit einem dicken Ausrufezeichen im Kalender von Dennis Seidenberg vermerkt sein.

An diesem Tag wurde der Verteidiger von den Florida Panthers zu den Boston Bruins transferiert, was sich im Nachhinein als ausgesprochener Glücksfall für ihn zu werten ist.

War Seidenberg zuvor nur eine kleine Nummer, festigte sich der gebürtige Schwenninger bei den Bruins und krönte sich selbst nur ein Jahr später mit dem Gewinn des Stanley Cups.

Der zweite Deutsche nach Uwe Krupp 2001, dem dieses Kunststück gelang. Beeindruckend dabei war, dass er nicht nur ein Ergänzungsspieler war, sondern viel Eiszeit zumeist an der Seite von Zdeno Chara abspulen musste.

Auch wenn Seidenbergs Stärke nicht darin liegt Punkte zu sammeln, sondern eher seine defensiven Aufgaben richtig gut zu vollbringen, adelten ihn die Experten, als sein Name mehrmals sogar als Kandidat für den wertvollsten Spieler der Playoffs genannt wurde.

Bis zu diesem Zeitpunkt musste Seidenberg einen dornigen Weg gehen mit viel Rückstufungen oder Verletzungspausen, die ihn immer wieder zurückwarfen.

Seine NHL-Karriere begann bei den Philadelphia Flyers, die ihn 2001 in der sechsten Runde drafteten. Er spielte aber mehr im Farmteam, denn in der NHL. 2006 ging es zu den Phoenix Coyotes und nur ein Jahr später der Wechsel zu den Carolina Hurricanes, wo Seidenberg wenigstens zum Stamm gehörte. 2009 verpflichteten ihn die Panthers, wo er allerdings nicht lange blieb.

Insgesamt hat Seidenberg schon 766 NHL-Spiele absolviert und dabei 233 Punkte gesammelt.

Seine beste Spielzeit war das Meisterjahr 2010/11 mit 32 Punkten. Am liebsten würde der Deutsche seine Karriere in Boston beenden, doch zuletzt gab es auch um ihn Tradegerüchte, weil sich die Bruins im Wandel befinden.

Egal, was der Weg für ihn noch bringt, mit seinem Stanley Cup Sieg hat er sich bereits unsterblich gemacht.

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