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Vorfreude auf den letzten Monat der Hauptrunde

NHL-Pulse: Wie in fast jedem Jahr dürften auch diesmal viele Entscheidungen erst ganz zum Schluss fallen

von Robin Patzwaldt @RobinPatzwaldt / NHL.com/de Autor

In der Rubrik "NHL Pulse" beleuchtet NHL.com/de an jedem Montag aktuelle Themen, Diskussionen und Entwicklungen der Saison 2018/19, die im Hintergrund des Spielgeschehens liegen.

Heute geht es um den entscheidenden letzten Monat der Hauptrunde.

Am 6. April endet die laufende Hauptrunde in der NHL. Die Saison 2018/19 wird ab dem 10. April mit den besten 16 Mannschaften der Liga in den Stanley Cup Playoffs fortgesetzt, während 15 der 31 Mannschaften ihre Spielzeit frühzeitig beenden müssen.

Logisch, dass im finalen Abschnitt der regulären Saison die Intensität auf dem Eis noch einmal ordentlich zunehmen, traditionell ein sprichwörtliches Hauen und Stechen um die begehrtesten Plätze einsetzen wird.

Ein Blick in die vergangenen Jahre zeigt, dass diese Phase stets anders verläuft und mit Überraschungen aufwarten kann. Teams, die noch ein oder zwei Jahre am Tabellenende beheimatet waren, spielen plötzlich um die begehrten Fleischtöpfe mit. Andere, zuvor erfolgsverwöhnte Teams fürchten darum, allzu früh in den Urlaub gehen zu müssen.

 

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Spätestens seit der Einführung des Salary Cap-Systems im Jahr 2005, durch das alle Konkurrenten beim Kader-Budget innerhalb gewisser Finanzparameter bleiben müssen, ist die NHL noch ausgeglichener und lässt schnelle Tabellenveränderungen zu, wie kaum eine andere Liga auf der Welt.

Das besonders schöne der letzten Wochen ist, dass sich keiner der Beteiligten erlauben kann, im Endspurt womöglich nicht mehr alles zu geben. Es geht um wichtige Platzierungen in den Tabellen, die für die obere Hälfte der Liga in einer günstigen Ausgangsposition für die Playoffs münden soll. Mannschaften aus dem Keller versuchen den Neuaufbau in möglichst günstige Bahnen zu lenken und Spieler aller Orten möchten sich für zukünftige Aufgaben und Verträge empfehlen.

Seit der Modifizierung des Draft-Prozederes im Jahr 1995 mit etlichen Verschärfungen in den Folgejahren kann sich zudem kein Team mehr sicher sein durch eine schlechte Endplatzierung in der Rangliste entscheidende Vorteile im kommenden NHL Draft zu erhalten.

 

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Erinnert sei in diesem Zusammenhang nur an die Colorado Avalanche, die als Tabellenletzter der Hauptrunde 2016/17 mit einer Bilanz von 48 Punkten ihre schwächste Saison in Denver spielten. Mit einer theoretischen Chance im Draft auf den Nummer-1-Pick von 18,5 Prozent, erwischte Colorado am Ende nur den Zug Nummer vier. Sie verpassten damit die Chance auf die möglichen Neuzugänge Nico Hischier oder Nolan Patrick, die damals an die New Jersey Devils und die Philadelphia Flyers gingen, die Colorado im entscheidenden Moment, trotz stärkerer Saison, in der Lostrommel überflügelten. Sehr zum Verdruss der zahlreichen Fans in Denver, die auf mehr Glück gehofft hatten.

Ein Blick auf die Abschlusstabellen der vergangenen Jahre zeigt zudem, dass es stets bis in die absolute Endphase hinein extrem spannend bleibt, was die Qualifikation für die Endrunde angeht. Die Avalanche und St. Louis Blues trugen in der abgelaufenen Saison sogar im letzten Saisonspiel ein Endspiel um den zweiten Wildcard-Platz gegeneinander aus, das Colorado gewann und mit einem Punkt Vorsprung vor den Konkurrenten das Weiterkommen sicherte.

Auch in der laufenden Saison 2018/19 scheint es wieder bis zum Schluss spannend zu werden. Zwar befinden sich die Tampa Bay Lightning mit Abstand an der Spitze der gesamten Liga, rangieren deutlich vor den Boston Bruins. Doch selbst den Überfliegern der Liga kann es nicht egal sein, was sie in den nächsten Wochen abliefern, denn es gilt für sie die Form zu halten. Ziel muss es sein, in möglichst guter Verfassung und mit Selbstvertrauen in die Playoffs zu starten, um ein überraschend frühes Aus, wie es schon häufiger den Gewinner der Presidents' Trophy heimsuchte, zu vermeiden.

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Seit 2012/13 gewann allerdings kein Liga-Primus nach der Vorrunde am Ende auch den begehrten Stanley Cup.

Schwerfallen dürfte es den Lightning vermutlich nicht, die Motivation im Kader oben zu halten, auch wenn sie schon am 5. März die 100-Punkte-Marke durchbrachen. Für sie gilt es in den verbleibenden Wochen noch womöglich das erfolgreichste Hauptrunden-Team der Ligageschichte zu werden. Die entsprechenden Rekorde halten bislang die Detroit Red Wings (1995/96) mit insgesamt 62 Siegen und die Montreal Canadiens (1976/77) mit in Summe 132 Zählern. Beides Zahlen, die Tampa Bay noch zu erreichen vermag.

Die Tatsache, dass ihre Saison mit vier aufeinander folgenden Auswärtsspielen enden wird, wird ebenfalls dazu beitragen, dass sich die Spieler der Lightning nicht vor Hauptrunden-Ende in eine Art Komfortmodus begeben werden.

Spannend wie in den vergangenen Jahren, als die Entscheidungen um die Wildcards in der NHL stets in der letzten Woche fielen, geht es in der laufenden Saison sowohl in der Eastern als auch in der Western Conference zu.

Mit dabei Mannschaften, denen das vor Saisonbeginn sicherlich nur die allergrößten Optimisten zugetraut hätten. Dass zum Beispiel die Arizona Coyotes und die New York Islanders knapp einen Monat vor Playoff-Beginn noch mit im Geschehen sind, wer hätte das im Oktober schon vorhergesagt?

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Im Osten trennen die Carolina Hurricanes, Columbus Blue Jackets und Montreal Canadiens nur zwei Punkte. Erweitert man den Kreis noch etwas, können sich sogar die Philadelphia Flyers mit fünf Punkten Rückstand noch vage Hoffnungen machen.

Im Westen geht es vergleichbar eng zu, was an der Tatsache liegt, dass alle Teams der Conference in Summe weniger punkten konnten, als das im Osten der Fall war. Ein weiteres Indiz ist die negative Tordifferenz, die die aktuellen Wildcard-Inhaber Dallas Stars und Minnesota Wild aufweisen. Diese beiden Teams und die Kader der Coyotes und Avalanche trennen aktuell ganze drei Zähler. Nur zwei von ihnen werden am 6. April jubeln dürfen.

Erweitert man den Kreis der Playoff-Anwärter auch hier etwas großzügiger, haben selbst die Chicago Blackhawks und Edmonton Oilers mit sieben Punkten Rückstand, bei noch auszutragenden 14 bzw. 13 Spielen geringe Aussichten auf eine Fortsetzung ihrer Saison ab Mitte April.

Vieles spricht dafür, dass die Entscheidungen der laufenden Spielzeit wieder erst an den allerletzten Spieltagen fallen werden. Freuen wir uns auf den anstehenden finalen Monat mit allen 31 Teams!

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