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Debatte: Wer gewinnt das Stanley Cup Finale?

von Stefan Herget und Marc Rösch / NHL.com

Ein erfrischendes Stanley Cup Finale erwartet uns ab Montag, den 30. Mai. Mit den San Jose Sharks trifft eine Mannschaft, die noch nie vertreten war, auf die Pittsburgh Penguins, die zuletzt bei ihrem Cupgewinn in 2009 dabei waren.

Keine Chicago Blackhawks oder Los Angeles Kings, die fünf der letzten sechs Titel ergattern konnten. Die Abwechslung tut gut und die Auftritte beider Kontrahenten versprechen ein unterhaltsames Stanley Cup Finale.

Aus deutscher Sicht besonders in der Betrachtung Tom Kuhnhackl der in seinem Rookiejahr gleich die Chance bekommt als dritter Deutscher nach Uwe Krupp 1996 und Dennis Seidenberg 2011 den Stanley Cup zu gewinnen.

Doch wer hat die besseren Chancen zu gewinnen? Zwei NHL.com/de Redakteure brechen im Detail die kritischen Elemente herunter, die das Stanley Cup Finale 2016 entscheiden könnten.

Stürmer

Herget: Während der regulären Saison haben die Penguins (2,94) im Schnitt etwas mehr Tore erzielt als die Sharks (2,89), doch in den Playoffs ist San Jose mit 3,50 top. Alles spricht von der Produktion der HBK Reihe (Carl Hagelin, Nick Bonino and Phil Kessel), die 45 Punkte für die Penguins verbucht haben und die Tomas Hertl, Joe Thornton und Joe Pavelski Reihe bei den Sharks, die gemeinsam 50 Punkte holten. Doch die Tiefe der Sturmreihen in beiden Kadern ist immens und alle Spieler können punkten. Die Schnelligkeit von Pittsburgh trifft auf die körperliche Präsenz von San Jose.

Vorteil: Sharks

Rösch: Die Sharks erwiesen sich bis Dato zwar als etwas Treffsicherer (63 PO-Tore), die Penguins (58 PO-Tore) können jedoch offensiv unzweifelhaft mit Evgeni Malkin, Sidney Crosby und Phil Kessel auf die technisch begabteren Spieler zurückgreifen, was sich für sie auszahlen wird.

Vorteil: Penguins

Verteidiger

Herget: Sharks Brent Burns gibt nicht nur mit seiner bärtigen Erscheinung den Ton an. Mit 20 Scorerpunkten liegt er auf dem dritten Platz in den Playoffs hinter Logan Couture und Pavelski. In der Plus-Minus liegt Marc-Edouard Vlasic weit vorne. Die Defensive von San Jose schaffte in allen Runden Toptorjäger auszuschalten, wie zuletzt Vladimir Tarasenko von den St. Louis Blues. Pittsburgh ist sicher angeführt von Kris Letang individuell besser besetzt. Auch sie waren der Schlüssel zum Erfolg, bezwangen die Tormaschine Washington Capitals.

Vorteil: Penguins

Rösch: Marc-Edouard Vlasic und Brent Burns haben ihren Gegenspielern in den laufenden Playoffs kaum Luft zum Atmen gelassen, auch die Penguins Angreifer werden sich umsehen, wenn ihnen 105 Kg Waldschrat Burns auf den Füßen steht.

Vorteil: Sharks

Torhüter

Herget: Pittsburghs Matt Murray wurde in Spiel 5 durch Marc-Andre Fleury ersetzt, ehe Trainer Mike Sullivan ihm wieder das Vertrauen schenkte und zurückbezahlt bekam. Trotzdem wirft die Geschichte einen kleinen Schatten und Sharks Martin Jones genoss das Vertrauen seines Trainers die ganze Zeit. Wer nur das Duell Murray gegen Jones betrachtet dürfte leichte Vorteile bei Jones sehen. Fleury als Joker zu haben ist ein großer Vorteil der Penguins.

Vorteil: Penguins

Rösch: Bei den Penguins ging es im Kasten zuletzt drunter und drüber. Marc-André Fleury kehrte nach überstandener Gehirnerschütterung in Spiel 3 der zweiten Runde zurück und wurde prompt eingesetzt. In der Folge entwickelte sich ein Duell zwischen ihm und seiner bis dato glänzenden Vertretung, Rookie Matt Murray, bei der beide nicht durchgehend überzeugten. Sharks Keeper Martin Jones hingegen kann Abend für Abend sein Programm abspulen.

Vorteil: Sharks

Trainer:

Herget: Beide Trainer, sowohl Mike Sullivan bei Pittsburgh, als auch Peter DeBoer sind keine alte Hasen, sondern stehen für die neue Generation. Beide haben bewiesen, dass sie verstehen mit ihrer Mannschaft umzugehen und sie entsprechend anleiten können. Beide werden soweit es von außen zu beurteilen ist vollständig akzeptiert. Aber DeBoer war 2012 mit den New Jersey Devils schon im Stanley Cup Finale, wo er einiges an Erfahrung durch die dortige Niederlage mitbringt.

Vorteil: Sharks

Rösch: Mit Peter DeBoer landeten die Sharks einen Glücksgriff. Im Sommer konnte er seinen Kader nach eigenen Wünschen zusammenstellen und kann nun die Früchte ernten. Er weiß, seine Kaderergänzungen, Torhüter Martin Jones, Verteidiger Paul Martin und Stürmer Joel Ward einzusetzen.

Vorteil: Sharks

Special Teams:

Herget: Das Sharks Powerplay mit 27 Prozent Erfolgsquote wird ein großer Faktor sein. 80,4 Prozent in Unterzahl ist ebenfalls eine gute Zahl. Hier sind die Penguins mit 83,6% deutlich stärker und das wird genau der interessante Fakt werden. Kann Pittsburgh das Überzahlspiel von San Jose stoppen? Weiterer Aspekt, wer schafft es Strafzeiten zu vermeiden. Die Penguins waren hier bisher sehr diszipliniert.

Vorteil: Sharks

Rösch: Die Penguins verfügen vor allem in Unterzahl über hervorragende Kräfte. Bei einer PK-Quote von 86,6 % mussten sie in den Playoffs bisher nur halb so viele Unterzahltore (3) hinnehmen, wie ihre kalifornischen Gegner (6). Insofern wird es auch für das starke Powerplay der Sharks schwer sich durchzusetzen.

Vorteil: Penguins

Zusammenfassung:

Herget: Ein nicht zu vernachlässigender Faktor wird sein, wie der Stanley Cup Finale unerfahrene Kader der Sharks den Trubel und die besondere Faszination des Events wegsteckt. Es potenziert sich noch um einiges mehr als im Conference Finale. Die Penguins sind hier erfahrener. Wie immer wird viel auf das Scheibenglück ankommen, im richtigen Moment zu treffen, aber auch wer dahin geht, wo es wehtut bzw. das entscheidende Quäntchen mehr zu geben.

Vorteil: Penguins

Rösch: Bis auf Phil Kessel tragen bereits alle Penguins Führungsspieler einen Stanley Cup Ring. Bei den Sharks hingegen wollen alle Leader diesen Makel beseitigen und sich zur Vollendung ihrer Karriere ein Schmuckstück angeln; dieser Wille wird sich letztendlich durchsetzen.

Vorteil: Sharks

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