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Deutschland nach Sieg auf Viertelfinalkurs

von Marc Röesch / NHL.com



Deutschland steht nach drittem Sieg in Folge mit einem Bein im Viertelfinale. Gegen die USA setzte sich die Mannschaft von Bundestrainer Marco Sturm mit 3-2 durch und schob sich in der Tabelle von Gruppe B auf den dritten Platz vor. Auch die Schweiz belohnte sich für ihren Kraftakt gegen Schweden und holte sich wichtigen Punkt (2-3 n.P.) im Kampf um den Viertelfinaleinzug.

Das deutsche Team erwischte einen Start nach Maß: Bereits nach drei Minuten lief Patrick Hager in Überzahl über links in die amerikanische Zone ein, um dann zu Philip Gogulla an der blauen Linie zurückzulegen. Dessen Schuss wurde zwar noch abgefangen, doch der gedankenschnelle Hager stocherte das Spielgerät über die Torlinie.

Hitzig ging es in den folgenden Minuten weiter. Neben Strafzeiten für Daryl Boyle, Nick Foligno, Patrick Hager, Yannic Seidenberg und Marcus Kink, sollten noch zwei weitere Tore im Eröffnungsdrittel fallen. Zunächst glich Jake McCabe das Spiel in der elften Spielminute aus, doch bereits drei Minuten später stellte Christian Ehrhoff den alten Vorsprung wieder her. Sein Schuss von der blauen Linie landete im unteren rechten Eck des amerikanischen Tores. So ging das deutsche Team mit einer knappen Führung in die erste Pause.

Die Jungs von Marco Sturm waren gedanklich noch im Kabinentrakt, als Auston Matthews den zwischenzeitlichen Ausgleich für das amerikanische Team besorgte. In der ersten Minute nach Wiederanpfiff schoss er frech auf das Gehäuse von Thomas Greiss und erzielte das 2:2. In der Folge entwickelte sich ein phasenweise zerfahrenes Drittel, in dem die US-Boys zwar zu mehr Torschüssen (10-3) kamen, sich aber keine zwingenden Chancen erarbeiten konnten. 45 Sekunden vor dem Ende des zweiten Drittels handelte sich dann Stanley Cup Viertelfinalist Greiss eine Strafzeit ein. Gegen seinen Vereinskollegen Bob Nelson, mit dem er sich im Spielverlauf mehrmals in die Haare bekam, ließ er sich zu einem Schlag mit der Stockhand hinreißen, doch das Bundesteam hielt dem folgenden Überzahlspiel stand und nahm den Vorsprung mit in die Kabine.

Mit viel Feuer startete die deutsche Vertretung in den Schlussabschnitt. Sie erspielte sich einige hochkarätige Einschusschancen und hielt die nicht mehr ganz so spritzig wirkenden jungen US-Amerikaner über weite Teile vom eigenen Kasten fern. Die Partie blieb bis zur Schlussminute, in der Korbinian Holzer aus dem Nichts den vielumjubelten Siegtreffer erzielen sollte, offen. Es waren noch 33 Sekunden auf der Uhr, als NHL-Legionär Holzer an der blauen Linie an den Puck kam und einen halbhohen Schuss in Richtung Mike Condon abgab. Die Scheibe fand ihren Weg an dem clever abschirmenden Yannic Seidenberg vorbei ins amerikanische Tor. Condon, der keine Sicht hatte versuchte zwar noch den Winkel zu verkürzen, konnte den deutschen Sieg jedoch nicht mehr verhindern.

Die schweizerische Nati stand gegen die Tre Kronor aufgrund des überraschenden Sieges der dänischen Auswahl gegen die Tschechische Republik (2-1 n.P.) mit dem Rücken zur Wand. Trotz eines bis dato recht ansprechenden Auftritts der Eidgenossen bei der Weltmeisterschaft in Russland, mussten für den Viertelfinaleinzug zwingend Punkte her.

Bereits nach fünf Minuten gab es die erste Schrecksekunde für die Eidgenossen. Der Puck lag bereits in ihrem Tor, doch die Schiedsrichter erkannten den Treffer aufgrund Hohen Stocks ab.

Davon wachgerüttelt, forcierten die Mannen von Patrick Fischer das Tempo und kamen mit hohem läuferischen Aufwand immer besser ins Spiel. Zwar konnten sie sich in einem ausgeglichenen Eröffnungsdrittel kaum zwingende Torchancen herausspielen – Noah Schneeberger und Nino Niederreiter versuchten es aus spitzen Winkeln –, doch schafften sie es auch, die Skandinavier über weite Strecken vom eigenen Kasten fern zu halten.

Kurz vor dem Pausengang gelang ihnen dann doch der sensationelle Führungstreffer. Sven Andrighetto tankte sich von der rechten Bande durch den Bullykreis und zog passgenau ab. Sein Schlenzer landete perfekt in der rechten oberen Ecke von Jacob Markstroms Kasten zum vielumjubelten 1-0.

Nach 25 Minuten erzielten die Schweden den vermeintlichen Ausgleichstreffer, doch erneut wurde ihnen das Tor aberkannt. Die unparteiischen hatten eine Torwartbehinderung von Alexander Wennberg an Reto Berra erkannt. Anschließend zogen die Schweizer in Überzahl ein sehenswertes Kombinationsspiel auf, verpassten es jedoch – wie schon so oft zuvor im Turnier – das Spielgerät im Tor unterzubringen.

Dies sollte sich in der 32. Minute rächen: Im Powerplay markierte Johan Sundstrom den Ausgleichtreffer. Reto Berra konnte einen Schlagschussknaller von Linus Omark nur nach vorne abprallen lassen, dort stand der Angreifer von Frolunda einschussbereit. Es entwickelte sich eine hitzige und im Gegensatz zum zahmen ersten Abschnitt deutlich rustikaler geführte Partie in der beide Kontrahenten etliche Strafzeiten zogen. In der 45. Spielminute konnten die Schweizer dann aus einer solchen Kapital schlagen. Denis Hollenstein belohnte sein Team für die kräftezehrende Spielweise mit dem Tor zum 2-1, indem er einen Schuss von Blum unhaltbar für Markstrom abfälschte. Doch schafften es die Rotweißen nicht, den knappen Vorsprung über die Zeit zu bringen. Spielverderber Gustav Nyquist versenkte auf Zuspiel von Robert Rosen und Adam Larsson die Scheibe hinter dem Colorado Avalanche Legionär Reto Berra im schweizerischen Gehäuse. In der folgenden Verlängerung schaffte es kein Team, den entscheidenden Lucky Punch zu setzen. Im Penaltyschießen war es dann Andre Burakovsky, der den entscheidenden Penalty verwandelte.

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